Bürgermeister mahnt verbindliches Brandschutzkonzept für geräumte Häuser an

dzTöddinghauser Straße

Der Gutachter und die Eigentümer in den geräumten Häusern sind überzeugt davon, dass wieder ausreichender Brandschutz besteht. Der Bürgermeister möchte das nachprüfbar dokumentiert haben.

Bergkamen

, 06.08.2019, 14:12 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Bewohner der beiden geräumten Häuser können sich erst Hoffnung machen, wenn der Stadt ein verbindliches Konzept zur Brandschutzsanierung vorliegt. Bisher habe der von den Wohnungseigentümern beauftragte Gutachter Thomas Albrecht lediglich einen Entwurf für ein solches Konzept vorgelegt, kritisiert Bürgermeister Roland Schäfer. „Aufgrund eines bloßen Entwurfs können wir nicht beurteilen, ob der Brandschutz wiederhergestellt ist“, sagte der Bürgermeister. Wenn der Gutachter ein verbindliches Konzept vorlege, würden die Behörden bei einem Ortstermin prüfen, ob wieder ein ausreichender Brandschutz in den beiden Häusern hergestellt ist.

Diskussionen zwischen Behörden und Gutachter

Um Albrechts Entwurf gibt es schon seit Tagen Diskussionen zwischen den Vertretern der Behörden und dem Gutachter. Die Bergkamener Bauordnung und die Brandschutzstelle beim Kreis Unna halten die Maßnahmen, die Albrecht darin vorschlägt, für nicht ausreichend, um den Brandschutz in den beiden Wohnhochhäusern wieder herzustellen. Albrecht lehnt jedoch weitere Maßnahmen ab. Er hält die Mängelliste für „zu 98 Prozent“ abgearbeitet. Einen Teil der vorgeblichen Mängel hält er für nicht vorhanden. Einige Forderungen der Behörden hält er für unberechtigt, weil die Maßnahmen seiner Meinung nach dem Bestandschutz für die gut 45 Jahre alten Häuser widersprechen.

Demonstration der Eigentümer

Die Diskussion um die Häuser spitzt sich immer mehr zu. Am Wochenende hatte ein Teil der Wohnungseigentümer vor den Häusern dafür demonstriert, wieder in die Wohnungen einziehen zu dürfen. Nach ihrer Meinung sind die Brandschutzmängel behoben.

Schäfer ist jedoch der Meinung, dass es rechtlich nicht zulässig wäre, ohne Überprüfung eines verbindlichen Brandschutz-Sanierungskonzepts, die Bewohner wieder einziehen zu lassen. Er verteidigte, dass er zu der Protestkundgebung nicht gekommen ist. Das wird ihm in den sozialen Medien vorgeworfen. Er habe keine Probleme damit, mit den Betroffenen persönlich zu diskutieren, sagte er. „Ich war aber nicht eingeladen und bin deshalb auch nicht gekommen.“

Häuser in wenigen Stunden geräumt

Die Stadt hatte die beiden Häuser mit rund 60 Wohnungen und knapp 100 Bewohnern Mitte Mai wegen erheblicher Brandschutzmängel für unbewohnbar erklärt. Die Bewohner mussten die Häuser in wenigen Stunden verlassen. Ein Teil lebt seitdem bei Freunden und Verwandten oder in der städtischen Notunterkunft. Einige Mieter zogen in neue Wohnungen.

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