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Das Wassereis-Lager bei „Bussy“ ist gefüllt – der Sommer kann kommen

dzNeue Sorten und Produkte

Die Firma Busemann ist fleißig dabei, für den Sommer vorzuproduzieren. Wenn die Temperaturen steigen, will schließlich jeder Wassereis haben. Doch hinter „Bussy“ steckt mehr als Eis.

overberge

, 21.05.2019 / Lesedauer: 4 min

März 1993: Helmut Werner steht auf dem Dach eines Gebäudes, sein Blick schweift über das 58.000 Quadratmeter große Gelände und er fragt sich: „Hast du das richtig gemacht?“ An diesen Moment erinnert sich der heute 66-Jährige noch ganz genau. War das ehemalige Zechengelände Grillo IV in Overberge nicht vielleicht doch eine Nummer zu groß für eine Firma, die Wassereis produziert? Heute kann sich Werner sagen: „Ja, ich habe alles richtig gemacht.“ Seine Firma Busemann baut jetzt sogar an, weil das Geschäft floriert. Ein größeres Lager muss her und zusätzliche Produktionsflächen.

Wassereis bleibt in Mode und Popcorn ist der neueste Trend

„Wassereis kommt nicht aus der Mode“, sagt Tim Vögeding, Mitglied der Geschäftsleitung und verantwortlich für die Bereiche Produktion und Technik. Genauso ist Popcorn nicht mehr aus den Kinos wegzudenken. Mittlerweile sind die aufgepoppten Maiskörner auch in Müsli, Schokolade und in kleinen Tütchen als Kamelle für Karneval zu finden – es gibt gerade einen regelrechten Popcorn-Hype. Es ist also kein Wunder, dass die Firma Busemann als Wassereis- und Popkornhersteller wächst und wächst.

Wenn die Temperaturen steigen, läuft die Wassereis-Produktion auf Hochtouren

Der Erfolg des Unternehmens ist jedoch alles andere als ein Selbstläufer. Auch wenn 17 Sorten zeitgleich abgefüllt werden können, an einem Tag rund 3,5 Millionen Wassereis-Stripes entstehen und Maschinen 5000 Liter Flüssigkeit in 45 Minuten fertigmischen, ist der Erfolg von einem Faktor abhängig, den niemand beeinflussen und kaum vorhersagen kann – dem Wetter.

Das Wassereis-Lager bei „Bussy“ ist gefüllt – der Sommer kann kommen

Das Lager der Firma Busemann quillt über mit Paketen voller Wassereis. Auf einer Pallette dürften rund 15.000 Strips untergebracht sein. In den Hallen stehen hunderte Paletten. © Stefan Milk

Wenn die Temperaturen steigen, dann möchte der Kunde am nächsten Tag seine Ware haben, erklärt Vögeding. „Das macht uns aus, wir müssen schnell reagieren.“ Da könnten nicht erst Zutaten bestellt werden. Bis die da sind, kann es Wochen dauern. Es gilt also, auf alles gefasst zu sein.

Busemann wächst und wächst :„Wir sind unserer Zeit voraus“

Derzeit sind die Lager von Busemann proppevoll, innerhalb weniger Tage kann es aber wieder leer sein, weiß Vögeding. Wenn das Wetter wieder besser ist, flattern Bestellungen herein und Maschinen wie Mitarbeiter müssen auf Hochtouren arbeiten – sieben Tage die Woche, 24 Stunden pro Tag. Dass das Eis vorproduziert werden kann, ist einer einfachen Methode zu verdanken.

„Wassereis kommt nicht aus der Mode“
Tim Vögeding, Geschäftsleitung

Wie schon Oma damals Essen eingekocht habe, um es haltbar zu machen, erhitzt Busemann die Flüssigkeit und macht sie so ohne Konservierungsstoffe haltbar, erklärt Helmut Werner. Das kam bei den Kunden gut an und führte zum Erfolg. Statt künstlicher Farbstoffe verwendete Busemann safthaltige Produkte – „Wir sind unserer Zeit voraus“, erklärt Werner den Erfolg seines Unternehmens. Busemann ist eine von zwei Firmen in Deutschland, die Wassereis produzieren.

Konservieren mit Wärme: Die Eisproduktion ist keine kalte Angelegenheit

Obwohl jeder das Bussy-Eis eiskalt genießt, ist das Produkt genau genommen ein Erfrischungsgetränk, denn es wird bei Zimmertemperatur gelagert und vor dem Einfüllen in die Plastikhülle stark erhitzt. Während die befüllten Stripes kurz abgekühlt werden, bevor die Mitarbeiter sie in die Boxen legen, muss das Kratzeis seine Temperatur von 80 Grad behalten. Die Mitarbeiter tragen dicke Handschuhe, um die Becher einzupacken, aus denen Kinder später eiskalte, eingefrorene Flüssigkeit herauskratzen können.

