Die Gaststätte Deutsches Eck ist endgültig geschlossen. Ein Interessent hat sich bei der Stadt schon nach den Bedingungen des Denkmalschutzes erkundigt. © Stefan Milk
Gastronomie

Das „Deutsche Eck“ ist geschlossen und soll einen neuen Eigentümer bekommen

Die Traditionsgaststätte „Deutsches Eck“ wird nicht wieder eröffnen. Der Erbe ist offenbar dabei, das denkmalgeschützte Gebäude an der Landwehrstraße zu verkaufen.

In Bergkamen geht das Gaststätten-Sterben offenbar weiter: Wer an der Bergkamener Traditionsgaststätte „Deutsches Eck“ an der Kreuzung Landwehrstraße/Bambergstraße vorbei geht, sieht auf dem ersten Blick, dass die Gaststätte nicht nur wegen des Lockdowns in der Corona-Pandemie geschlossen ist. Die Rollladen im Erdgeschoss sind heruntergelassen, die Fenster alle geschlossen. Der gesamte Komplex sieht verlassen aus. „Früher waren oben die Fenster ab und zu zum Lüften geöffnet. Aber das habe ich schon seit Wochen nicht mehr gesehen“, berichtet eine Nachbarin.

Telefon und Internetanschluss sind abgemeldet

Im Internet ist die Gaststätte zwar noch zu finden, aber mit dem Vermerk „dauerhaft geschlossen“. De angegebene Telefonnummer ist tot. Wer sie wählt hört die Ansage „Diese Nummer ist uns nicht bekannt“. Auch ein Versuch, über die angegebene Mail-Adresse Kontakt aufzunehmen scheitert: Die Mail kommt zurück, weil der Server die Adresse nicht findet.

Ob die Gaststätte schon verkauft ist oder ob die Erben noch einen Käufer suchen, lässt sich nicht herausfinden. Die Stadt Bergkamen bestätigt aber, dass es einen Käufer oder zumindest einen ernsthaften Interessenten für das „Deutsche Eck“ gibt. Ein Interessent habe bei der Stadt vorgesprochen, heißt es. In dem Gespräch sei es um die mögliche Nutzung des Gebäudes gegangen und welche Einschränkungen es durch den Denkmalschutz es gebe.

Denkmalschutz für eines der wenigen alten Gebäude in Bergkamen

Das Deutsche Eck war nicht nur eine der letzten traditionellen Gaststätten in Bergkamen. Das um 1900 erbaute Gebäude ist auch eines der wenigen, das die Luftangriffe auf Bergkamen in Zweiten Weltkrieg unbeschadet überstanden hatte und auch danach nicht verändert wurde. Deshalb hatte es die Stadt schon vor Jahren unter Denkmalschutz gestellt.

Die Gaststätte war auch eine der wenigen, die sich auch im Inneren in den vergangenen Jahrzehnten kaum verändert hatten. Das Wirtsehepaar führte noch sehr lange den Thekenbetrieb und vermietete Fremdenzimmer – vor allem an Monteure, die in Bergkamen oder der Umgebung zu tun hatten.

Vor allem aber war das Deutsche Eck eine der letzten Gaststätten, die es in Bergkamen überhaupt noch gab. Der Name wird übrigens fortbestehen, auch wenn es die Gaststätte unter diesem Namen nicht mehr geben wird: Unter Tage, fast direkt unter der Gaststätte, gibt es eine Stelle, die genau so heißt: Deutsches Eck.

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Redaktion Bergkamen
Geboren 1960 im Münsterland. Nach dem Raumplanungsstudium gleich in den Journalismus. Mag Laufen, Lesen, Fußball und den BVB ganz besonders. An den Bergkamenern liebt er ihre Offenheit. Die Stadt ist spannend, weil sie sich im Strukturwandel ganz neu erfinden muss und sich viel mehr ändert als in anderen Städten.
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