Vor 50 Jahren betrat zum ersten Mal ein Mensch den Mond. Das Stadtmuseum erinnert daran mit einer spektakulären Sonderausstellung – die hat nicht nur wissenschaftliche Aspekte.

Bergkamen

, 28.06.2019 / Lesedauer: 4 min

Das Nasa-T-Shirt steht dem Leiter des Bergkamener Stadtmuseums, Mark Schrader. Und es ist ein passendes Kleidungsstück, wenn er durch die neue Sonderausstellung in seinem Haus führt, die am Sonntag eröffnet wird. „Westfalen im Mondfieber“ heißt sie und blickt auf die erste Mondlandung, die sich im Juli zum 50. Mal jährt. Im Museum sind tatsächlich Exponate zu sehen, die aus dem Weltraum stammen.

Das Stadtmuseum zeigt, wie die Mondlandung die Pop-Kultur beeinflusste

Diese Exponate der Ausstellung stammen tatsächlich aus dem Weltall. © Marcel Drawe


Mondstaub und Meteoriten-Stücke

Eine Mondstaub-Probe zum Beispiel, die die Astronauten von Apollo 15 mit zur Erde gebracht haben. Oder Teile von Meteoriten. Zur Verfügung gestellt hat die Stücke das Museumsamt des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL), das die Wanderausstellung konzipiert hat. Bergkamen ist die einzige Stadt in der Region, in der sie Station macht. Und Schrader ist besonders stolz, dass die Schau auch noch am 21. Juli in seinem Haus zu sehen ist – dem eigentlichen Jahrestag der Mondlandung. Die Ausstellung ist so umfangreich, dass Schrader nicht nur den eigenen Sonderausstellungsbereich in Beschlag nimmt, sondern auch die Galerie „sohle 1“, in der normalerweise Kunst zu sehen.

Das Stadtmuseum zeigt, wie die Mondlandung die Pop-Kultur beeinflusste

Infotafeln dokumentieren die Vorgeschichte der Mondlandung - auch den Sputnik-Schock © Marcel Drawe


Der Kalte Krieg im Weltall

„Westfalen im Mondfieber“ wirft einen umfangreichen Blick auf sein Thema. Natürlich erzählt die Ausstellung die unmittelbare Vorgeschichte der Mondlandung. Die beginnt mit dem sogenannten Sputnik-Schock, den die Sowjetunion im Westen auslöste, als sie am 4. Oktober 1957 einen Satelliten ins All schoss. „Damit wurde der Kalte Krieg in den Weltraum transferiert“, sagt Schrader. Die Reaktion der USA kulminierte in der berühmten Rede „We choose to go the moon“, die Präsident John F. Kennedy am 12. September 1962 hielt. Im Stadtmuseum ist ein Ausschnitt davon zu hören. Die Ausstellung beleuchtet aber auch düstere Aspekte der Raumfahrt-Geschichte.

Das Stadtmuseum zeigt, wie die Mondlandung die Pop-Kultur beeinflusste

Ein echter Astronauten-Helm. © Marcel Drawe


Stadtmuseum

Ausstellungs-Eröffnung am Sonntag

  • Die Sonderausstellung „Sommer 1969 - Westfalen im Mondfieber“ wird am Sonntag, 30. Juni um 14 Uhr im Stadtmuseum Bergkamen eröffnet. Sie ist dann bis zum 25. August zu sehen.
  • Das Stadtmuseum befindet sich an der Jahnstraße 31 in Oberaden. Geöffnet hat es dienstags bis freitags von 10 bis 12 Uhr und von 14 bis 17 Uhr, samstags von 14 bis 17 Uhr und sonntags von 11 bis 18 Uhr.
  • Der Eintritt kostet für Erwachsene 3 Euro, für Kinder und Jugendliche ist er frei.

Zwangsarbeiter bauten die V2

So basierte das Apollo-Programm der Nasa in weiten Teilen auf der Arbeit des deutschen Raketeningenieurs Wernher von Braun. Der wiederum trug auch die Verantwortung für die Raketenwaffe V2, die die Nazis zum Ende des Zweiten Weltkriegs einsetzten. Zwangsarbeiter mussten sie unter elendsten Bedingungen bauen, an denen viele von ihnen starben. Gestreifte Sträflingskleidung in einer Vitrine der Ausstellung erinnert an diese Opfer. Die Ausstellung zeigt aber auch ganz andere Aspekte der Raumforschung. „Bei den Technikern dominierten die Männer“, sagt Schrader. Die pysikalisch-mathemtische Vorarbeit leisteten hingegen hauptsächlich Forscherinnen. Das ist der Öffentlichkeit bisher weitgehend verborgen geblieben. Doch bei der Mondlandungs-Ausstellung im Stadtmuseum geht es nicht nur wissenschaftlich zu.

