CDU-Bürgermeisterkandidat Thomas Heinzel eröffnet Wahlkampf mit Attacken auf SPD und Grüne

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Glaubt man Thomas Heinzel, dann macht in Bergkamen nur die CDU ordentliche Kommunalpolitik. Er muss das sagen: Heinzel ist Chef der Ratsfraktion – und nun auch Bürgermeisterkandidat.

Bergkamen

, 04.06.2020, 20:20 Uhr / Lesedauer: 2 min

Zumindest zwei Bergkamener Christdemokraten haben etwas dagegen, dass Thomas Heinzel Bürgermeister wird. Das dürfte dem Vorsitzenden der CDU-Ratsfraktion relativ egal sein: Die übrigen 37 stimmberechtigten Teilnehmer der Mitgliederversammlung in der Schützenheide votierten am Donnerstagabend für ihn. Damit machten sie Heinzel offiziell zum Konkurrenten von Bernd Schäfer (SPD) und Thomas Grziwotz (Grüne) bei der Bürgermeisterwahl am 13. September.

Die 39 stimmberechtigen CDU-Mitglieder aus Bergakamen verteilten sich im großen Saal der Schützenheide.

Die 39 stimmberechtigen CDU-Mitglieder verteilten sich im großen Saal der Schützenheide. © Stefan Milk

Nun muss Heinzel nur noch die Mehrheit der Bergkamener davon überzeugen, dass er der geeignete Nachfolger von Roland Schäfer (SPD) ist, der bekanntlich nicht mehr antritt. Heinzel will das mit einem personenzentrierten Wahlkampf tun, wie er in seiner Nominierungsrede ankündigte.

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Heinzel: Bernd Schäfer hat die SPD-Fraktion nicht im Griff

Darin ließ er an seinen Gegenkandidaten kein gutes Haar. Die SPD nicke ja doch nur ab, was die Verwaltung wolle. Als Vorsitzender habe Bernd Schäfer die Fraktion nicht im Griff, wie sich beim gespaltenen Abstimmungsverhalten über die hochumstrittene Umgehungsstraße L 821n gezeigt habe: „Ohne die CDU würde diese Straße nicht gebaut“, sagte Heinzel. Die Grünen sähen sich zwar als Opposition: Aber wenn es darauf ankomme, dann stimmten sie doch mit der SPD.

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Heinzel sagte auch, was er nicht will: Die Internationale Gartenausstellung 2027 zum Beispiel, die Bergkamen rund 550.000 Euro kosten werde. Heinzel hält das für Geldverschwendung. Wenn man Touristen in die Stadt locken wolle, solle man das Geld lieber in den Römerpark oder in die Bummansburg stecken.

Skepsis bei den Neubauplänen für Bad und Rathaus

Skeptisch sieht Heinzel die Pläne für ein neues Bad, ein neues Rathaus und für die Modernisierung des studio theaters. Die Baukosten seien angesichts der niedrigen Zinsen kein Problem. Er schaue auch auf die Betriebskosten, die regelmäßig anfielen. Ohnehin versprach der Kandidat eine „nachhaltige Haushaltspolitik“: „Wir nehmen die Wünsche der Menschen ernst, sagen ihnen aber auch, was nicht möglich ist.“

Thomas Heinzel stieß auf große Zustimmung, nur zwei Christdemokraten votieren bei der geheimen Wahl gegen ihn.

Thomas Heinzel stieß auf große Zustimmung, nur zwei Christdemokraten votieren bei der geheimen Wahl gegen ihn. © Stefan Milk

Den Klimaschutz schreibt Heinzel sich ebenfalls auf die Wahlkampf-Fahne. Er beansprucht es als Verdienst seiner Partei, dass in Bergkamen viele öffentliche Gebäude klimafreundlich saniert worden sind. Die Stadt habe das mit Fördermitteln von Land und Bund bezahlt, sagte Heinzel: In Düsseldorf und in Berlin habe schließlich die CDU das Sagen.

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