Den Tagesmüttern geht die Arbeit nicht aus

dzKinderbetreuung

Auch wenn in Bergkamen gerade einige neue Kindergärten gebaut und geplant werden: Die Betreuungsdienste der Tagesmütter werden weiter benötigt.

Bergkamen

, 22.09.2019, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Rein rechnerisch ersetzt die Arbeit der Bergkamener Tagesmütter einen Kindergarten. In dieser Woche hat die Awo mit dem Bau eines neuen Kindergartens am Hermann-Görlitz-Seniorenzentrum begonnen. Er soll Ende 2020 oder Anfang 2021 in Betrieb gehen. Die Tagesmütter müssen allerdings nicht um ihren Job fürchten. „Wir werden sie auch weiterhin benötigen“, sagt die städtische Sozialdezernentin Christine Busch. Selbst wenn es dann im Kindergartenjahr 2021/22 noch zwei weitere neue Kindergärten geben wird, werden die „Tagespflegepersonen“, wie sie offiziell heißen, gebraucht.

Betreuung zu Randzeiten

Schließlich bieten sie ihre Dienste zu Zeiten an, an denen die Kindergärten geschlossen haben. Zwar ist das Thema Randzeitenbetreuung inzwischen auch bei den Kindergartenträgern angekommen. „Die Öffnungszeiten des neuen Kindergartens werden sich nach den Bedürfnissen der Eltern richten“, versprach Karin Schäfer, die stellvertretende Vorsitzende des Awo-Unterbezirkes beim ersten Spatenstich am Hermann-Görlitz-Zentrum. Aber alle Bedürfnisse kann so ein Kindergarten dann eben doch nicht abdecken. Wer etwa früh am Morgen, spät am Abend oder sonst wie im Schichtdienst tätig ist, weiß die Dienste der Tagesmütter zu schätzen.

Den Tagesmüttern geht die Arbeit nicht aus

Die Johanniter haben gerade einen neuen Kindergarten in Oberaden eröffnet, die Awo hat mit Bauarbeiten für eine weitere Kita am Hermann-Görlitz-Zentrum begonnen. © Marcel Drawe


Stadt muss mehr Geld ausgeben

Und die bekommen immer mehr zu tun. So muss der Stadtrat in seiner Sitzung am 26. September 600.000 Euro für die Arbeit der Tagesmütter nachschießen. Das hängt damit zusammen, dass diese immer mehr Kinder betreuen. So stieg die Zahl von 153 Mädchen und Jungen im Jahr 2016 auf 221 im laufenden Jahr. Das liegt auch daran, dass immer mehr Eltern in Bergkamen von ihrem Recht Gebrauch machen, ihre Kinder bereits ab dem ersten Jahr betreuen zu lassen. Und die U3-Plätze sind besonders rar.

Tagesmütter betreuen viele Unter-Dreijährige

Es gibt aber auch Eltern, die ihre Kleinkinder bei den Tagesmüttern für besser aufgehoben halten als in einem Kindergarten. So gibt es nach Angaben der Stadt 129 Unter-Dreijährige, die von Tagesmüttern betreut werden. Aber in 30 Fällen bringen die Eltern auch Kinder über drei Jahren zu Tagesmüttern. Das wiederum kann damit zusammenhängen, dass sie keinen Kindergartenplatz bekommen haben. Oder zumindest nicht in dem Stadtteil, in dem sie ihn brauchen. Allerdings kümmern sich manche Tagesmütter sogar um Kinder, die gar keinen Anspruch auf einen Kindergartenplatz haben, weiß Busch: „Es werden auch schulpflichtige Kinder von den Tagesmüttern betreut.“

Lesen Sie jetzt
Hellweger Anzeiger Bergkamener Straße/Nordring

Anwohner verärgert: Gelbe Mülltonnen bleiben wegen Straßen-Großbaustelle ungeleert

Meistgelesen