Das Jugendamt kommt mit seinem Geld nicht aus

dzKinderbetreuung

Das Jugendamt braucht rund zwei Millionen Euro mehr für die Kinderbetreuung als in seinem Haushalt zur Verfügung stehen. Das hängt auch damit zusammen, dass es zu wenig Kindergärten gibt.

Bergkamen

, 11.09.2019, 13:02 Uhr / Lesedauer: 2 min

Das städtische Jugendamt muss fast zwei Millionen Euro zusätzlich für die Betreuung von Kindern ausgeben. Die Kosten für die Unterbringung von Mädchen und Jungen in Heimen beziehungsweise Pflegefamilien steigen um 1,075 Millionen Euro. Für die Betreuung von Kindern durch Tagesmütter muss die Stadt 600.000 Euro mehr bezahlen als ursprünglich vorgesehen.

Das Jugendamt kommt mit seinem Geld nicht aus

Die Zahl der Kinder, die in einem Heim betreut werden, ist deutlich höher als das Jugendamt in seiner Etatplanung angenommen hat. © picture alliance / dpa


Die Sozialdezernentin beantwortet keine Fragen

Die zuständige Dezernentin Christine Busch weigerte sich, vor der Sitzung des Jugendhilfeausschusses an diesem Donnerstag Fragen zu dem Thema zu beantworten. Aus den Vorlagen für den Ausschuss geht aber hervor, dass deutlich mehr Kinder betreut werden mussten, als die Stadt in ihrem Haushalt eingeplant hatte. Dass immer mehr Eltern ihre Kinder zu einer Tagesmutter bringen, dürfte damit zusammenhängen, dass die Stadt zu wenig Kindergartenplätze bereithält.

Jugendamts-Kosten

Ein Thema für Ausschuss und Stadtrat

Der Jugendhilfeausschuss befasst sich an diesem Donnerstag, 12. September, mit den Mehrausgaben, die auf das Jugendamt zukommen. Die öffentliche Sitzung beginnt um 17 Uhr im Sitzungssaal I des Ratstraktes neben dem Rathaus. Die „überplanmäßigen Aufwendungen“ muss der Stadtrat genehmigen. Er tagt am Donnerstag, 26. September, um 17.15 Uhr im Ratssaal im Ratstrakt

Die Tagesmütter ersetzen einen Kindergarten

Die Arbeit der Tagesmütter ersetze derzeit eine Kindertagesstätte heißt es in der Vorlage. Zwar sind in Bergkamen drei neue Kindergärten in Planung, die möglicherweise im kommenden Kindergartenjahr zur Verfügung stehen. Die jährlichen Betriebskosten pro Kita beziffert die Stadt mit 500.000 Euro. Bereits im vergangenen Jahr kam das Jugendamt mit seinem Etat für die Tagesmütter nicht aus. Woran das liegt zeigt in Blick auf die Statistik: Im Jahr 2016 kümmerten sich die Tagesmütter um 153 Kinder und leisteten dabei 16.880 Arbeitsstunden. Die Zahl der Betreuungsstunden in den ersten sieben Monaten des laufenden Jahres hingegen lag bei 25.427, die der betreuten Kinder bei 221.

Mehr Kinder kommen ins Heim

Auch bei der besonders teuren Unterbringung von Kinder in Heimen beziehungsweise in Pflegefamilien hatte das Jugendamt mit deutlich niedrigeren Fallzahlen kalkuliert. Im Jahr 2015 musste das Bergkamener Jugendamt für 35 Kinder bezahlen, die in einem Heim leben. In diesem Jahr werden es laut der Vorlage über 60 sein.

Eine weitere Möglichkeit, Kinder aus schwierigen Verhältnissen zu schützen, besteht darin, sie in Pflegefamilien unterzubringen. Viele dieser Kinder haben jedoch „massive Auffälligkeiten“, heißt es in der Vorlage für den Jugendhilfeausschuss, sodass sie bei speziell ausgebildeten Pflegeeltern untergebracht werden müssen. Diese erhalten ein deutlich höheres Pflegegeld. Die zusätzlichen Kosten, die dadurch entstehen, beziffert das Jugendamt auf rund 20.000 Euro pro Jahr.

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