Das Wassereis-Lager bei „Bussy“ ist gefüllt – der Sommer kann kommen

Das Kratzeis wird auf 80 Grad erhitzt und dann eingefüllt. Damit die Mitarbeiter sich nicht verbrennen, tragen sie dicke Handschuhe. © Stefan Milk

Cybersicherheit: „Der schlimmste Fall wäre, wenn unsere Rezepte abhandenkommen würden“

Die Firma entwickelt sich nicht nur flächenmäßig weiter, sondern auch technisch. Es gibt längst eine automatisierte Anlagensteuerung, die jeden Fehler einer Maschine gleich erkennt. Sie arbeitet autark, es gibt einen eigenen Server und einen Programmierer vor Ort. Cybersicherheit wird auch hier großgeschrieben. „Der schlimmste Fall wäre, wenn unsere Rezepte abhandenkommen würden“, sagt Vögeding. Und auch die Produkte entwickeln sich ständig weiter. Mit Wassereis in fünf Geschmacksrichtungen und süßem oder salzigem Popcorn war es lange nicht getan. Das Wassereis kommt in verschiedenen Größen und mit unterschiedlichsten Rezepturen daher – dabei muss nicht immer Bussy auf der Verpackung stehen.

Das Wassereis-Lager bei „Bussy“ ist gefüllt – der Sommer kann kommen

Rund sechs bis acht Minuten brauchen die Maiskörner um aufzupoppen, dann holen die Mitarbeiter der Firma Busemann das Popcorn aus den Röstern. Sie sind schnell und wissen genau, wann der richtige Zeitpunkt gekommen ist – ganz ohne Alarm. © Stefan Milk

Wo „Bussy“ drin ist, muss nicht „Bussy“ draufstehen

Busemann produziert das, was die Kunden sich wünschen. Mit der neu angeschafften Größe können sie für den Hersteller einer bekannten Kindernahrung gefrorene Smoothies in kleinen Größen herstellen. Popcorn muss längst nicht nur Zucker oder Salz enthalten, sondern auch andere Gewürze, und sogar der Sirup für Slush-Eis, das man etwa in vielen Kinos kaufen kann, kommt aus Bergkamen. Das Vertrauen, das namhafte Käufer in Busemann haben, hat sich das Bergkamener Unternehmen seit der Gründung im Jahr 1974 von Heinrich Busemann lange erkämpft. „Dafür braucht man einen Ruf“, sagt Helmut Werner.

Das Wassereis-Lager bei „Bussy“ ist gefüllt – der Sommer kann kommen

Die Firma Busemann befindet sich mitten im Generationswechsel. Jörg Kiefer und Tim Vögeding (außen, v.l.) haben die Geschäftsleitung im April übernommen. Helmut Werner bleibt Geschäftsführer und seine Tochter Ilka Werner, die noch Teil der Geschäftsleitung ist, verlässt das Unternehmen Ende Juli. © Stefan Milk

„Wassermelone“ ist im Kommen: Neue Produkte und Geschmäcker

Dass es immer mehr Geschmacksrichtungen und Produkte gibt – in diesem Sommer könnte die Sorte „Wassermelone“ boomen – zeigt, dass sich das Unternehmen auch in den nächsten Jahren noch weiterentwickeln wird. Das hofft auch Werner.

„Der schlimmste Fall wäre, wenn unsere Rezepte abhanden kommen würden.“
TIM VÖGEDING, GESCHÄFTSLEITUNG

Er selbst wird sich künftig als Geschäftsführer allerdings im Hintergrund halten. Die operative Geschäftsleitung übernehmen Jörg Kiefer, der seit 1996 in dem Unternehmen arbeitet und Finanzen, Controlling und allgemeine Verwaltung leiten wird, sowie Tim Vögeding. Helmut Werners Tochter Ilka Werner ist ebenfalls Mitglied der Geschäftsleitung, wird allerdings Ende Juli aus privaten Gründen aus dem Unternehmen ausscheiden.

Das Wassereis-Lager bei „Bussy“ ist gefüllt – der Sommer kann kommen

Die Firma Busemann vergrößert sich. Eine zusätzliche Lagerhalle, in der auch ein Personaltrakt Platz haben wird, soll im kommenden Jahr fertig sein. © Stefan Milk

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