Das Varieté setzt auch ein Zeichen gegen Fremdenfeindlichkeit

dzWeihnachtsvarieté im studio theater

Akrobatik mit dem Körper und mit Worten war beim Weihnachtsvarieté des Balu zu sehen und zu hören. Die Schau mit Künstlern aus aller Welt stand diesmal unter einem besondern Motto.

von Klaus-Dieter Hoffmann

Bergkamen

, 24.11.2019, 14:13 Uhr / Lesedauer: 2 min

Nervenkitzel pur, verblüffende Zaubertricks und jede Menge lustige Wortakrobatik waren einmal mehr die Zutaten für das nunmehr neunte Weihnachtsvarieté, zu dem am Samstagabend das Kinder- und Jugendhaus Balu wieder in das studio theater bergkamen eingeladen hatte.

Schon beim Betreten des Foyers, wo ein kleines, zauberhaftes Rahmenprogramm auf die über zweistündige Mammut-Show mit absoluten Weltklasse-Artisten einstimmte, wurden die jungen und jung gebliebenen Besucher von der magisch-bunten Welt des Varieté-Theaters eingefangen.

Das Varieté setzt auch ein Zeichen gegen Fremdenfeindlichkeit

Improvisationskünstler Jens Hoppe übernahm die Moderation des Abends vor voll besetzten Plätzen. © Stefan Milk

Motto von Larl Valentin

„Fremd ist der Fremde nur unter Fremden“ lautete das Motto des Varieté-Abends und wurde von keinem Geringeren beigesteuert, als von Karl Valentin. Jens Hoppe aus Werne, der als Improvisations-Künstler zusammen mit zwei Art-Genossen im FlözK-Zimmertheater „arte flessibile“ die Menschen ebenfalls zum Lachen bringt, schlüpfte als Conférencier gleich in mehrere Rollen, wie die eines Ukulele-spielenden Beduinen, eines Sträflings oder eines Mafioso á la Blues Brothers.

Als Lehrer „Herr Schlüter von Wasserburg“ hinterfragte Hoppe zusammen mit Schülerinnen aus der Theater AG der Willy-Brandt-Gesamtschule in einem humorvollen Wortspiel, was sich Karl Valentin denn wohl bei diesem Motto überhaupt gedacht haben könnte.

Das Varieté setzt auch ein Zeichen gegen Fremdenfeindlichkeit

Auch die kleinen Artistik-Kinder aus dem Balu zeigten zum Teil atemberaubende Tricks. © Stefan Milk

Akrobatik für absolut Schwindelfreie

Nach so vielen Lachern stockte den Zuschauern bei den Varieté-Nummer der jüngeren und etwas älteren Artistik-Kids aus dem Balu regelrecht der Atem, als sie mit äußerst wagemutigen Kunststücken bewiesen, dass sie wohl absolut schwindelfrei sein müssen und keinerlei Höhenangst besitzen. Ebenfalls äußerst beeindruckend die flotten „Windmills“ und „Headspins“, die die Balu-Breakdancer auf das Bühnenparkett legten.

Ganz anders dagegen die „Kontaktjonglage“ von Kevin Kalvus, seines Zeichens RTL-Supertalent und Guinnessweltrekordler, der in seiner magischen Art und Weise faustgroße kristallene Glaskugeln über seinen Körper rollen und von Armbeuge zu Armbeuge hüpfen ließ, als gäbe es keine Schwerkraft.

Ebenfalls in mehrere Rollen schlüpfte Magier Michael Gick aus Werne, der es als „Würfelspieler“ schaffte, die sechs Würfel ohne Berührung immer wieder in eine neue Reihenfolge zu bringen, und als diabolischer Harry Potter seinen Spaß daran hatte, seine Kandidaten nach Strich und Faden zu veräppeln.

FOTOSTRECKE
Bildergalerie

Weihnachtsvarieté des Bergkamener Kinder- und Jugendhauses Balu.

24.11.2019
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Die Kinder und Jugendlichen aus dem Balu zeigten atemberaubende Akrobatik auf der Bühne des studio theaters.© Stefan Milk
Es gab auch Wortakrobatik zu hören. Kabarettist Jens Hoppe hinterfragte zusammen mit den Jugendlichen, was sich Karl Valentin bei dem Ausspruch gedacht hat, der Motto des Abends war.© Stefan Milk
Supertalent Kevin Kalvus ließ die Kristallkugeln auf seinem Körper kreisen als wenn es keine Schwerkraft gibt.© Stefan Milk
Die Zuschauer hatten viel Spaß an den einzelnen Nummern des Programms.© Stefan Milk
Die Akrobaten aus dem Balu sind absolute Profis.© Stefan Milk
Kevin Kalvus war bei seinem Auftritt hoch konzentriert.© Stefan Milk
Auch die Kinder aus dem Bau hatten bereits akrobatische Kunststücke einstudiert.© Stefan Milk

Mischung aus Ballett und Schlangenfrau

Atemberaubend hingegen die Kontorsion-Kunst von Olena Skrypets aus der Ukraine, die mit einer einzigartigen Mischung aus Ballett und Schlangenfrau alle bestehenden Gesetzmäßigkeiten der Orthopädie außer Kraft zu setzen schien.Nicht minder beeindruckend die Artistik von Leonie Körner aus Berlin, die mit ihrem rollenden „Cyr Wheel“, einer Art größerer Hula-Hoop-Reifen in einem atemberaubenden Tempo über die Bühne sauste, und mit ihren Kunststücken wiederum jegliche Gravitationsgesetze außer Kraft zu setzen schien.

Keine Probleme mit der Schwerkraft schien auch Armando Liazeed aus Kuba zu haben, der beispielsweise nur auf dem rechten Arm die sieben Stufen einer Treppe nach oben hüpfte oder auf locker gestapelten Holzklötzen einen Handstand machte.

Reichlich Gänsehaut-Feeling gab es noch einmal beim beeindruckenden Finale, als in einer Filmeinspielung der geläuterte Adolf Hitler alias Charlie Chaplin seinem erstarrten Volk in seiner Schlussrede gelobte, nie wieder Menschen hassen und verachten zu wollen.

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