Der Bau der Wasserstadt ist auch ein Kampf gegen viele Widrigkeiten

dzAlte Leitungen, Kreuzkröten und Knöterich

Beim Bau der Wasserstadt muss die Stadt immer wieder unvorhergesehene Hindernisse überwinden. Einige davon haben auch mit Tieren und Pflanzen auf dem Gelände zu tun.

Bergkamen

, 05.07.2019, 14:25 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der Bau der Wasserstadt ist auch ein Kampf gegen immer neue große und kleine Widrigkeiten. Das reicht von den umfangreichen Bauarbeiten für eine neue Grubenwasserleitung, die vom Bergbau auf dem Gelände der ehemaligen Zeche Haus Aden geplant sind bis zum japanischen Knöterich, der droht, ganze Flächen zu überwuchern.

Schwierige Abstimmung mit der RAG

Von solchen großen und kleinen Widrigkeiten muss die stellvertretende Bergkamener Planungsamtsleiterin Christiane Reumke immer wieder berichten, wenn es um den Baufortschritt in der Wasserstadt geht. Trotzdem soll es jetzt planmäßig vorangehen, nachdem der schwierige Abstimmungsprozess mit der RAG abgeschlossen ist. Dort, wo die alte Grubenwasserleitung liegt und dort, wo die neue verlegt werden soll, sind nur eingeschränkt Bodenarbeiten für die Wasserstadt möglich.

Der Bau der Wasserstadt ist auch ein Kampf gegen viele Widrigkeiten

Die RAG will von der Jahnstraße unmittelbar rechts von der Kanalbrücke eine Anlieferungsrampe auf das Wasserstadt-Gelände bauen. © Borys Sarad

Rampe kommt schon in diesem Sommer

Dafür kann Reumke Fortschritte in anderen Bereichen melden: Die RAG will schon in diesem Sommer die Rampe von der Jahnstraße auf das Gelände bauen, über die weitere Bodenanlieferungen rollen sollen. Zurzeit arbeiten die Firmen, die den Untergrund gestalten, noch mit Böden, die bereits auf der Fläche lagern oder schon angeliefert wurden.

Beeinträchtigungen werden dokumentiert

Für die Anwohner wird es in absehbarer Zeit ernst. Die Stadt hat die Beweissicherung ausgeschrieben. Das Unternehmen, das den Zuschlag bekommt, soll unter anderem Messeinrichtungen in den Häusern in der Nähe der Wasserstadt an der Rotherbachstraße installieren. Sie sollen dokumentieren, ob es durch die Verdichtungsarbeiten zu Beeinträchtigungen oder zu Schäden kommt. Zur Bodenverdichtung soll unter anderen eine mehrere Tonnen schwere Fallplatte eingesetzt werden.

Schutz für bestehende Leitungen

Auf der Fläche geht es auch jetzt schon nicht nur darum, den Boden an die richtige Stelle zu verschieben. Immerhin muss die Fläche zum Teil um bis zu acht Meter aufgeschüttet werden. Einige Leitungen, die auf dem Gelände verlaufen, müssen erhalten bleiben und an einigen Stellen müssen schon jetzt Schächte aufgebaut werden, damit sie später auch noch erreichbar sind.

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Tiere und Pflanzen machen unerwartete Arbeit

Auch die Tier- und Pflanzenwelt auf der Fläche macht zum Teil unerwartete Arbeit. Die Kreuzkröten sind trotz einer Umsiedlungsaktion auf die Halde nicht komplett verschwunden. Deshalb mussten flache Gewässer, die sich gebildet haben, mit Zäunen geschützt werden. Der neue Lebensraum, der auf der Halde für die Kröten geschaffen wurde, macht auch Probleme. Spaziergänger haben offenbar nicht erkannt, dass es sich um ein Kreuzkrötenhabitat handelt. Es wurden Steine umgeschichtet, Totholz entfernt und dadurch der Lebensraum der Kröten gestört. Jetzt weisen Schilder darauf hin, um was es sich handelt.

Der Bau der Wasserstadt ist auch ein Kampf gegen viele Widrigkeiten

Der japanische Knöterich ist einst als Zierpflanze eingeführt worden. Jetzt wuchert er auf dem Wasserstadt-Gelände und verursacht nicht einkalkulierte Kosten. © picture alliance / Frank Reichel

Kampf mit dem japanischen Knöterich

Eine Pflanzenart, die nach Mitteleuropa eingewandert ist, macht auch Probleme: Auf der Fläche hat sich japanischer Knöterich ausgebreitet, der in kurzer Zeit alles überwuchert. Die Stadt hat ihn zwar großflächig entfernen lassen, kämpft aber immer noch mit den Pflanzen. Sie kommen wieder, wenn kleine Wurzelreste im Boden bleiben. Außerdem achten die „Nachbarn“ der Fläche, wie die RAG und das Wasser- und Schifffahrtsamt bisher nicht auf die Pflanze. „Die lassen sie weiter wuchern“, sagt Reumke. Sie hat sich mit beiden in Verbindung gesetzt, um eine gemeinsame Aktion zu starten.

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