Cannabis-Züchter muss vor die höhere Instanz

dzDrogenprozess

Als die Polizei bei einem Bergkamener eine Cannabis-Plantage fand, legte der ein Geständnis ab. Vor Gericht zog er es nun allerdings zurück – deshalb droht ihm eine längere Haftstrafe.

von Sylvia Mönnig

Bergkamen

, 25.10.2018, 16:24 Uhr / Lesedauer: 1 min

Am Morgen des 19. Dezember kam es in der Wohnung des Bergkameners zur Durchsuchung und die Ermittler wurden fündig. Laut Anklage stießen sie neben der Plantage inklusive so genanntem Grow-Zelt und Belüftungssystem auf größere Mengen Marihuana und in greifbarer Nähe auf einen Schlagstock, ein Butterfly-Messer, einen Schlagring und weitere Messer. Darüber hinaus soll der 38-Jährige in 60 Fällen einem Abnehmer jeweils ein Gramm Marihuana verkauft haben.

Gewerbsmäßiger Handel mit Betäubungsmitteln und bewaffneter Drogenhandel wurden dem Bergkamener somit zur Last gelegt. Im Normalfall ein Verfahren, das am Landgericht verhandelt würde. Da der Mann bei seinem Haftprüfungstermin ein Geständnis ablegt hatte und zudem sogar die Verkäufe an den mutmaßlichen Stammkunden freiwillig einräumte, ging die Unnaer Schöffenrichterin davon aus, dass es sich um einen minderschweren Fall handeln könne. Und damit hätte das Verfahren im Falle einer Verurteilung nicht zwingend mit einer Mindeststrafe von fünf Jahren Haft enden müssen, was die Strafgewalt eines Amtsgerichts überstiegen hätte.

Allerdings relativierte der Bergkamener seine Einlassung am Donnerstag im Prozess in Unna. Er behauptete nun, ein Teil des Marihuanas sei verschimmelt gewesen. „Das war eigentlich Müll.“ Die Waffen deklarierte er mehr oder weniger als zufällige Besitztümer. Und, was die Drogenverkäufe betraf, bestritt er sie plötzlich. Die habe er nur eingeräumt, weil er im Haftprüfungstermin unter Druck gestanden habe.

Weder Appelle der Richterin und der Staatsanwältin, dass bei der Einlassung kein Raum für die Annahme eines minderschweren Falles sei, noch ein Vier-Augen-Gespräch mit seinem Anwalt konnten den Mann beirren. Er blieb dabei. Die Folge: Das Verfahren wurde an das Landgericht verwiesen. Und dem Bergkamener drohen im Falle eines Schuldspruchs mehrere Jahre im Gefängnis.

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