Dass Rauchmelder Leben retten, hat sich inzwischen herumgesprochen. Doch es gibt noch andere Alarmgeräte, die vor einer Gefahr warnen, die man weder riechen noch sehen kann: CO-Melder.

Bergkamen

, 20.02.2019, 18:24 Uhr / Lesedauer: 3 min

Einen solchen haben die Bewohner eines Hauses an der Bogenstraße in ihrem Heizungskeller installiert. Und das hat sie Ende Januar vor einer lebensbedrohlichen Situation bewahrt. Ein Defekt in der Kohleheizung führt dazu, dass Kohlenmonoxid (CO) ausströmte. Der Melder registrierte das und gab ein schrilles Warngeräusch von sich. Die Bewohner flüchten sofort ins Freie und alarmierten die Feuerwehr.

CO-Melder warnen vor der unsichtbaren Gefahr aus dem Kamin oder der Heizung

Im Januar rückte die Feuerwehr zu einem CO-Einsatz an der Bogenstraße aus. Ein Warngerät hatte die Bewohner alarmiert. © Stefan Milk

CO ist ein tückisches Gift

„Sie haben genau richtig reagiert“, sagt der Bergkamener Feuerwehrchef Dietmar Luft. Und der Fall ist für ihn auch ein Beispiel dafür, wie existenziell wichtig so ein CO-Melder ist. „Kohlenmonoxid ist ein tückisches Gift“, sagt Luft. Man riecht es nicht, man schmeckt es nicht. Und sehen kann man es natürlich auch nicht. Aber wer es einatmet, gerät schnell in Lebensgefahr: Das CO gelangt über die Lunge in den Blutkreislauf und verdrängt den Sauerstoff. Bei einer hohen Konzentration an Kohlenmonoxid wird der Mensch bewusstlos - und wenn es ganz schlecht läuft, wacht er nie wieder auf.

Die Gefahr droht nicht bei völlig leichtsinnigen Ideen, wie einen Holzkohlengrill in einer geschlossenen Wohnung aufzustellen. Luft kennt auch einen Fall, bei dem Menschen in Gefahr gerieten, weil sie beim Aufbau für eine Party einen Heizpilz aufstellten. Auch das kann dazu führen, dass die kohlenhaltigen Stoffe nur unvollständig verbrannt werden, der Sauerstoff verdrängt wird und die CO-Konzentration lebensbedrohliche Höhen erreicht.

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Gefahr aus der defekten Heizung

Aber wie der Fall an der Bogenstraße zeigt, kann auch ein Defekt an der Heizung Lebensgefahr hervorrufen. Auch durch verstopfte Abluftrohre von Gasthermen, Ölheizungen oder Kaminöfen kann Kohlenmonoxid in Wohnräume gelangen. Und wer einen offenen Kamin hat, sollte sich auch mit der CO-Gefahr befassen. Zum Beispiel, weil ein Vogelnest den Kamin verstopft und das lebensgefährliche Gas nicht richtig abzieht. „Deshalb sollte man den Schornstein regelmäßig vom Schornsteinfeger kontrollieren lassen“, sagt Luft. Auch Heizungen, Gasthermen und Durchlauferhitzer sollten regelmäßig von Fachleuten gewartet werden.

CO-Melder warnen vor der unsichtbaren Gefahr aus dem Kamin oder der Heizung

Andreas Schultze, stellvertretender Wachenleiter und organsiatorscher Leiter des Rettungsdienstes für Kamen, Bergkamen und Bönen, zeigt ein professionelles Messgerät, das die Feuerwehr bei CO-Einsätzen verwendet. © Stefan Milk

CO-Melder kostet um die 20 Euro

Bei akuter Gefahr hilft das allerdings nicht. Vor der kann nur ein CO-Melder warnen. Der sieht so ähnlich aus wie ein Rauchmelder und ist wie dieser im Fachhandel und im Baumarkt erhältlich. Er kostet ab 15 bis 20 Euro aufwärts. Und bei der Sicherheit sollte man nicht sparen. Luft empfiehlt auf jeden Fall ein zertifiziertes Gerät zu kaufen. Wenn auf dem Gerät oder der Verpackung das BSI- oder LBCP-Prüfzeichen abgebildet ist, sind die Käufer auf der sicheren Seite.

Auch wenn ein CO-Melder aussieht wie ein Rauchmelder und eine ähnliche Funktion erfüllt, funktioniert er ein wenig anders. „Er misst mit einem elektrochemischen Sensor den Kohlenmonoxidgehalt der Raumluft“, erläutert Luft. Rauchmelder hingegen arbeiten mit einer Foto-Optik. Zudem werden Rauchmelder sinnvollerweise an der Decke befestigt, die CO-Melder an die Wand etwa in Nasenhöhe „Deshalb gibt es auch keine kombinierte CO- und Rauchmelder“ sagt Luft. Und Kohlenmonoxid-Melder warnen - wie der Name schon sagt - ausschließlich vor CO. Für andere Gase wie Methan, Butan oder Propan gibt es spezielle Gasmelder.

Die besten Orte für die CO-Melder

Bleibt die Frage, wo man den CO-Melder am besten installiert. Zum einen natürlich in der Nähe der potenziellen Gefahrenquelle wie Thermen oder Heizungsanlagen. Um Fehlalarme zu vermeiden, sollte aber ein gewisser Abstand eingehalten werden. Und weil CO auch und gerade im Schlaf töten kann, empfehlen Fachleute, die Geräte auch in Schlafzimmern aufzuhängen.

Bei Alarm: Nichts wie raus

Und wenn der Alarm losgeht? „Dann sollte man so schnell wie möglich das Haus verlassen“, sagt Luft. Und dann den Feuerwehr-Notruf 112 wählen. Wichtig sei es aber auch, andere Menschen, zum Beispiel Mitbewohner oder Nachbarn in Mehrfamilienhäusern zu warnen, sagt Luft. Wegen der Erstickungsgefahr sollte man aber auch gar keinen Fall noch einmal in das Gebäude zurückgehen.

Das übernehmen dann die Feuerwehrleute, die mit Atemschutzgeräten ausgestattet sind. „Wir messen dann die CO-Konzentration“, beschreibt Luft das Vorgehen der Brandbekämpfer. „Wenn sie zu hoch ist, kommen unsere Hochleistungslüfter zum Einsatz.“

Rückkehr nach dem Lüften

Danach können die Bewohner in aller Regel in das Haus zurückkehren. So war es auch in der Bogenstraße, wo der CO-Melder die Bewohner rechtzeitig vor der Lebensgefahr warnten. Allerdings riefen sie auch einen Fachmann, der sich die defekte Heizung ansah.

Schutz vor CO

  • Die Initiative zur Prävention von Kohlenmonoxid-Vergiftungen hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Menschen in Deutschland vor den Gefahren von CO zu warnen und den Schutz durch CO-Melder zu propagieren.
Informationen gibt es auf der Homepage der Initiative
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