Corona-Krise setzt auch Meyers Gute Stuben in Oberaden mächtig zu

dzGastronomie in Bergkamen

Die gut bürgerliche Küche von Ute Meyer aus „Meyers Guten Stuben“ in Oberaden ist gefragt. Die Corona-Krise hat allerdings einiges verändert – aber eben nicht die Gerichte.

Bergkamen

, 18.05.2020, 17:15 Uhr / Lesedauer: 2 min

Ein Schnitzel brutzelt in der Pfanne. Das ist bei Ute Meyer in Oberaden fast täglich der Fall. Seit der Corona-Krise aber nur noch mittags. Da steht sie an den Töpfen und bereitet gut 15 bis 20 Mittagessen zu. „Wir haben glücklicherweise einen Mittagstisch und beliefern täglich Senioren in Bergkamen und Kamen“, weiß die 53-Jährige, dass die Zeiten schwerer geworden sind.

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Am 1. April hat die Oberadenerin nach der Corona-Schließung den Außer-Haus-Verkauf gestartet. „Wir mussten wieder an die Töpfe, immerhin muss die Pacht bezahlt werden.“ Seit dem läuft es, Essen geht aber nur raus.

"Guten Appetit": In Mayers Guten Stuben gibt´s gute bürgerliche Küche.

"Guten Appetit": In Mayers Guten Stuben gibt´s gute bürgerliche Küche. © Thorsten Teimann

Nachdem Ute Meyer in der vergangenen Woche wieder ihr Lokal von 17 bis 21 Uhr öffnen durfte, kommt aber kaum ein Gast in die Räume an der Jahnstraße 42. „Ich bin quasi auf alles vorbereitet, habe Hygiene-Vorgaben bekommen und genug Platz. Aber es kommt kaum jemand.“ Dabei lief es vor Corona noch richtig gut.

Erinnerungen an das Jahr 1992 werden wach

Zeitweise fühlt sich die Köchin in das Jahr 1992 zurückversetzt. „Damals hatte ich das erste Mal geheiratet und einen anderen Namen angenommen. Aber dieser Name konnte wohl laut Volksmund nicht so gut kochen wie der alte Meyer. Da blieb von einem auf den anderen Tag die Kundschaft aus. Kaum zu glauben.“

„Ich mache auch bei Bedarf Eintöpfe, die sind bei den älteren Menschen beliebt.“
Ute Meyer

Dabei hat sich in den gemütlich eingerichteten Räumen nichts verändert. Auch die Rezepturen des gebratenen Schweinefilets oder des Rumpsteaks sind die gleichen. „Ich mache auch bei Bedarf Eintöpfe, die sind bei den älteren Menschen beliebt“, sagt Ute Meyer in der Küche und nimmt zwei Stangen Spargel aus dem Topf.

Ute Meyer hat die „Guten Stuben“ außer montags und dienstags täglich von 17 bis 21 Uhr geöffnet.

Ute Meyer hat die „Guten Stuben“ außer montags und dienstags täglich von 17 bis 21 Uhr geöffnet.

Wahrscheinlich habe es sich noch nicht herumgesprochen, dass „man auch bei uns im Lokal wieder essen darf“, bleibt sie jedoch zuversichtlich. „Die Gastronomie ist eben mein Ding. Ich mache das hier seit 37 Jahren mit Herz und Seele.“ Als 17-Jährige half sie schon im Familienbetrieb von Vater Willi, kellnerte und bediente die Kunden.

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Jetzt ist es in den Corona-Zeiten erschreckend ruhig geworden. Die Fremdenzimmer stehen noch leer, Familienfeiern bleiben aus. Für Vatertag ist lediglich ein Tisch reserviert worden. Einzig die erst jetzt beantragte Corona-Unterstützung durch den Staat zaubert Ute Meyer ein Lächeln ins Gesicht. „Den Antrag habe ich lange vor mir hergeschoben. Man will ja irgendwie nicht Stütze vom Staat beantragen. Jetzt ist das Geld aber da.“

Gastronomie in Corona-Zeiten
  • Restaurants, Kneipen, Eisdielen dürfen wieder öffnen – aber unter strengen Auflagen.
  • Wir nehmen das zum Anlass, uns vor Ort ein Bild zu machen, wie der Betrieb in Corona-Zeiten läuft.
  • In loser Folge stellen wir unsere heimischen Lokale vor.
  • Tische bei Meyers Guten Stuben in der Jahnstraße 92 in Oberaden können unter Tel. (02306) 940 449 0 reserviert werden.
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