Der Abrissbagger frisst sich durch die letzten Reste der Turmarkaden

dzEinkaufszentrum

Der Abriss des Einkaufszentrums in der City geht dem Ende zu. Unterdessen läuft die Vermietung seines Nachfolgers. Auf der Mieterliste soll es eine echte Überraschung geben.

Bergkamen

, 20.11.2019, 17:01 Uhr / Lesedauer: 2 min

Bisher haben die Turmarkaden noch die Illusion vermittelt, dass es sie immer noch gibt: An der Hauptfassade an der Töddinghauser Straße waren zwar die Fassadenplatten entfernt. Die charakteristischen grünen Säulen und die große Glasfront gab es aber noch. Auch die eine oder andere Werbung vermittelte den oberflächlichen Eindruck, dass sich das erst 2002 in seiner jetzigen Form gebaute Einkaufszentrum nur im Dornröschenschlaf befindet.

Der Abrissbagger frisst sich durch die letzten Reste der Turmarkaden

Hinter den Fassadenresten zertrümmern Bagger die Betonbrocken, damit sie abtransportiert werden können. © Stefan Milk

Abrissbagger arbeitet sich von hinten zur Fassade durch

Wer hinter die Fassade geschaut hat, hat aber längst gesehen, dass der größte Teil der Turmarkaden abgerissen ist. „Wir haben uns einfach von hinten durch das ganze Objekt gefressen“, sagt Alexander Dold von der Interra AG. Das Unternehmen aus Düsseldorf ist für Planung und Vermarktung des Turmarkaden-Nachfolgers „Bergkamen Galerie“ verantwortlich.

Mittlerweile hat der „Longfrontbagger“, mit dem das Einkaufszentrum abgerissen wird, auch die Hauptfassade erreicht. Es ist nur noch eine Frage von Tagen, bis das markante Gebäude endgültig aus dem Stadtbild verschwunden ist.

Dann hat das Abrissunternehmen auch die beiden ehemals wegen Brandschutzmängeln geräumten Hochhäuser an der Töddinghauser Straße erreicht. Verschwörungstheoretiker hatten den Verdacht, dass sie geräumt wurden, um sie gleich mit abzureißen.

Der Abrissbagger frisst sich durch die letzten Reste der Turmarkaden

Der Abrissbagger hat sich von hinten, aus Richtung Gedächtnisstraße durch den riesigen Komplex gefressen. Die Wohnhochhäuser im Hintergrund sollen so geschützt werden, dass sie keinen Schaden nehmen. © Stefan Milk

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Wohnhochhäuser sollen beim Abriss geschützt werden

Sie bleiben stehen, beruhigt Dold. Die Häuser stehen zwar auf dem Einkaufszentrum. Statiker habe berechnet, wie der Abriss erfolgen muss, damit die Häuser nicht beeinträchtigt werden. Eine Trennmauer, die der Investor erreichten lässt, soll die Häuser komplett vom geplanten neuen Einkaufszentrum „Bergkamen-Galerie“ trennen.

Der Abrissbagger frisst sich durch die letzten Reste der Turmarkaden

Auch an der Töddinghauser Straße ist der Abriss jetzt deutlich zu erkennen. Bald ist der Turmarkaden-Komplex aus dem Stadtbild verschwunden. © Stefan Milk

Ein Lebensmittler, den es in Bergkamen bisher noch nicht gibt

Für das Geschäftszentrum, das ab dem nächsten Jahr gebaut werden soll, steht ein großer Teil der Mieter bereits fest. „Etwa 55 bis 60 Prozent der Flächen sind schon vergeben“, sagt der Interra-Geschäftsführer. Darunter ist auch der sogenannte Ankermieter, ein großer Lebensmittelmarkt. Möglicherweise handelt es sich um Edeka, was sich viele Bergkamer wünschen.

Namen will Dold allerdings erst nennen, wenn die Mietverträge tatsächlich unterschrieben sind. „Das wird im Laufe des Dezember und Januar sein“, sagt er. Es müssten lediglich noch Details geklärt werden, sagt er.

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Immerhin verrät er schon, dass der Ankermieter ein Lebensmittler ist, den es bisher noch nicht in Bergkamen gibt. Neben dem Lebensmittelmarkt ist auch schon sicher, dass es in der neuen „Bergkamen Galerie“ Schuhe, einen Drogeriemarkt, ein Fitnesscenter, einen Kiosk und Gastronomie geben wird.

Der Abrissbagger frisst sich durch die letzten Reste der Turmarkaden

So soll die „Bergkamen Galerie“ an der Töddinghauser Straße künftig aussehen. © 3dpixel

Probleme bei der Suche nach Mietern aus der Modebranche

Auch Modegeschäfte soll es geben. Dold ist aber bisher noch nicht zufrieden. Zurzeit sei es schwierig, Interessenten zu finden, weil die Branche von der einen oder anderen Insolvenz gebeutelt sei, sagt der Interra-Geschäftsführer.

Er setzt darauf, dass die Verhandlungen leichter laufen, sobald er seine anderen Mieter nennen kann.

Hinzu kommt, das Dold nicht mit jedem möglichen Interessenten einen Vertrag machen will. Er setzt darauf, dass die Mieter langfristig bleiben.

Der Intzerra-Geschäftsführer hat ein warnendes Beispiel vor Augen: Der Niedergang der Turmarkaden vollzog sich noch viel schneller.

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