Das große Treffen der Künstlerfamilie auf der Ökostation

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Die Sommerakademie ist zurück an der Ökologiestation. Zum 23. Mal dreht sich dort alles um die Kunst. Viele der Teilnehmer schätzen besonders die familiäre Atmosphäre innerhalb der Gruppen.

von Niklas Mallitzky

Bergkamen

, 18.08.2019, 17:53 Uhr / Lesedauer: 2 min

Mit Hammer und Meißel macht sich Ralf Surmann an die Arbeit. Vor ihm steht ein Sandsteinrohling, die Form lässt das Motiv schon deutlich erkennen. Zwei Bögen bilden zusammen ein Herz, bisher sind die Bögen noch relativ gleichförmig. „Den Rohling habe zuhause aus einem Sandsteinblock gefertigt, verrät Surmann. „Das würde sonst zuviel Zeit in Anspruch nehmen.“

Außerdem sei der Block sonst auch zu schwer für den Transport gewesen, immerhin rund 250 Kilogramm wog der vorher. Die Vorarbeit hat das Gewicht auf etwa 50 Kilo reduziert. Zum sechsten Mal nimmt Surmann an der Sommerakademie teil, die vom 18. bis zum 24. August stattfindet.

Das große Treffen der Künstlerfamilie auf der Ökostation

Wolfgang Boldt bearbeitet bei den Holzschnitzern einen Espenstamm, den er sich selbst mitgebracht hat. © Stefan Milk

Seit 23 Jahren treffen sich 80 Künstler

Seit 23 Jahren bietet die Ökologiestation die Sommerakademie an, die Teilnehmerzahl ist dabei stets auf rund 80 Teilnehmer begrenzt. „Zusammen mit den Kursleitern sind das rund 100 Leute“, erklärt Michael Bub von der Ökologiestation. „Mehr Teilnehmer können wir aus infrastrukturellen Gründen nicht aufnehmen, außerdem bleibt so eine familiäre Atmosphäre erhalten.“ Viele der Teilnehmer würden genau diese Atmosphäre besonders schätzen und kennen sich mittlerweile gut.

Harald K. Müller ist der Kursleiter der Steinbildhauerei, die meisten der Kursteilnehmer hätten schon Erfahrung, erklärt er: „Die Werkzeuge stelle ich zur Verfügung. Kreative Hilfe muss ich kaum geben.“ Seine Aufgabe bestehe dann eher darin, gemeinsam mit den Teilnehmern zu schauen, was technisch möglich sei. Viktoria ist die jüngste Kursteilnehmerin, gemeinsam mit ihrer Mutter hat auch sie schon mehrfach den Kurs besucht. „In diesem Jahr möchte ich eine Figur in den Stein hauen, die Idee dazu kam mir heute Morgen.“

Das große Treffen der Künstlerfamilie auf der Ökostation

Die Australierin Annette Jenssen ist gerade zu Besuch in Westfalen und nutzt diesen Urlaub auch zur Teilnahme an der Sommerakademie. Sie hat sich für die Malerei entschieden. © Stefan Milk Stefan Milk

Viele bringen ihr eigenes Material mit

Auch bei der Holzbildhauerei haben die meisten Kursteilnehmer ihre eigenen Hölzer mitgebracht. Blutige Anfänger seien genauso Teil der Gruppe wie erfahrene Bildhauer, so Kursleiterin Ulrike Weidmann: „Natürlich habe ich auch Hölzer mitgebracht, falls jemand kein eigenes dabei hat.“ Gisbert Groth ist pensionierter Lehrer und hat Erfahrung bei der Holzbearbeitung. Rund 25 Kilogramm wiege sein Walnuss-Block, schätzt er. Am Ende soll daraus ein Torso im langen Damenkleid werden.

Sabine Schulte besucht den Kurs zum ersten Mal, in den vergangenen Jahren hat sie sie den Kurs „Freie Malerei“ besucht. „Dort waren dieses Mal schon alle Plätze vergeben, also habe ich mal was Neues ausprobiert.“

Der Stamm, den sie bearbeitet, besteht aus Zirbelkiefern-Holz. Ihr Projekt ist ambitioniert, sie möchte ein Ende des Stammes in eine Kugel verwandeln.

Das große Treffen der Künstlerfamilie auf der Ökostation

Ulrich Maetschke bearbeitet einen Lindenstamm, um daraus einen Elefanten zu gestalten. © Stefan Milk Stefan Milk

Kurs mit Druckgrafiken

Im Inneren der Ökologiestation geht es farbenfroh zur Sache. Tania Mairitsch-Korte leitet den Kurs „Druckgrafik“. Dabei werden Motive auf Kupferplatten aufgebracht. Marie Neumann-Vervaart ist gebürtige Niederländerin, wohnt aber schon lange in Werne. Drei Druckplatten hat sie mit dem Verfahren hergestellt. Mit einer Presse werden die drei gleichen Motive, ein Mann und eine Frau in einer Umarmung, zu einem bunten Werk vereint. Doch Neumann-Vervaart ist noch nicht zufrieden: „Die Drucke liegen nicht exakt übereinander. Aber in der kommenden Woche werde ich das hoffentlich noch perfektionieren.“Am Samstag, 24. August, endet die Sommerakademie. Ab 15 Uhr stellen die Teilnehmer der insgesamt sechs Kurse dann ihre Werke der Öffentlichkeit vor.

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