Bürgermeister: Kohle-Entschädigung muss Bergkamen zumindest indirekt zugute kommen

dzKohlekraftwerk Heil

Bergkamens Bürgermeister Roland Schäfer hat keine großen Probleme damit, wenn auch Kommunen ohne Kraftwerk von den Kohleausstiegs-Millionen profitieren. Dafür sieht er jedoch eine Bedingung.

Bergkamen

, 09.12.2019, 16:11 Uhr / Lesedauer: 2 min

Als es jüngst um die Verteilung der Beihilfen als Entschädigung für den Ausstieg aus der Kohleverstromung ging, herrschte im Bergkamener Stadtrat Empörung. Der Grund: Auch Kommunen aus dem Kreis, in denen es kein Kohlekraftwerk gibt, strecken ihre Hände nach den Mitteln aus.

Investition so, dass es auch den Kraftwerkkommunen zugute kommt

Der Bergkamener Bürgermeister Roland Schäfer jedoch hat nicht unbedingt etwas dagegen, dass die Mittel nicht nur nach Bergkamen, Lünen und Werne fließen – den Kommunen im Kreis, in denen es ein Kohlekraftwerk gibt. Schäfer hat jedoch eine Bedingung: Das Geld muss so investiert werden, dass das auch dem Arbeitsmarkt in den drei Kommunen zugute kommt. „Ich kann mir nicht vorstellen, dass ein großer Teil des Geldes in Fröndenberg investiert wird, wo wir nichts mehr davon haben“, sagt Schäfer.

Schäfer sieht den Kreis als Solidargemeinschaft, wenn es um neue Arbeitsplätze geht. Mit anderen Worten: Er hat nichts dagegen, wenn Arbeitsplätze in Kamen oder Werne entstehen, wenn dort auch Bergkamener Arbeit finden.

Das Geld sei ohnehin nicht dazu da, einen Ausgleich zu schaffen, wenn die Kraftwerke stillgelegt werden, sondern um die Region schon vorab gegen die Folgen des Kohle-Ausstiegs zu wappnen.

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Über 100 Arbeitsplätze und viel Gewerbesteuer

Das Kraftwerk in Heil ist für Bergkamen ein bedeutender Wirtschaftsfaktor. Es hat über 100 Arbeitsplätze und bringt der Stadt beträchtliche Gewerbesteuereinnahmen.

Der Bürgermeister geht nicht davon aus, dass die Fördermittel in die Aufbereitung der Kraftwerks-Standorte fließen, damit sich dort neue Gewerbebetriebe ansiedeln können. „Das ist eigentlich die Sache des jetzigen Kraftwerks-Eigentümers, der Steag“, sagte er.

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Technik könnte weiterverwendet werden

Schäfer hält es für möglich, dass die Steag einen Teil der Technik auf dem Gelände weiter nutzt – zum Beispiel für die Produktion von Wasserstoff als Kraftstoff. Wann das Kraftwerk stillgelegt wird, steht ohnehin noch nicht fest. Sicher ist nur, dass das bis 2038 sein wird, wenn Deutschland endgültig aus der Kohleverstromung aussteigt.

Es ist vorgesehen, die Bergkamener Kraftwerksfläche im neuen Regionalplan als „interkommunale Kooperationsfläche“ auszuweisen – als großes interkommunales Gewerbegebiet. Die Verabschiedung des Regionalplans liegt noch in weiter Ferne. Schäfer geht deshalb eher von einem Änderungsverfahren für den noch bestehenden Plan aus.

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