Bombe in nur zwölf Minuten entschärft

dzBlindgängerfund am Maiweg-

Die Entschärfung einer Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg am Maiweg in Bergkamen ist völlig problemlos vonstatten gegangen.

Bergkamen

, 05.09.2018, 14:56 Uhr / Lesedauer: 2 min

Nur zwölf Minuten benötigten Andreas Brümmer und Marvin Schröder von der Kampfmittelbeseitigung, um eine amerikanische 250-Kilogramm-Bombe auf einem Acker am Maiweg zu entschärfen. Um 15.58 Uhr gaben die beiden Feuerwerker das Signal, das die Entschärfung der Bombe begann. Gegen 16.10 Uhr war ein Knall vom Acker zu hören. Brümmer hatte den Zünder mithilfe einer sogenannten „Raketenklemme“ abgesprengt. Das Gerät, das im Fachdeutsch „Impulsausdrehgerät“ heißt, wird an den Zünder angeklemmt und von zwei Sprengpatronen angetrieben. Es rotiert den Zünder so schnell aus der Bombe, dass er keinen Schaden anrichten kann. Anschließend hob ein Bagger die Bombe aus der Grube und verstaute sie im Lieferwagen der beiden Feuerwerker.

Bombe in nur zwölf Minuten entschärft

Mit einer solchen Raketenklemme drehte Andreas Brümmer den Zünder aus der Bombe. © Michael Dörlemann

Bei einer Sondierung gefunden

Die Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg war bei einer Sondierung auf dem Acker entdeckt worden. Dort hatte es schon seit längerem durch die Luftbildauswertung einen Verdachtspunkt gegeben. Das Gelände wurde untersucht, weil dort ein Baugebiet geplant ist. Bei der Untersuchung war der Kampfmittelbeseitigungsdienst auf insgesamt sieben Punkte gestoßen, an denen sich Metall im Boden befand. An den meisten Punkten ergaben die Grabungen so ungefährliche Dinge wie den abgebrochenen Zinken von einem Ackergerät. An einer Stelle jedoch stießen die Experten tatsächlich auf die Bombe, die in etwa 4,50 Meter Tiefe im Boden lag.

Diese Lage habe bei der Entschärfung auch Probleme gemacht. Die Fliegerbombe lag so tief im Lehm und im Grundwasser, dass sie schnell wieder einsackte, wenn sie ausgegraben war. Eigentlich war die Entschärfung schon für den Dienstag geplant. An diesem Tag wurde es jedoch zu spät, sodass die Experten die Aktion auf den Mittwochnachmittag verschoben.

Deshalb wurde ab 14.30 Uhr die Umgebung in 250 Meter Umkreis um den Fundort evakuiert. Obwohl der Punkt im dicht besiedelten Bergkamen-Mitte liegt, findet er sich in einiger Entfernung von den meisten Wohnsiedlungen. Nur etwa 60 Haushalte mit rund 150 Menschen waren betroffen. Rettungswagen standen bereit, wurden aber nicht genutzt. „Wir hatten keinen Liegendtransport. Das ist eine sehr junge Siedlung“, sagte Stefan Klement vom Bergkamener Ordnungsamt. Auch das Ausweichquartier im DRK-Heim am Stadion wurde praktisch von niemandem genutzt. Als Polizei und Feuerwehr das Signal gaben, dass die Sicherheitszone evakuiert ist, begannen die Feuerwerker mit der Entschärfung.

Das Ende des Zweiten Weltkriegs liegt zwar schon mehr als 73 Jahre zurück. Das Ende der Bombenfunde in Bergkamen ist aber nicht abzusehen. Es gibt immer noch rund 480 Verdachtspunkte in der Stadt, an denen Bomben liegen könnten.

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