Den Bergkamener Katholiken bleibt bald nur noch ein Gemeindebüro

dzFusionierte Gemeinde

Die Fusion der katholischen Gemeinden in Bergkamen bringt die ersten Änderungen mit sich: Die neue Gemeinde Heilig Geist schließt die Gemeindebüros in den meisten Stadtteilen.

Bergkamen

, 19.02.2020, 15:39 Uhr / Lesedauer: 2 min

Bisher haben die Bergkamener Katholiken noch nicht allzu direkt gespürt, dass ihre fünf Gemeinden im Januar fusioniert haben. Das wird sich im Laufe des Jahres ändern. Die neue Großgemeinde Heilig Geist will die Gemeindebüros in den Stadtteilen schließen. Künftig wird es dann nur noch das Büro im Pfarrhaus von St. Elisabeth in der Stadtmitte geben, das bereits zuvor als Pastoralverbundsbüro fungierte und an vier Tagen in der Woche geöffnet hat.

Dienstags sind derzeit noch die Büros in St. Barbara Oberaden, St. Michael Weddinghofen und Herz Jesu Rünthe jeweils für zwei Stunden besetzt. Sie werden spätestens zur Jahresmitte schließen, berichtet Pastor Thorsten Neudenberger. Die vier Büro-Mitarbeiterinnen werden dann ausschließlich im Büro in Mitte arbeiten.

Der Pastor stellt sich auf Unmut und Kritik ein

Neudenberger stellt sich auf Unmut über diese Entscheidung ein: „Ich rechne damit, dass der eine oder andere unzufrieden sein wird, wenn es in seinem Stadtteil kein Gemeindebüro mehr gibt.“ Das gilt vor allem für die ehrenamtlich Engagierten, für die die Büros wichtige Anlaufpunkte sind.

Das Gemeindebüro neben der Herz-Jesu Kirche in Bergkamen-Rünthe ist so eng, dass kaum ein Kinderwagen hineinpasst.

Das Gemeindebüro neben der Herz-Jesu Kirche in Rünthe ist so eng, dass kaum ein Kinderwagen hineinpasst. © Marcel Drawe

Normale Gemeindemitglieder haben dort nicht ganz so oft zu tun, aber immerhin bei wichtigen Anlässen: Sie melden dort zum Beispiel Hochzeiten oder Taufen an. Betroffen sind aber vor allem ältere Menschen, die zuweilen nicht mehr so mobil sind. Sie wenden sich häufiger an die Büros, damit in den Messen ihrer Verstorbenen gedacht wird, berichtet Neudenberger: „Das wird künftig aber auch telefonisch möglich sein.“

Der Erhalt der Büros würde teuer

Der Grund für die Schließung ist finanzieller Natur, sagt Neudenberger. Wenn die Gemeinde ihre Büros in den Stadtteilen auf Dauer erhalten wollte, müsste sie dort kräftig investieren. So seien die Räume nicht barrierefrei zu erreichen.

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Das Büro in Oberaden befindet sich im Obergeschoss des Pfarrheims, das in Weddinghofen im Keller. Und die Räume neben der Herz-Jesu-Kirche in Rünthe sind nach Angaben von Neudenberger so eng, dass es schon schwierig wird, wenn Eltern ihren Täufling im Kinderwagen mitbringen. Am Pfarrhaus in St. Elisabeth hingegen gibt es eine Rampe, die den Zugang zum Büro erleichtert.

Dienstags wird die allerdings wohl auch weiterhin niemand benutzen. Wie Neudenberger berichtet ist trotz der Schließung in der Büros in den Stadtteilen keine Ausweitung der Öffnungszeiten des Büros an der Elisabeth-Kirche geplant.

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