Comeback für Bergkamenerin hinter der heißen Theke

Verkaufshit

Eigentlich hatte Bärbel Wienecke mit ihrem Berufsleben abgeschlossen. Die gelernte Verkäuferin ist seit 2009 Rentnerin. Doch weil ihr Käsesalat so gut schmeckt und sie so viele Bergkamener kennt, kam sie zurück.

Bergkamen

, 07.08.2018, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Comeback für Bergkamenerin hinter der heißen Theke

Zweimal in der Woche steht Bärbel Wienecke noch an der Heißen Theke, den Rewe am Nordberg anbietet. Und natürlich gibt es dort auch ihren Käsesalat, den die 69-Jährige schon seit über 20 Jahren für ihre Kunden zubereitet.

Nun ist ihr Platz aber nicht mehr hinter der Käsetheke im Rewe am Nordberg, sondern hinter der „Heißen Theke“. Und auch dort fühlt sie sich wohl. „Sie haben mich gefragt, ob ich stundenweise wiederkommen möchte und ich konnte nicht Nein sagen“, sagt die 69-Jährige.

Seit 1975 hat die Bergkamenerin, die eigentlich aus Norddeutschland stammt, im Lebensmittelmarkt am Nordberg als Verkäuferin gearbeitet. Ganz zu Anfang noch unter der Federführung von Schnückel, doch die Lieferungen kamen von Rewe. 15 Jahre stand Bärbel Wienecke allein hinter der Käsetheke. Besonderes Kennzeichen: Ihr selbst gemachter Käsesalat. Tag für Tag hat sie den gekochten Schinken, Käse, Schnittlauch, Äpfel, Zwiebel, Gartenkräuter, Majo und Joghurt geschnibbelt, verrührt und abgeschmeckt.

Käse und Fisch

Weil die Kunden irgendwann den Käsesalat für sich entdeckt hatten und die Nachfrage groß war. Ebenso wie der Matjessalat, den Bärbel Wienecke frisch zu bereitet. Sie freut sich, wieder in Bergkamen zu arbeiten. Stillsitzen kann sie sowieso nicht und will sie auch nicht. Bevor sie im Februar 2017 zurück an die Heiße Theke und ins Bergkamener Kaufhaus kehrte, arbeitete sie für ihre Tochter in einem Fischwagen in Hamm. Sechs Jahre lang. Doch als die Anfrage aus Bergkamen kam, kehrte sie gern zurück an den Nordberg. Nun brät sie Frikadellen und Reibekuchen, schneidet Fleischkäse, reicht geräucherten Fisch und kennt einen Großteil derjenigen, die hungrig zu ihr kommen, nur zu gut. Und die Stammkunden mit Namen. Auf dem Weg vom Personalraum durch den Lebensmittelbereich zur heißen Theke gibt es schon vormittags erste Nachfragen, ob sie denn schon die Reibeplätzchen fertig habe. Nein, hat sie nicht, aber gleich. Und ja, auch der Käsesalat steht schon angerichtet in der Kühltheke, ebenso wie der Matjessalat. Zeit für ein kleines Gespräch ist immer. Die Kunden kennen die Dame hinter der Theke, sie die Kunden.

Plätzchen mit Gespräch

Die Reibeplätzchen sind schnell ausverkauft, wer öfter kommt, lässt sie sich zurücklegen. Trotz der vielen Päckchen, die warm gehalten werden, Wienecke verliert nie den Überblick und weiß, wer wie viele Plätzchen bekommt – mit oder ohne Apfelmus. Dabei mochte Bärbel Wienecke Bergkamen erst gar nicht.

Mit 15 Jahren hat sie ihren Mann kennengelernt, ist mit ihm aus der Nähe von Papenburg hierher gezogen. „Damals dachte ich, hier sind ja nur Zechen“, erinnert sie sich. Doch mittlerweile – das Paar feierte im vergangenen Jahr Goldhochzeit – hat die Seniorin die Stadt und ihre Menschen schätzen gelernt.

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