Das Stadtmuseum zeigt, wie die Mondlandung die Pop-Kultur beeinflusste

So ähnlich sah die Mondlandefähre aus. © Marcel Drawe




Hits vom Mond

Ein ganzes Kapitel, das vor allem in den „sohle 1“-Räumen zu sehen ist, widmet sich der Pop-Kultur. „Das Science-Fiction-Genre gab es auch schon vor der Mondlandung“, sagt Schrader „Aber durch die Apollo-11-Mission hat es noch einmal einen ganz besonderen Schub bekommen.“ Das spiegelt sich in Büchern und Filmen wider. Und auch in der Musik.

FOTOSTRECKE
Bildergalerie

Ausstellung 50 Jahre Mondlandung im Stadtmuseum Bergkamen

28.06.2019
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Rundgang Mondlandungs-Ausstellung Stadtmuseum Bergkamen© Marcel Drawe
Rundgang Mondlandungs-Ausstellung Stadtmuseum Bergkamen© Marcel Drawe
Rundgang Mondlandungs-Ausstellung Stadtmuseum Bergkamen, Aufbewahrungstasche für Apollo-Helm© Marcel Drawe
Rundgang Mondlandungs-Ausstellung Stadtmuseum Bergkamen© Marcel Drawe
Rundgang Mondlandungs-Ausstellung Stadtmuseum Bergkamen© Marcel Drawe
Rundgang Mondlandungs-Ausstellung Stadtmuseum Bergkamen© Marcel Drawe
Rundgang Mondlandungs-Ausstellung Stadtmuseum Bergkamen© Marcel Drawe
Rundgang Mondlandungs-Ausstellung Stadtmuseum Bergkamen© Marcel Drawe
Rundgang Mondlandungs-Ausstellung Stadtmuseum Bergkamen© Marcel Drawe
Rundgang Mondlandungs-Ausstellung Stadtmuseum Bergkamen© Marcel Drawe
Rundgang Mondlandungs-Ausstellung Stadtmuseum Bergkamen© Marcel Drawe
Rundgang Mondlandungs-Ausstellung Stadtmuseum Bergkamen© Marcel Drawe
Rundgang Mondlandungs-Ausstellung Stadtmuseum Bergkamen© Marcel Drawe
Rundgang Mondlandungs-Ausstellung Stadtmuseum Bergkamen© Marcel Drawe
Rundgang Mondlandungs-Ausstellung Stadtmuseum Bergkamen© Marcel Drawe
Rundgang Mondlandungs-Ausstellung Stadtmuseum Bergkamen© Marcel Drawe
Rundgang Mondlandungs-Ausstellung Stadtmuseum Bergkamen© Marcel Drawe
Rundgang Mondlandungs-Ausstellung Stadtmuseum Bergkamen© Marcel Drawe
Rundgang Mondlandungs-Ausstellung Stadtmuseum Bergkamen© Marcel Drawe
Rundgang Mondlandungs-Ausstellung Stadtmuseum Bergkamen© Marcel Drawe

An einer Hörstation erklingen Weltraum-Hits wie „Space oddity“ von David Bowie. „Fly me to the moon“ von Frank Sinatra, aber auch ein Schlager wie „Der Mann im Mond“ von Gus Backus. Dass die Mondlandung auch in zahlreichen Kinderzimmern nachgespielt wurde, beweisen die Ausstellungsmacher mit allerhand Weltraum-Spielzeug. Mit dem hat wohl auch der kleine Mark Schrader gespielt. Der Museumschef ist Jahrgang 1980, er ist also zu einer Zeit geboren, als die Nasa schon längst nicht mehr zum Mond flog. „Meine Kindheit ist von den Space-Shuttle-Flügen geprägt“, sagt er. Die galten bis zur Explosion der Raumfähre „Challenger“ am 28. Januar 1986 fast schon als alltägliche Normalität.

Das Stadtmuseum zeigt, wie die Mondlandung die Pop-Kultur beeinflusste

Die Weltraumflüge wurden in vielen Kinderzimmern nachgespielt. © Marcel Drawe


Zeitungen aus dem Stadtarchiv

Die erste Mondlandung wurde als absolute Sensation wahrgenommen. Die Ausstellung dokumentiert das mit zeitgenössischen Zeitungen, die Schrader aus dem Stadtarchiv herausgesucht hat. Weil Neil Armstrong den Mond nach mitteleuropäischer Zeit mitten in der Nacht betragt, konnte der Hellweger Anzeiger am nächsten Morgen auf der Titelseite nur vermelden „Columbia ist auf dem Weg zum Mond“. Die Bild-Zeitung titelte über die erfolgreiche Landung etwas anders: „Der Mond ist jetzt ein Ami.“

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