Bummannsburg soll durch Tafeln und das Museumsfest bekannter werden

dzStadtgeschichte

Über eines der wichtigsten Denkmale in ihrer Stadt wissen viele Bergkamener so gut wie nichts. Das soll sich ändern: Museumsleiter Mark Schrader will die Bummannsburg bekannter machen.

Bergkamen

, 23.03.2020, 16:04 Uhr / Lesedauer: 2 min

Ab Anfang Juli können Spaziergänger viel mehr über die Bummannsburg erfahren, deren Reste sich in dem Wäldchen nördlich des Ostenhellwegs gegenüber von Kaufland verbergen. Der 5. Juli ist der geplante Termin für die offizielle Übergabe der Schilder, die Interessierten erklären sollen, was die Erdwälle bedeuten, die noch im Wald zu sehen sind.

Die historische Skizze zeigt die Lage der Wälle der ehemaligen Bummannsburg. Mittlerweile ist ein Teil verschwunden, unter anderem weil ein Teil als Sand für Bauten verkauft wurde.

Die historische Skizze zeigt die Lage der Wälle der ehemaligen Bummannsburg. Mittlerweile ist ein Teil verschwunden, unter anderem weil ein Teil als Sand für Bauten verkauft wurde.

Ähnliche Gestaltung der Schilder wie im Römerlager

Die Schilder sollen ähnlich gestaltet sein wie die Hinweise auf dem archäologischen Lehrpfad auf dem Gelände des ehemaligen Römerlagers in Oberaden - jedoch mit einem Unterschied. „Die Schilder zur Antike sind in Rot gehalten und die Schilder zum Mittelalter in Blau“, sagt Mark Schrader, der Leiter des Stadtmuseums. Durch die neuen Schilder will er mehr Aufmerksamkeit erzeugen. Schrader hofft, dass die Wertschätzung für das Bodendenkmal wächst und es besser geschützt wird. Bisher war es immer wieder zu Zerstörungen gekommen, unter anderem durch Mountainbiker.

Auch die Schilder zu Bummannsburg sollen wie auf dem Römerlager-Gelände eine Art Rundweg bilden, der dem ehemaligen Naturlehrpfad folgen soll. Am Zugang zur Bummannsburg soll sogar ein Bild zu sehen sein, wie die Bummannsburg vor etwa 1200 Jahre einmal ausgesehen hat. Schrader will dazu ein Bild nutzen, das das ZDF vor einigen Jahren für eine Sendung anfertigen lassen hat. Der Museumsleiter hat sich die Nutzungsrechte für diesen Zweck gesichert.

Ungefähr so soll der Rundweg durch die Reste der Bummannsburg aussehen.

Ungefähr so soll der Rundweg durch die Reste der Bummannsburg aussehen.

Museumsfest mit Mittelalterlager in der Burg

Auch beim Museumsfest in diesem Jahr, das am 15. und 16. August geplant ist, soll diesmal die Bummannsburg im Mittelpunkt stehen.

Bummannsburg

Etwa 1200 Jahre alte Wallburganlage aus Holz

Die sogenannte Bummannsburg ist eine Wallburganlage und wurde wahrscheinlich zwischen 800 und 1000 aus Holz erbaut. Sie hatte eine militärische Bedeutung für die Umgebung. Noch im 13. Jahrhundert wurde sie von der Bevölkerung als Fliehburg bei Kriegen genutzt. Sie ist benannt nach einem Bauernhof, der sich bis 1847 in der Wallanlage befand. Erste Forschungen gab es schon 1780. Zunächst wurde die Burg aber irrtümlich für Reste eines Römerlagers gehalten. 1898 kam es zu einer ausführlichen Bestandsaufnahme. Seit 1990 steht die Bummannsburg als Bodendenkmal unter Schutz.

Dabei will Schrader schon einmal die mittelalterlichen Themen vorstellen, die nach dem Umbau des Museums Teil der Ausstellung zur Stadtgeschichte werden sollen. Das Konzept für das „Mittelalterlager“, das an den beiden Tagen geplant ist, entspricht dem Römerfest: Akteure sollen den Besuchern einen Eindruck vom Leben im Mittelalter vermitteln. Einen Mittelaltermarkt mit einem kommerziellen Angebot soll es aber nicht geben, sagt Schrader.

Ob das Fest in und an der Bummannsburg zustande kommt, hängt aber noch von vielen Faktoren an – und nicht nur davon, wie sich die derzeitige Corona-Krise entwickelt. Für das Fest sind Genehmigungen von diversen Behörden erforderlich – von der Unteren Landschaftsbehörde beim Kreis Unna über die Forstbehörde und die Denkmalbehörden bis zum Landesbetrieb Straßen NRW. Er redet mit, weil das Gelände an eine Landesstraße grenzt.

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