Coronavirus: Das Bergkamener Bayer-Werk schottet sich ab

dzWirtschaft

Im Bayer-Werk Bergkamen sind Besucher willkommen in normalen Zeiten. Die sind aber wegen des Coronavirus erst einmal vorbei, das Unternehmen hat sich abgeriegelt. Das spüren nicht nur Mitarbeiter.

Bergkamen

, 16.03.2020, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Zumindest bei der Arbeit müssen sich die Mitarbeiter des Bergkamener Bayer-Werkes nicht an das neue Kontaktverbot gewöhnen. Wie Pressesprecher Martin Pape berichtet, gelten schon seit Ausbruch des Coronavirus strenge Hygiene-Regeln. Dazu zählt auch, dass die Kollegen mindestens zwei Meter Abstand von einander halten.

Zudem hat sich das Werk bereits in der vorvergangenen Woche von der Öffentlichkeit abgeschottet. „Es dürfen nur noch Besucher auf das Gelände, die für die Aufrechterhaltung des Geschäftsbetriebes unbedingt notwendig sind“, berichtet Pape. Das dürften nicht allzu viele sein.

Absagen von Praktika und Girls‘ Day

Pape und seine Kollegen aus der Abteilung Öffentlichkeitsarbeit mussten zudem jede Menge Absagen verschicken. Zum Beispiel an Schüler oder Studenten, die eigentlich ein Praktikum bei Bayer absolvieren wollen. Auch der „Girls‘ Day“ am 26. März entfällt. An jenem Tag sollten sich eigentlich Schülerinnen in der Arbeitswelt an vermeintlich typische männlichen Arbeitsplätzen ausprobieren. „Dafür hatten wir 70 Plätze vorgesehen“, sagt Pape. Die sind jetzt gestrichen.

Ebenso Führungen für Besuchergruppen, die das Werk besichtigen wollen. „Normalerweise haben wir fast jede Woche eine auf dem Gelände“, meint Pape. Diese Besichtigungstouren werden bis auf weiteres ausfallen. Auch Besuche von Geschäftspartnern oder Bayer-Mitarbeitern sollen entfallen, wenn sie nicht absolut notwendig sind.

Die Produktion läuft ungestört

Die Produktion im Werk läuft aber nach Papes Angaben noch völlig ungestört und ohne Einschränkungen. Auch von Lieferengpässen ist Bayer Bergkamen bisher nicht betroffen.

Zudem ist bisher laut Pape auch kein Corona- oder Verdachtsfall in der Belegschaft bekannt geworden. Gleichwohl hatte Bayer bereits vor der Abriegelung des Werkes interne Vorsichtsmaßnahmen ergriffen. So werden alle nicht absolut unerlässlichen Meetings und Besprechungen abgesagt. Die Kantine erweitert ihre Öffnungszeiten und führt Zeitfenster ein, damit nicht alle Mitarbeiter gleichzeitig essen gehen.

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Zudem sind wichtige Mitarbeiter, zum Beispiel aus der Werkleitung angewiesen, keine gemeinsamen Termine mehr mit ihren Stellvertretern zu absolvieren, damit im Fall einer Infektion nicht alle auf einen Schlag ausfallen. Bayer werde die Entwicklung der Coronakrise weiter beobachten und auch weitere Maßnahmen ergreifen, wenn es notwendig ist, sagte Pape.

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