Brutzeln am Bergkamener Kanal ist verboten

Bußgeld droht

Es könnte so schön sein: Sommer, Sonne und abends eine kleine Grillparty am Wasser. Doch selbst wenn es dazu in diesen Tagen immer wieder Pärchen und Grüppchen an den Kanal zieht: Hier ist Grillen verboten.

Bergkamen

, 19.07.2018, 16:55 Uhr / Lesedauer: 2 min
Das geht gar nicht: Grillen am Kanal ist verboten. Privat

Das geht gar nicht: Grillen am Kanal ist verboten. Privat

Auch wenn die Uferregion des Kanals zwischen Hamm und Datteln noch so sehr dazu einzuladen scheint. „Das Grillen ist nicht nur wegen der lang anhaltenden Trockenperiode und damit verbundenen Brandgefahr verboten, sondern grundsätzlich“, betont Martin Stachowiak vom Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Rheine. Er betreut die Kanalkilometer 45 bis 11 zwischen Hamm und Bergkamen. Dass dort im Sommer immer im mal wieder gegrillt wird, ist ihm und seinen Kollegen wohl bekannt.

Ein Funke, dann knallt´s

Selbst wenn einige Dinge, die am Datteln-Hamm-Kanal geschehen, zwar nicht erlaubt sind, aber dennoch geduldet werden – Grillen geht gar nicht. „Auf dem Kanal fahren Tank- und Kohleschiffe, je nachdem, was die gerade bei höheren Temperaturen ausgasen, da genügt nur ein Funke, und es knallt,“ erklärt Stachowiak. Deshalb bringen er und seine Kollegen Ausflügler, die am Kanal grillen, sofort zur Anzeige bei der Wasserschutzpolizei in Duisburg.

Wegen der Tank- und Kohleschiffe, die auf dem Kanal verkehren, ist das Grillen am Ufer ausdrücklich verboten. Milk

Wegen der Tank- und Kohleschiffe, die auf dem Kanal verkehren, ist das Grillen am Ufer ausdrücklich verboten. Milk © Stefan Milk

Dieses Bußgeld kostet in diesem Fall zwischen 35 und 75 Euro, bestätigt Stefanie Bersin, Sprecherin der Wasserschutzpolizei in Duisburg. Je nachdem, ob die Grillfans das erste Mal erwischt werden oder ob es sich um Wiederholungstäter handele. Es sei ein sehr sensibler Bereich, aber wer mit offenem Feuer und glühenden Stoffen an der Uferbefestigung eine Grillstelle aufbaue, begehe nun mal kein Kavaliersdelikt.

Das Ganze regelt die „Wasserstraßen Betriebsanlagen-Verordnung“, in der nachzulesen ist, dass Grillen am Kanal verboten ist. Zu den Dingen, die entlang der Wasserstraße eigentlich ebenfalls nicht erlaubt sind, aber immerhin geduldet werden, gehört das Schwimmen.

Schwimmer geduldet

Zumindest an einigen Stellen ist den Badenden so der Sprung in den Kanal gegönnt. In Bergkamen ist dies allerdings ausdrücklich verboten an folgenden Stellen: Am Sperrtor, in der Nähe des Anlegers und an den Brücken.

Ausufernde Grillpartys am Kanal in Bergkamen gibt es laut Ordnungsamt nicht mehr so oft wie noch vor einigen Jahren. Milk

Ausufernde Grillpartys am Kanal in Bergkamen gibt es laut Ordnungsamt nicht mehr so oft wie noch vor einigen Jahren. Milk © Stefan Milk

Und wenn der Mitarbeiter des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamtes Rheine es ganz genau nimmt, sind sowohl Radfahrer als auch Fußgänger und Angler ebenfalls immer nur geduldet, solange sie sich am Kanal aufhalten. Dass die meisten von ihnen den Datteln-Hamm-Kanal als willkommenes Naherholungsgebiet betrachten, sei ihm bewusst, sagt Stachowiak.
Aber vieles sei zu gefährlich, besonders das Schwimmen und Grillen. Die Wege, auf denen sich Fußgänger und Radler bewegen, seien nur Betriebswege. „Die stellen wir für unsere Zwecke her, mehr nicht“, erklärt Stachowiak. Martin.

Schweben über Hundekot

Deshalb stünden auch entsprechende Schilder, die daraufhinweisen, dass es sich um ein Betriebsgelände handelt und Fußgänger und Radfahrer sich auf eigene Gefahr dort bewegen.

Ein besonderes Ärgernis für Stachowiak und seine Kollegen sind aber die Hundebesitzer, die mit ihren Vierbeinern am Kanal spazieren gehen: „Eigentlich müssten wir schweben, wenn wir dort unterwegs sind, weil überall Hundekot liegt.“ Aber: „Wenn wir das alles gar nicht wollten, müssten wir das gesamte Gelände einzäunen.“ Ganz offensichtlich will das dann aber bislang doch noch niemand.

Es gab eine Zeit, während der es immer wieder Beschwerden über ausufernden Grillpartys und anschließende Verunreinigungen gab“, erklärt Ordnungsamtsleiter Heiko Brüggenthies. Das habe überhand genommen. Doch diese Probleme ließen sich erfolgreich klären: Ordnungsamtsmitarbeiter betrieben Aufklärungsarbeit. Immer wieder suchten sie das Gespräch mit den Feiernden am Kanal, verteilten zeitgleich gelbe und braune Säcke für den Müll an das Partyvolk. Und erklärten zudem, wie weit die Lautstärkeregler an den Musikanlagen aufgedreht werden dürfen, um die Anlieger nicht zu stören. Das hat offenbar gewirkt. „Seitdem läuft es“, freut sich Brüggenthies. Seit zwei bis drei Jahren gibt es keine Beschwerden mehr über Partys am Kanal, die mit lauter Musik und Unrat von sich reden machen, weil die Feiernden ihren Müll einfach am Kanal zurückgelassen haben. Momentan sei es sehr ruhig, ein Zustand, den Brüggenthies auf die Arbeit des Ordnungsdienstes zurück führt. Zwar gäbe es immer noch kleine Gruppen, die sich mit Decken an den Kanal setzen würden, aber das störe niemanden. „Solange die sich vernünftig benehmen, ist dies aus unserer Sicht okay.“ Jetzt hofft Brüggenthies noch auf die Einsicht einiger Autofahrer, die direkt bis zur Treppe an der Nordseite führen: Schön, wenn diese Unsitte ebenfalls ausbliebe.
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