Der Integrationsrat soll etwa jeden fünften Bergkamener vertreten, der eine Migrationsgeschichte hat. Um Integration ging es auch bei der Veranstaltung „Bergkamen for all“ vor knapp einem Jahr kurz vor dem Ausbruch der Corona-Pandemie. © Marcel Drawe (Archiv)
Integration

Dem geschrumpften Integrationsrat fehlt vor der ersten Sitzung schon ein Mitglied

Der Integrationsrat, der die Interessen von etwa jedem fünften Bergkamener vertritt, tritt bald erstmals zusammen. Dann fehlt von den wenigen gewählten Mitgliedern schon eines – aus einem einfachen Grund.

Fast jeder fünfte Bergkamener hat eine sogenannte Migrationsgeschichte. Das heißt: Mindestens ein Elternteil ist im Ausland geboren. Der Anteil der Bergkamener mit einem Pass, der nicht zu einem EU-Land gehört, lag 2017 noch bei fast zehn Prozent. Die Interessen dieser großen Gruppe in der Bergkamener Bevölkerung soll der Integrationsrat vertreten.

Eigentlich waren 10.190 Bergkamener bei den Integrationsratswahlen im vergangenen September wahlberechtigt – aber nur 1059 nahmen teil. Auch der Integrationsrat ist nicht so groß, wie er eigentlich sein dürfte: Es trat nur die Liste „Vielfalt ist unsere Stärke“ mit fünf Kandidaten an und eine Einzelbewerberin – sechs Kandidaten für eigentlich neun Plätze.

Irina Volkova will weiterhin mitarbeiten und Ideen einbringen

Jetzt ist die Liste unter sich: Die Einzelbewerberin Irina Volkava meldete sich schon vom Integrationsrat ab, bevor er auch nur einmal getagt hatte. Das hat allerdings einen sehr einfachen Grund: Volkova kann keinen Sitz im Bergkamener Integrationsrat mehr einnehmen, weil sie gar nicht mehr in Bergkamen wohnt. Die Familie, die eigentlich innerhalb von Bergkamen nach Rünthe ziehen wollte, habe sehr kurzfristig ein Haus in der Nachbarstadt Werne bekommen. Dort wohnt sie jetzt – und deshalb musste sich Elena Volkova abmelden.

Es gab ohnehin nur wenige Kandidaten für den Integrationsrat. Einzelbewerberin Irina Volkova (r.) musste ihren Sitz schon vor der ersten Sitzung aufgeben, weil sie weggezogen ist. © Stefan Milk © Stefan Milk

Offenbar hat sie sich aber so gut mit den anderen Mitgliedern des Integrationsrats verstanden, dass sie weiter Kontakt halten will. „Sie will weiter mitarbeiten und Ideen einbringen. Nur an den öffentlichen Sitzungen darf sie nicht mehr teilnehmen“, sagte der kommissarische Integrationsbeauftragte Christian Scharwey, der den Integrationsrat betreut.

Mitglieder wollen jetzt Arbeitsschwerpunkte festlegen

Um welche Arbeitsschwerpunkte sich der Integrationsrat kümmern will und wer als Vorsitzender oder Vorsitzende kandidiert, wird sich vermutlich in dieser Woche entscheiden, wenn sich die Mitglieder des Integrationsrats zusammensetzen.

Die Liste „Vielfalt ist unsere Stärke“ setzt sich aus Mitgliedern mit und ohne sogenannten Migrationshintergrund zusammen. Von den Mitgliedern des Rates aus der vergangenen Wahlperiode trat niemand mehr an.

Bis zur ersten offiziellen Sitzung mit der Wahl des Vorsitzenden wird jedoch noch einige Zeit vergehen. Die konstituierende Sitzung des Integrationsrates ist für den 25. Februar geplant. Dann sind auch die Ratsmitglieder dabei, die den Rat ergänzen.

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Redaktion Bergkamen
Geboren 1960 im Münsterland. Nach dem Raumplanungsstudium gleich in den Journalismus. Mag Laufen, Lesen, Fußball und den BVB ganz besonders. An den Bergkamenern liebt er ihre Offenheit. Die Stadt ist spannend, weil sie sich im Strukturwandel ganz neu erfinden muss und sich viel mehr ändert als in anderen Städten.
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