Bürgermeister verspricht Aufklärung bei geräumten Häusern

dzTöddinghauser Straße

Die Stadt will klären, wie die eklatanten Brandschutzmängel in den Häusern so lange übersehen werden konnten. Dabei geht es auch um die Rolle der städtischen Bauaufsicht.

Bergkamen

, 25.06.2019, 17:29 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Stadtverwaltung will aufklären, wie es zu den eklatanten Brandschutzmängeln in den geräumten Häusern an der Töddinghauser Straße kommen konnte. Dabei geht es auch um die Frage, inwieweit die städtische Bauaufsicht involviert war, sicherte Bürgermeister Roland Schäfer jetzt zu. „Wir wollen auch wissen, ob es auch Fehler bei uns gegeben hat“, sagte Schäfer. Die Stadtverwaltung werde alles sorgfältig untersuchen und arbeite dabei mit der derzeitigen Hausverwaltung zusammen, versicherte er.

Bürgermeister sieht keine Alternative zur Räumung

Die beiden Häuser mit insgesamt 60 Eigentumswohnungen waren Mitte Mai von der Stadt geräumt worden, weil die Bauaufsicht und die Brandschutzstelle beim Kreis Unna davon ausgehen, dass bei einem Brand in einem der beiden Häuser unmittelbare Lebensgefahr für die Bewohner besteht. Es habe eine intensive Diskussion gegeben, ob es eine Möglichkeit gegeben hätte, die Bewohner in ihren Wohnungen zu lassen, statt die Häuser zu räumen, versicherte Schäfer. „Aber das wäre alles zu gefährlich gewesen“, sagte er.

Untersuchung, ob Mängel hätten auffallen müssen

Bei den Untersuchungen geht es darum, ob die Brandschutzmängel nicht schon lange vorher hätten auffallen müssen. Ein von der Hausverwaltung eingeschalteter Gutachter hatte eine so lange Liste von Mängeln beim Brandschutz aufgelistet, die zum Teil so offensichtlich waren, dass es kaum glaubhaft klingt, dass sie bisher niemandem aufgefallen waren.

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Erste Evakuierung schon vor drei Jahren

Bei der Untersuchung wird es auch um einen Brand vor etwa drei Jahren gehen, bei dem die Feuerwehr die beiden Häuser erstmals evakuiert hatte. Damals war das Haus offenbar nicht auf Mängel beim Brandschutz untersucht worden. Das bedeute für die langjährigen Eigentümer allerdings vermutlich wenig, vermutete der Bürgermeister. Juristisch sei das möglicherweise für Eigentümer relevant, die eine Wohnung nach dem Brand gekauft hätten.

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Schäfer weist Anschuldigungen zurück

Schäfer verwahrte ich gegen Spekulationen, die zurzeit vor allem in den sozialen Medien kursieren. Dabei wittern Kritiker eine Verschwörung, um angeblich die beiden Häuser dem Investor zuzuschanzen, der die Turmarkaden abreißen und ein neues Einkaufszentrum bauen will. Alle Grundrisse, die der Investor vorgestellt habe, sparten die Häuser ausdrücklich aus, sagte er.

Der Bürgermeister versicherte auch, dass er die Unterbringung von Wohnungseigentümern in den städtischen Unterkünften nie als „Luxus“ bezeichnet habe. Er sei sich bewusst, dass die Bewohner unter sehr eingeschränkten Bedingungen leben müssten. Aber ein „Dreckloch“ seien die Appartements nicht.

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