Darum dauert das Verfüllen des letzten Schachtes auf Haus Aden so lange

dzBergbau

Die RAG hat damit begonnen, die beiden letzten Bergkamener Bergbauschächte zu verfüllen. Besonders auf Haus Aden wird das noch lange dauern und das hat seinen Grund.

Bergkamen

, 25.10.2019, 16:23 Uhr / Lesedauer: 2 min

Es wird noch Monate dauern, bis auch der letzte Bergkamener Bergbauschacht verfüllt hat. Die RAG hat zwar mit den Arbeiten begonnen, die beiden Schächte auf den ehemaligen Zechen Haus Aden und Grimberg 1/2 zu verfüllen. Im Fall von Haus Aden werden diese Arbeiten sich aber noch lange hinziehen, wie Sprecher Ulrich Aghte von der RAG in Essen sagte.

Zurzeit ist das Unternehmen dabei, eine Art Bühne in den Schacht einzubauen. Sie soll verhindern, dass der Schacht komplett verschlossen wird, wenn er mit Beton verfüllt wird.

Platz für die Hüllrohre

Die RAG will sogenannten Hüllrohre durch den Beton im Schacht ziehen, um ihn weiterhin für die Wasserhaltung im östlichen Ruhrgebiet nutzen zu können. Über den Schacht Haus Aden 2 wird Grubenwasser in die Lippe gepumpt. Bisher hatte die RAG dafür fest unter Tage installierte Pumpen verwendet. Wenn der Grubenwasserspiegel künftig von über 1000 Meter unter der Erdoberfläche auf etwa 600 Metern ansteigt, sollen Tauchpumpen für die Wasserhaltung eingesetzt werden.

Die RAG will sie durch die Hüllrohre nach unten lassen. Der Vorteil: Für Reparaturen und Wartungsarbeiten können die Pumpen nach oben gezogen werden. Es muss niemand mehr dafür anfahren.

Aus diesem Grund ist das Schachtgerüst über dem Schacht Haus Aden 2 dann überflüssig. Die RAG will das Oberadener Bergbausymbol abreißen lassen, weil der Unterhalt zu teuer wird. Wann es möglicherweise dazu kommt kann Aghte noch nicht sagen.

Darum dauert das Verfüllen des letzten Schachtes auf Haus Aden so lange

Das Schachtgerüst über dem Schacht Grimberg 2 steht unter Denkmalschutz. Es bleibt stehen, obwohl er Bergbau es nicht mehr benötigt.

Förderturm steht nicht unter Denkmalschutz

Der Förderturm steht, anders als das Schachtgerüst über dem Schacht Grimberg 2, nicht unter Denkmalschutz, weil seine Bauart nicht einmalig ist. Der erst um 1980 gebaute Turm auf dem Grimberg-Gelände ist technisch einmalig, weil er als einziger in ganz Deutschland eine Drei-Scheiben-Seilanlage hat.

Die Verfüllung des Schachtes geht deutlich schneller als auf Haus Aden, weil er einfach nur mit Beton verschlossen wird, ohne einen durchgehenden Hohlraum zu erhalten.

Der Schacht Grimberg 2 ist zwar theoretisch der Reserveschacht für die Wasserhaltung. Falls er jemals benötigt wird, sieht Aghte aber in der Verfüllung kein Problem. Dann würde der Beton für die Hüllrohre einfach wieder aufgebohrt, sagte er.

Die Stadt Bergkamen überlegt, wie sie ihren letzten Förderturm zum Beispiel durch eine besondere Beleuchtung in Szene setzen kann. Auch an eine Nutzung für eine Art Bergbaumuseum ist gedacht.

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