Bombe an der Pfalzschule: Evakuierung entscheidet sich im letzten Moment

dzBomben-Entschärfung

Klarheit über den Bombenfund an der Pfalzschule haben die Behörden erst am Montag. Ob und wie viele Anwohner ihre Häuser verlassen müssen, entscheidet sich erst in letzter Minute.

Bergkamen

, 18.10.2019, 13:56 Uhr / Lesedauer: 2 min

Wenn der Kampfmittelbeseitigungsdienst am Montag nach der Bombe an der Pfalzschule gräbt, wird es spannend – für die Experten und für die Anwohner. Erst wenn sie freigelegt ist, können die Bombenexperten sagen, ob die Umgebung evakuiert werden muss und wie viele Menschen betroffen sind.

Dabei geht es um die Frage, ob sie entschärft werden muss und wie groß sie ist. Vor einigen Wochen hatten die Bombenräumer Glück: Bei einer Fünf-Zentner-Bombe mitten in der Bergkamener City fehlte der Zünder und sie konnte einfach ausgegraben und abtransportiert werden. Die Stadt konnte die schon geplante Evakuierung eines Bereichs mit rund 1200 Bewohnern abblasen.

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Evakuierungsbereich hängt von der Größe der Bombe ab

Wie groß der Bereich ist, der evakuiert werden muss, hängt davon ab wie groß die Bombe ist. Auch das können die Experten erst sagen, wenn sie den Sprengkörper sehen. Ordnungsamtsleiter Heiko Brüggenthies geht davon aus, dass es sich um eine Fünf-Zentner-Bombe handelt. „Das waren 97 Prozent der Bomben, die über Bergkamen abgeworfen wurden“, sagt er. Kleinere Zweieinhalb-Zentner-Bomben und größere Zehn-Zentner-Bomben waren die Ausnahme.

Bombe an der Pfalzschule: Evakuierung entscheidet sich im letzten Moment

Die Bombe wird an der Grundstücksgrenze der Pfalzschule vermutet. © Marcel Drawe

Verdachtspunkt auf dem Luftbild

Die Kampfmittel-Experten sind durch eine Luftbildauswertung auf die Bombe am Rand des Schulgrundstücks gestoßen. Sie hatten das Gelände genauer untersucht, weil an die Schule angebaut wird, um die OGS zu erweitern. Dabei waren sie auf einem Bild, das ein alliiertes Aufklärungsflugzeug kurz nach dem Bombenangriff geschossen hat, auf den Punkt gestoßen.

Kontrollbohrungen in diesem Bereich ergaben, dass sich in etwa vier Metern Tiefe ein großer Metallkörper befindet, bei dem es sich mit großer Wahrscheinlichkeit um eine Fliegerbombe handelt.

Experten graben ab Montagmorgen

Der Kampfmittelräumdienst will am Montagmorgen damit beginnen, die Bombe freizulegen. Größere Schwierigkeiten erwartet Brüggenthies dabei nicht.

Am Montagnachmittag

VKU leitet die Buslinien
R81 und S 30 um

  • Wegen der Bombenentschärfung fahren die Buslinien R81 und S30 am Montagnachmittag eine Umleitung.
  • Die Busse fahren die Haltestellen „Gedächtnisstraße“, „Sonnenapotheke“ und „Wasserpark“ in dieser Zeit nicht an.
  • Fahrgäste können den Busbahnhof am Rathaus nutzen.

„Der Boden in dem Bereich ist relativ locker. In den Mergel müssen wir nicht“, sagt er.

Der Ordnungsamtsleiter rechnet damit, dass die Bombe zwischen 15 und 16 Uhr freigelegt ist und die Evakuierung beginnen muss. Betroffen ist ein Bereich mit einem Radius von 250 Metern um die Bombe. Dazu gehören der Bereich zwischen Pfalzstraße und Schulstraße bis zum Kuhbach und der westliche Teil der ECA-Siedlung mit gut 800 Bewohnern.

Sobald die Evakuierung abgeschlossen sind, beginnen die Experten mit der Entschärfung.

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