CDU will das Fällen von Bäumen in Schönhausen auf frühestens 2021 verschieben

dzPlatanen-Alleen

Die CDU will im nächsten Jahr noch kein Geld für das Fällen und Neuanpflanzen von Bäumen in Schönhausen ausgeben. Dazu wird es 2020 ihrer Ansicht nach ohnehin noch nicht kommen.

Bergkamen

, 28.11.2019, 12:54 Uhr / Lesedauer: 2 min

Mehr als eine halbe Million Euro hat Kämmerer Marc Alexander Ulrich im Haushaltsplanentwurf 2020 für den „Umbau des Gehölzbestandes Schönhausen“ eingeplant. Dahinter verbergen sich Pläne der Stadt, einen Teil der über 100 Jahre alten Platanen in der Zechensiedlung zu fällen und durch neue Büsche und Bäume zu ersetzen.

Um zu ermitteln, welche Bäume gefällt werden müssen - zum Beispiel weil sie das Fundament von Häusern bedrohen - hat die Stadt eigens Vermesser und ein Landschaftsplanungsbüro aus Kamen engagiert. Dessen Gutachten ist zwar schon fertig, vom Stadtrat und seinen Ausschüssen aber immer noch nicht beraten. Zu welchen Empfehlungen die Landschaftsplaner gekommen sind, ist immer noch nicht öffentlich bekannt.

Ausschuss beschäftigt sich erst 2020 mit den Bäumen

Dazu wird es in diesem Jahr auch nicht mehr kommen, sagte der CDU-Stadtverbandsvorsitzende Marco Morten Pufke. Er muss es wissen: Pufke ist der Vorsitzende des Ausschusses für Umwelt, Bauen und Verkehr, der sich als erster mit dem Gutachten beschäftigen muss und der am 10. Dezember zum letzten Mal in diesem Jahr tagt.

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Der Christdemokrat geht davon aus, dass sich der Ausschuss frühestens in seiner ersten Sitzung 2020 mit dem Thema beschäftigt. Auch dann wird wahrscheinlich noch kein Beschluss gefasst. Die Stadtverwaltung hat empfohlen, die Pläne für die Schönhauser Bäume zuerst mit den Bewohnern der Zechensiedlung zu diskutieren, bevor eine Entscheidung über die Bäume fällt.

Pufke will der Empfehlung der Stadtverwaltung folgen und sie ernst nehmen, versicherte er. „Wir wollen über jeden einzelnen Baum in Schönhausen diskutieren“, sagte er.

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Pufke will sich mit Beratung mindestens ein Jahr Zeit nehmen

Das wird nach Ansicht der CDU-Fraktion mindestens ein Jahr lang dauern, sodass es frühestens 2021 zu den ersten Maßnahmen kommen kann. Dass die Mittel für die Aktion bereits im Haushalt vorgesehen sind, könne dazu führen, dass die Bewohner ein schnelles Fällen der Bäume befürchten - ohne Diskussion. „Wir sollten ein klares Signal geben: In diesem Jahr passiert nichts“, machte Pufke deutlich.

Der durch das Alleenkataster NRW geschützte Baumbestand in Schönhausen ist in die Diskussion geraten, weil die Bäume bei der kurz vor dem Ersten Weltkrieg gebauten Zechensiedlung zum Teil mit nur zwei Metern Abstand vor die Häuser gepflanzt wurden. Im Laufe von über 100 Jahren sind aus ihnen Baumriesen geworden, deren Wurzeln in solchen Fällen die Fundamente von Häusern bedrohen.

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