Blaue Farbe am Kuhbach-Kunstwerk gibt Rätsel auf

dzReinigung geplant

Das beschmierte Kuhbach-Kunstwerk an der Bambergstraße soll gereinigt werden. Dabei wird auch die blaue Farbe verschwinden, die nur scheinbar Bestandteil der künstlerischen Arbeit ist.

Bergkamen

, 02.06.2020, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der Lippeverband hat eine Fachfirma beauftragt, das Kunstwerk „Bergkamen und der Kuhbach“ zu reinigen, das am Kuhbachweg in der Nähe der Bambergstraße steht. Und die Fachleute werden nicht nur die Graffiti entfernen, die unbekannte Schmierfinken auf der Arbeit des Künstler Peter Wiesemann hinterlassen haben. Er hat sie 2004 und 2005 im Rahmen des Projektes „Ein Ufer für die Kunst“ geschaffen.

Irgendjemand hat sich die Mühe gemacht, die der Kuhbachtrasse zugewandte Seite der Betonskulptur komplett blau anzumalen. Viele Spaziergänger und Radler halten das wahrscheinlich für einen Bestandteil des Kunstwerkes. Ist es aber nicht, wie Peter Wiesemann auf Nachfrage betont: Er hat die Betonfläche keineswegs farbig gestaltet, sagt der Künstler der in Bönen lebt und der Bergkamener Künstlergruppe „Kunstwerkstatt sohle 1“ angehört.

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Niemand weiß, wer das Kunstwerk blau angemalt hat

Wiesemann hat sich schon im städtischen Kulturreferat erkundigt, doch auch dort weiß niemand, woher die Farbe kommt. Beim eigentlichen Eigentümer der Kuhbach-Kunst, dem Lippeverband, herrscht in dieser Frage ebenfalls Ratlosigkeit. Pressesprecherin Anne-Kathrin Lappe rechnet aber damit, dass bei der geplanten Reinigungsaktion das Kunstwerk in seiner ursprünglichen Form wiederhergestellt wird. Das würde bedeuten, dass die Fachfirma auch die blaue Farbe von der Betonskulptur beseitigt.

Das Kuhbach-Kunstwerk stammt von Peter Wiesemann, der in Bönen lebt und Mitglied der Bergkamener Künstlergruppe „Kunstwerkstatt sohle 1“ ist.

Das Kuhbach-Kunstwerk stammt von Peter Wiesemann, der in Bönen lebt und Mitglied der Bergkamener Künstlergruppe „Kunstwerkstatt sohle 1“ ist. © Michael Dörlemann

Wiesemann hat seinerzeit einen so genannten Schachthals aus Beton als Grundlage für seine Arbeit verwendet. Dabei handelt sich um ein viereckiges Rohr, wie es der Lippeverband bei der naturnahen Umgestaltung des Kuhbachs verwendet hat. Er dient als Einstiegsschacht, durch den Wartungsarbeiter in den unterirdischen Abwasserkanal gelangen. Wiesemann hat den Schachthals an den Seiten durchbohrt, womit er den unterirdischen Schmutzwasserverlauf des Kuhbachs in einem Kanal aus Betonröhren symbolisieren will.

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Kunstwerk erinnert an den Wohnturm

Außerdem hat er dünne Linien aufgebracht, die die Abwässer darstellen, die in den Kanal fließen. Auf der Oberfläche hat er Bergkamener Gebäude ausgefräst. So ist dort noch der längst abgerissene Wohnturm zu erkennen.

„Bergkamen und der Kuhbach“ ist nicht das einzige Kunstwerk, das von Schmierfinken verschandelt wurde. Der Lippeverband hat den Graffiti-Künstler Gianni Foitzik gebeten, das Kunstwerk „Wasser, Erde, Luft“ an der Pfalzstraße wiederherzustellen. Es stammt ursprünglich von der 2018 gestorbenen Künstlerin Gisela Schmidt.

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