Burning Heart brennt in Corona-Zeiten auf Sparflamme

dzKultur in Bergkamen

Keine Schützenfeste, keine Firmenevents und kein Hafenfest in der Marina: Das Coronavirus trifft auch Musiker. Die Kultband Burning Heart nutzt die Auszeit – und zwar ganz musikalisch.

Bergkamen

, 16.07.2020, 17:15 Uhr / Lesedauer: 2 min

In 130 Autos hupen die zufriedenen Fans der Bergkamener und Kamener Band Burning Heart. Im Autokino in Werne rockten die Musiker das letzte Mal in der Corona-Pandemie – aber vor „ausverkauftem Haus“. „Das war mal etwas ganz anderes“, erinnert sich Thomas „Metal“ Leitmann. „Vor allem für die Fans war es ein einmaliges Erlebnis, da sie uns aus den Radios gehört haben und jeden Ton direkt mitbekamen. Da durften wir zwischen den Stücken nicht so viel Blödsinn erzählen“, lacht er.

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Dabei ist Veranstaltungstechnikern, Organisatoren und Musikbands gerade nun gar nicht zum Lachen zumute. Das Coronavirus legt einen ganzen Wirtschaftszweig lahm. Leitmann: „Der Auftritt im Autokino war schön, aber eigentlich warf das für die Organisatoren keinen Gewinn ab, wenn man die Kosten für Aufbau und Umbau abzieht. Es war eher ein Zeichen: Auch Live-Acts sind in Corona-Zeiten machbar.“

Musik nur noch im Probenraum

Seither tut sich herzlich wenig. Die acht Musiker von Burning Heart nutzen die Auszeit musikalisch. Im Probenraum wird weiterhin – wenn sich nicht gerade einer in Urlaub befindet – an den Gitarren gezupft und das Schlagzeug bearbeitet. Alles unter den Corona-Schutzbestimmungen. Schlagzeuger Volker „Flocki“ Unseld hat eine Spuckschutzwand bekommen und der eine oder andere Musiker steht auch schon einmal während der Probe im Vorraum und spielt von dort aus mit. Alles machbar.

Burning Heart arbeitet an den alten und an neuen Songs

„Wir haben uns mittlerweile mit der Situation abgefunden und machen das Beste daraus“, erklärt „Metal“ Leitmann. „Jetzt, wo auch die alten Scheiben wieder im Radio laufen, nehmen wir uns nach und nach unsere Stücke vor und arbeiten sie musikalisch etwas um.“ Dabei kommen quasi neue Songs heraus oder werden neue Stücke einstudiert.

Gute Stimmung ist garantiert, wenn Burning Heart wie hier beim Hafenfest vor fast 2500 Fans in der Marina auftritt.

Gute Stimmung ist garantiert, wenn Burning Heart wie hier beim Hafenfest vor fast 2500 Fans in der Marina auftritt. So dicht gedrängt dürfen die Fans der Band aber sicherlich so bald nicht mehr stehen. © Borys Sarad

Nach über 30 Jahren Burning Heart sehen die Musiker den Corona-Shutdown eher als eine Art Sabbatjahr wie bei Lehrern. Leitmann: „Dieses Jahr ist halt ruhiger. Und: Wir wollen mit Konzerten und Auftritten auch keinen Menschen in Gefahr bringen. Das ist uns allen bewusst geworden.“

„Eine ganze Branche liegt einfach von heute auf morgen brach.“
Thomas Leitmann

Auch wenn Leitmann & Co die Krise relativ gelassen nehmen, wissen sie aber auch, dass sie viele ihrer Kollegen hart trifft. „Wir machen zwar professionelle Musik, aber gehen alle noch nebenher einem anderen Beruf nach und sind von den Einnahmen nicht abhängig“, sagt der Band-Leader. „Das sieht bei vielen unserer Kollegen natürlich ganz anders aus. Eine ganze Branche liegt einfach von heute auf morgen brach.“

Erste Auftritt im September oder Oktober möglich

Wann es wieder mit dem ersten große Konzert losgeht, vermag aktuell niemand zu sagen. Burning Heart rechnet mit den ersten Auftritten nach den jüngsten Corona-Lockerungen wieder im September und Oktober. Das sind dann erste private Familienfeiern oder Firmenfeste. Mittlerweile sind zu solchen Festivitäten ja wieder mehr Gäste zugelassen. In der Öffentlichkeit stehen Burning Heart dann erst wieder in der Weihnachtszeit – vielleicht unplugged auf einem Weihnachtsmarkt.

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Auf der anderen Seite überlegt die Band aber auch, vielleicht im Januar ein eigenes Konzert zu geben. „Die Durststrecke war lang und die Leute haben wieder Lust, zu feiern“, hofft Leitmann, dass das 2021 wieder in einem angemessenen Rahmen möglich ist.

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