Das Kreuz steht wieder an seinem Platz auf der Elisabeth-Kirche

dzSt. Elisabeth

Vor vier Monaten haben Dachdecker das Kreuz vom Turm der Elisabeth-Kirche geholt. Nun arbeiten sie wieder in über 30 Meter Höhe, um das Metallteil an seinen Platz zurückzubringen.

Bergkamen

, 12.07.2019 / Lesedauer: 3 min

Um kurz nach 9 Uhr am Freitagmorgen nimmt Torben Brandt das Kreuz von St. Elisabeth an den Haken. Der Mitarbeiter der Dachdeckerfirma Aloys Haase aus Lüdenscheid ist mit seinem Kranwagen an der katholischen Kirche am Stadtmarkt vorgefahren. Als ersten Arbeitsschritt bringt er den Oberadener Dachdeckermeister Benjamin Suttrop und seine Mitarbeiter mit Kran-Korb auf die Kirchturmspitze. Dort hatten sie im März das marode Kreuz demontiert. Inzwischen hat die Heiler Metallbaufirma Christoph Knepper das christliche Symbol restauriert.

Das Kreuz steht wieder an seinem Platz auf der Elisabeth-Kirche

Keine Angst vor Gewittern: Die Dachdecker haben den Blitzableiter zumindest provisorisch angeschlossen. Am Montag wollen sie die Arbeit abschließen. © Stefan Milk


An einer Stelle hat das Kreuz noch keine Patina

Das ist gut zu erkennen, solange das Kreuz noch auf dem Boden vor der Kirche liegt: Oberhalb der Kugel, in der die Kreuzstange mündet, ist ein frisches Stück Kupferschicht zu erkennen, die noch keine Patina angenommen hat. Wie ein Praxistest beweist, ist es Knäpper auch gelungen, den Wetterhahn wieder drehbar zu machen. Brand hat das Kreuz mit einem Spanngurt an seinem Kranwagen befestigt. Er bedient die Knöpfe auf seiner umgehängten Fernbedienung, schon schwebt die Metallkonstruktion über der Erde. Bevor es an die eigentliche Arbeit geht, macht sich der Kranführer auf den Fußweg über die Metalltreppe des Gerüstes, das den über 30 Meter hohen Turm umgibt. „Ich könnte den Kran auch von unten lenken“, meint er. „Aber ist es doch besser, wenn am Ort und Stelle ist.“

Das Kreuz steht wieder an seinem Platz auf der Elisabeth-Kirche

Die Dachdecker legen letzte Hand an ihr Werk an. © Stefan Milk


Das Kreuz steht wieder stabil auf dem Kirchendach

Als Suttrop und Co das Kreuz im März abgebaut haben, hatten sie erhebliche Probleme, das Metallteil aus der Verankerung zu bekommen. Diesmal geht alles glatt. Der Kranführer dirigiert es über die Öffnung im Kirchendach, sodass die Dachdecker es einpassen können. Metallbauer Knepper hat im Inneren des Turms eine neue Halterung installiert, sodass das Kreuz wieder stabil auf dem Dach steht. „Dann wackelt es auch bei Sturm nicht mehr“, versichert Suttrop. Noch aber hängt der Spanngurt an dem Kreuz. Die Männer auf dem Dach würden Kopf und Kragen riskieren, wenn sie versuchen würden, ihn zu entfernen. Deshalb macht sich Kranführer Brandt wieder auf den Rückweg über die Metalltreppen.

Das Kreuz steht wieder an seinem Platz auf der Elisabeth-Kirche

Der letzte Arbeitsschritt: Kranführer Torben Brandt entfernt den Spanngurt vom Kreuz. © Stefan Milk


Leere Akkus verzögern die Aktion nur kurz

Wenige Minuten später taucht er wieder neben dem Kirchendach auf: Im Korb, der am Kranhaken hängt. Aber er muss noch einmal zurück auf den Erdboden. „Die Akkus von der Fernbedienung sind leer“, nennt Suttrop den Grund. Das kleine Malheur lässt sich leicht beheben. Kurz darauf ist Brandt wieder in der Luft und dirigiert den Korb so, dass er den Knoten im Spanngurt problemlos lösen und ihn entfernen kann. Der stellvertretende Vorsitzende des Kirchenvorstandes der Elisabeth-Gemeinde, Hans-Jürgen Klein, beobachtet die Arbeiten von Erdboden aus. „Wir sind froh, dass das Kreuz noch vor den Sommerferien wieder auf den Kirchturm kommt“, sagt er. Am Mittwoch soll dann auch das Gerüst abgebaut werden.

Am Montag kommen die Dachdecker noch einmal wieder

Vorher allerdings wird es noch einmal gebraucht. Suttrop und seine Leute wollen am Montag noch einmal auf das Kirchturmdach, um ihre Arbeit zu vollenden. Sie müssen die Öffnung für das Kreuz mit einer Kupferplatte abdecken. Und dann wollen sie auch die Blitzableiter wieder instandsetzen, die sie für die Kreuzrückkehr demontiert haben. Angesichts der angekündigten Gewitter muss sich aber niemand Sorgen machen, dass der Blitz in die Elisabeth-Kirche einschlagen könnte, versichert Suttrop: „Wir schließen den Blitzableiter provisorisch an.“

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