In anderen Städten, zum Beispiel in Fröndenberg, gibt es schon einen Bürgerbus. Das weckt auch Begehrlichkeiten in Bergkamen. © privat
Lückenschluss im Nahverkehr

Bürger für den Bürgerbus in Bergkamen gesucht

In vielen Städten gibt es Bürgerbus-Vereine, die ehrenamtlich Lücken im Nahverkehr schließen. So etwas kann sich die SPD auch in Bergkamen vorstellen. Der Weg zur Vereinsgründung ist aber lang.

„Ein Bürgerbus ist ein Nahverkehrsangebot, das sich in der Regel auf eine bürgerschaftliche Initiative gründet, um Lücken im öffentlichen Personennahverkehr auszugleichen“, heißt es auf Wikipedia. So etwas will die SPD in Bergkamen auch. Allerdings schlägt sie einen Weg ein, für den man den Begriff „bürgerschaftliche Initiative“ schon etwas weiter auslegen muss.

Geht es nach dem Antrag, den die SPD-Fraktion für die Haushaltssitzung des Stadtrates an diesem Donnerstag (15.45 Uhr Ratssaal im Ratstrakt) stellt, wird das Engagement zunächst einmal im Rathaus beginnen. Die Stadtverwaltung soll ein Konzept erarbeiten. An dessen Ende könnte dann die Gründung eines Vereins stehen, in dem Ehrenamtliche die Aufgabe übernehmen, den Bürgerbus zu organisieren und zu fahren.

„Die Idee stammt aus Weddinghofen“

Wenn sich denn Freiwillige melden. Und es überhaupt einen Bedarf für den Bürgerbus in Bergkamen gibt. Auch das soll die Verwaltung erst einmal ermitteln. Allerdings ist der stellvertretende Vorsitzende der SPD-Fraktion, Dieter Mittmann, überzeugt, dass sich Fahrgäste für so einen Bus finden ließen: „Die Idee stammt aus Weddinghofen.“ Dort sind die Einkaufsmöglichkeiten bekanntermaßen sehr beschränkt, sodass manche Weddinghoferinnen und Weddinghofer dankbar wären über ein Fahrgelegenheit zu einem weiter entfernten Supermarkt. In Oberaden ist die Situation rund um den Sundern ähnlich.

Dieser Bürgerbus rollt durch Nordkirchen. © Wilco Ruhland © Wilco Ruhland

Der erste Bürgerbus in NRW fuhr 1985, inzwischen gibt es rund 140 solcher Vereine, wie die SPD unter Berufung auf das Landesverkehrsministerium herausgefunden hat. Einige davon befinden sich in der Nachbarschaft.

Keine Konkurrenz für die VKU

Fraktionsgeschäftsführer Kevin Derichs hat zum Beispiel Kontakt nach Bönen aufgenommen, wo der Bürgerbus bereits fährt. In Holzwickede befindet sich der Verein in der Gründungsphase. Dort allerdings lassen sich auch die Probleme beim Bürgerbus betrachten. So legte die VKU, die den regulären Linienbetrieb im Kreis Unna betreibt, ihr Veto gegen einen Teil der geplanten Fahrtrouten ein, weil sie darin Konkurrenz sah. Die solle der Bergkamener Bürgerbus auf keinen Fall machen, versichert Mittmann.

Städtisches Geld soll er auch nicht kosten. Für die Finanzierung will die SPD über Fördermittel vom Land sichern. Die Stadt soll zwar 5000 Euro für den Bürgerbus bereitstellen. Aber die, so Mittmann, dienen nur als Ausfallbürgschaft, falls es bei der Vereinsgründung finanziell etwas schief geht.

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Redaktion Bergkamen
1967 in Ostwestfalen geboren und dort aufgewachsen. Nach Abstechern nach Schwaben, in den Harz und nach Sachsen im Ruhrgebiet gelandet. Erst Redakteur in Kamen, jetzt in Bergkamen. Fühlt sich in beiden Städten wohl.
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Johannes Brüne

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