Das Lob Gottes im Zwitschern der Vögel

dzGottesdienst unter freiem Himmel

Zwischen dem Rauschen der Bäume im Wind feierliche Trompetenklänge: Unter freiem Himmel werden am Pfingstsonntag fünf Kinder von Pfarrerin Ursula Goldmann getauft.

von Alexandra Prokofev

Bergkamen

, 09.06.2019 / Lesedauer: 3 min

Holzbänke, die im Gras stehen, und Kerzenschein unter freiem Himmel: Wer am Pfingstsonntag in Wald Lüttke Holz war, der hörte zwischen dem Rauschen der Bäume im Wind feierliche Trompetenklänge. Inmitten der Natur feierten zahlreiche Besucher den traditionellen Pfingstgottesdienst.

„Pfingsten ist ein Befreiungsfest“, sagt Pfarrerin Ursula Goldmann, „und dazu gehört auch die Zuwendung zur Natur“. Dass damit eine aufwendige Organisation verbunden ist, nimmt sie gerne in Kauf. „Das Taufbecken und den Altar haben wir auf dem Trecker-Anhänger vom Bauern transportiert“, berichtet sie.

Da es im Wald keinen Strom gibt, ist auch die Musikanlage schwer anzuschließen. „Einmal hatten wir einen Generator für die Musik, das war aber nicht optimal“, erinnert sich die Pfarrerin. Dieses Mal spielt der Posaunenchor der Friedensgemeinde Bergkamen und sorgt für die feierliche Stimmung zwischen den Psalmen.

Fünf Taufen im kleinen Taufbecken

Eine besorgte Mutter habe nach kleinen Schauern am Vortag angerufen und gefragt, ob der Gottesdienst auch wirklich im Wald sei. „Ich hab gesagt: Natürlich, das ist schon Tradition bei uns“. Statt unter Kirchenlampen und zwischen bunten Fenster führt Goldmann deshalb den Gottesdienst unter lichten Sonnenstrahlen. „Wir hören das Lob Gottes im Zwitschern der Vögel“, sagt die Pfarerrin und leitet damit zahlreiche Lieder, wie „Unser Leben sei ein Fest“ ein. Auf das Lied „Vergiss es nie, du bist du“ folgen fünf Taufen im kleinen Taufbecken zwischen den Bäumen. Darunter sind die Geschwister Emely und Lea Höhne, Nancy und Julianna Ulrich und das jüngste Taufkind Liam Krause. Auf die Frage, wie es ist, unter freiem Himmel getauft zu werden, antwortet die neunjährige Lea nur immer wieder „einfach schön“.

„Der Kleinste ist schon im weißen Anzug über den Waldboden gerobbt“, sagt Goldmann lächelnd. Aber darum ginge es auch, beim Pfingstfest - um das Gefühl der Ausgelassenheit. „An Weihnachten gibt es wichtige Traditionen, am Karfreitag setzt man sich Grenzen, aber an Pfingsten - da ist man frei“.

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