„Brave Schüler und gute Organisation“

dzBesuch aus Brasilien

„Die Schüler hier sind viel zu brav.“ Sagt Angelita Lohmann, Lehrerin aus Brasilien und zur Zeit als Hospitantin am Städtischen Gymnasium.

Bergkamen

, 12.11.2018, 14:01 Uhr / Lesedauer: 2 min

„Es ist so still auf den Fluren, man hört überhaupt nicht, dass hier Schüler sind,“ hat die 41-Jährige festgestellt. In Brasilien sei das anders. Viel lauter eben. Lohmann möchte ihr Deutschlandbild aktualisieren. In Brasilien unterrichtet sie an fünf Schulen insgesamt 48 Stunden die Woche, in der Regel Deutsch, aber auch Portugiesisch und Spanisch. Ihr Besuch in Bergkamen ist bisher ihr dritter Deutschland-Aufenthalt als Lehrerin. Sie hospitierte bereits ein ganzes Jahr lang in Weimar und mehrere Wochen in Kitzingen. Das erste Mal besuchte Angelita Lohmann Deutschland allerdings schon als 16-jährige Austauschschülerin. Drei Wochen bleibt sie nun am Städtischen Gymnasium und begleitet ihre Kollegen im Fach Deutsch.

Immer wieder, wenn sie hier ist, sammelt sie neue Eindrücke. „Es ist wichtig, sich persönlich ein Bild vom Alltag in einem anderen Land zu machen“, sagt sie. Was sie in Deutschland – neben den braven Schülern – am meisten schätzt? Es sei alles so gut organisiert. Von der Mülltrennung bis zum Stundenplan. Sie fotografiere viel, um es daheim ihren Schülern und ihrer Familie zu zeigen. Damit auch sie sich ein Bild machen können. Lohmann lebt mit ihrem Ehemann und ihren zwei Kindern in Teutonia, einer Kleinstadt im Süden Brasiliens. Dort wohnen viele Menschen mit deutschen Vorfahren. Angelita Lohmanns Familie – ihr Familienname ist Schneider – lebt mittlerweile in der sechsten Generation dort. Die Schneiders wanderten 1824 nach Brasilien aus. Auch die Familie ihres Mannes hat deutsche Wurzeln. Gemeinsam sprechen sie zuhause viel deutsch, auch mit den beiden Kindern. Lohmann spricht einen kleinen Dialekt. „Meine Familie stammt aus dem Hunsrück, ich denke, daran liegt es“, sagt sie lachend.. Und fügt hinzu: „Ich mache den Dativ bis heute noch ab und an falsch.“ Deutschland fasziniert sie und sie möchte so viele ihrer Eindrücke wie möglich mit nach Brasilien nehmen und dort weitergeben.

Natürlich erzählt sie den Bergkamener Schülern auch viel über das Leben in Brasilien. Sie hofft, während ihres Aufenthaltes neue berufliche und private Kontakte zu knüpfen. Ihr Wunsch: „Ein Schüleraustausch mit dem Gymnasium.“ Lohmann weiß, dass gerade der Bachkreis in aller Welt unterwegs ist und könnte sich gut vorstellen, dass das Orchester auch mal in Teutonia musiziert.

Ihre eigene Hospitation ist ein Angebot des Pädagogischen Austauschdienstes (PAD). Schulleiterin Bärbel Heidenreich hatte sich im Vorfeld um ein Engagement als Partnerschule beworben.

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