Das Stadtmuseum will die Besonderheiten des Bergkamener Bergbaus herausstellen

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Die Bedeutung des Bergbaus für die Bergkamener Stadtgeschichte ist kaum zu überschätzen. Das soll auch im Museum stärker zur Geltung kommen: Die Bergbau-Abteilung wird umgestaltet.

Bergkamen

, 14.12.2019, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Heilige Barbara aus der ehemaligen Zeche Haus Aden ist gerade erst vor kurzem nach Bergkamen zurückgekehrt, auf die Außenfläche hinter dem Stadtmuseum. Dort, wo der Lehrstollen und Hinterlassenschaften des Bergbaus stehen. Sie können an ihrem neuen Platz bleiben, den Umbauplänen für das Museum sind sie nicht im Weg. Anders sieht es mit dem Barbara-Stollen aus, der Bergbau-Abteilung im Untergeschoss: „Wenn wir eine neue Heizung und neue Leitungen bekommen, müssen die Bauarbeiter auch in den Keller“, sagt Museumsleiter Mark Schrader.

Der Bergbau behält seinen Platz im Museum

Aber der Bergbau soll seinen Platz im Museum behalten, schließlich ist er der wohl prägendste Teil der Stadtgeschichte. Wenn das Haus nach dem grundlegenden Um- und Ausbau wieder öffnet, sollen die Besucher die Montangeschichte auch wieder im Museumskeller finden.

Das Stadtmuseum will die Besonderheiten des Bergkamener Bergbaus herausstellen

Die Statue der Heiligen Barbara, die einst im Bergwerk Haus Aden stand, ist vor kurzem am Museum aufgestellt worden. © Stefan Milk

Aber Schrader will die Bauarbeiten zum Anlass nehmen, die Bergbauausstellung grundlegend umzugestalten. Dass er dabei auf einem sehr soliden Grundstock aufbauen kann, verdankt er den ehemaligen Bergleuten aus dem Geschichtskreis Bergbau Haus Aden/Grimberg 3/4. Die haben den Barbarastollen gestaltet und zahlreiche Ausrüstungsgegenstände zusammengetragen und zur Verfügung gestellt. Das Stadtmuseum selbst verfügt in seiner Sammlung über Fahnen von Knappenvereinen und ähnlichen historischen Exponaten.

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Ein Roter Faden für die Ausstellung

Schrader plant einen klaren Roten Faden für die Ausstellung im Keller: „Wir wollen nicht die Geschichte des Bergbaus an sich zeigen, sondern die Bergkamener Besonderheiten.“ So wird es eine Chronik aller Bergkamener Zechen geben. Auch an die Grubenunglücke, die sich in Bergkamen ereignet haben, wird erinnert. Die Anfänge des Bergbaus in Bergkamen will Schrader ebenso darstellen wie sein Ende.

Das Stadtmuseum will die Besonderheiten des Bergkamener Bergbaus herausstellen

Im Stadtmuseum sollen künftig vor allem die Besonderheiten der Bergkamener Bergbaugeschichte zu sehen sein, © Stefan Milk

Dabei werden auch die Demonstrationen und Arbeitskämpfe museal gewürdigt. Schrader denkt aber auch an diejenigen, die den Bergbau gar nicht mehr aus eigenständiger Erfahrung kennen: Mithilfe der neuen medialen Möglichkeiten soll es im Museumskeller künftig eine virtuelle Grubenfahrt geben.

Auf das Wissen und die Erfahrung der Zeitzeugen, die den Barbarastollen geschaffen haben, will Schrader nicht verzichten: „Ich werde die Umgestaltungspläne mit den Mitgliedern des Arbeitskreises besprechen“, kündigt er an.

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Der Bergbau lebt im Museum

Eine einheitliche Gestaltung der Ausstellung

Allerdings will Schrader auch einen professionellen Ausstellungsgestalter für den Umbau der Bergbau-Ausstellung einschalten: „Wir brauchne im Museum eine einheitlich Ausstellungsgestaltung“, sagt Schrader. Sein Ziel besteht darin, dass die Dauerausstellung künftig von der Darstellung der Erdgeschichte, die sich im Obergeschoss befindet, über die Römerzeit und das Mittelalter in die jüngeren Bergkamener Vergangenheit führt - und schließlich in den Keller zum Bergbau.

Das Stadtmuseum will die Besonderheiten des Bergkamener Bergbaus herausstellen

Auf der Außenfläche des Museums stehen diverse Ausrüstungsstücke aus dem Bergbau © Marcel Drawe

Bis die ersten Museumsbesucher diesen Rundgang machen können, dauert es aber noch eine Weile. Der Umbau des Museumsgebäudes soll im nächsten Jahr beginnen. „Für die Neugestaltung der Ausstellung brauchen wird dann auch noch einmal ein bis einhalb Jahre“, sagt Schrader.

Bis dahin bleibt genug Zeit, sich Gedanken über die Außenfläche zu machen. Auch hier will Schrader den Anspruch umsetzen, die Bergkamener Bergbaugeschichte zu zeigen. Die Heilige Barbara erfüllt ihn bereits. Das ein oder andere Ausstellungsstück will Schrader aber noch austauschen: „Der Hunt kommt zum Beispiel aus dem Erzgebirge.“

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