Das Ende einer Tradition: „Wir finden einfach keine Frauen mehr, diese Aufgabe weiterzuführen!“

dzLetztes Frauenfrühstück

Das Frauenfrühstück in Weddinghofen: Seit 25 Jahren eine Tradition. Am Samstagvormittag geht diese Erfolgsgeschichte nun zum Leidwesen aller Beteiligten im Martin-Luther-Haus zu Ende.

von Klaus-Dieter Hoffmann

Bergkamen

, 23.11.2019, 15:16 Uhr / Lesedauer: 2 min

Seit nunmehr stolzen 25 Jahren und doppelt so vielen Treffen ist das überkonfessionelle „Frauenfrühstück“ ein Termin, welchen sich viele Bergkamener Frauen immer ganz dick in ihrem Kalender „angemarkert“ haben. Am Samstagvormittag ging diese Erfolgsgeschichte nun zum Leidwesen aller Beteiligten im Martin-Luther-Haus in Weddinghofen zu Ende.

„Wir finden einfach keine Frauen mehr“

„Wir finden einfach keine Frauen mehr, die es sich zutrauen, diese verantwortungsvollen und zugleich ehrenamtlichen Aufgaben weiterzuführen“, erzählt Gabriele Welzel, die von Anfang an das Organisationsteam von meist zwölf äußerst engagierten Frauen geleitet hatte. Und besonders in die Fußstapfen von Gabriele Welzel zu treten, dürfte daher auch so manche interessierte Frau abgeschreckt haben, laufen bei ihr doch schließlich alle entscheidenden Fäden zusammen.

Denn wie man auch am Samstagvormittag wieder einmal feststellen konnte, handelt es sich beim überkonfessionellen Frauenfrühstück keineswegs nur um ein leckeres Frühstück mit allen drum und dran. Zugleich gibt es nämlich seit 25 Jahren auch immer ein ansprechendes Programm, das den fragenden und zugleich den nach Harmonie strebenden Geist befriedigt.

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Den Jazztrompeter Edmund Held mitgebracht

Für Letzteres konnte Gabriele Welzel mit dem Pianisten Wilfried Schewik einmal mehr einen guten „alten“ Bekannten beim Frauenfrühstück begrüßen, der für die anspruchsvolle musikalische Umrahmung zugleich auch den Jazztrompeter Edmund Held mitgebracht hatte. Mit den sanften Klängen des „Chanson de Matin“, einem etwas anderen Morgenlied von Edgar Elgar, und dem „Street Tango“ von Piazolla, stimmten die beiden Jazzmusiker dezent auf das Frauenfrühstück ein.

Ins Leben gerufen wurde das von Anfang an äußerst beliebte Frauenfrühstück seinerzeit im inzwischen nicht mehr existierenden Wichernhaus von der Pastorenfrau Rita Patro, die natürlich mit einem lachenden und einem weinenden Auge der Einladung zum letzten Frauenfrühstück gefolgt war.

Nicht ganz allein am Frühstückstisch sitzen

Mit dem Frauenfrühstück wollte sie damals einen Treffpunkt schaffen, so Patro, wo sich Frauen unter einander austauschen oder einfach nur gesellig beieinander sitzen konnten. „Die einen freuten sich dabei, einmal nicht ganz allein am Frühstückstisch sitzen zu müssen, die anderen freuten sich angesichts ihrer großen Familie, endlich einmal in Ruhe frühstücken zu dürfen“, schmunzelte Rita Patro.

Für das wieder einmal spannende Referat konnte Gabriele Welzel dieses Mal die kreative Kinder- und Familientherapeutin Annelie Rehra gewinnen. „Wir leben nur einmal“, so der nur auf den ersten Blick etwas provokante Titel. Denn gemeint sei damit, so Annelie Rehra, sich nicht zu sehr in der eigenen Vergangenheit oder gar in einer ungewissen Zukunft zu verrennen, sondern vielmehr in dem Hier und Heute zu leben und dabei jeden Augenblick bewusst wahrzunehmen. Mit einer meditativen „Achtsamkeitsübung“ versuchte Annelie Rehra dann gemeinsam mit den Frauen, genau diesen besonderen Moment des „Jetzt“ zu erspüren.

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