Blasrohr statt Gewehr bei den Bergkamener Schützen

dzNeue Trendsportart

Jeden Donnerstag bietet der Schützenverein Bergkamen 1840 Training mit dem Blasrohr an. Das ist nicht nur leiser als ein Gewehr. Die neue Sportart soll auch gesund sein.

von Klaus-Dieter Hoffmann

Bergkamen

, 19.10.2018, 15:37 Uhr / Lesedauer: 2 min

Schützenvereine sind gemeinhin dafür bekannt, dass es bei ihnen laut knallt und die hölzernen Adler, die sich oben auf der Stange befinden, bei jedem Schuss mehr und mehr in Holzspäne auflösen. Für alle, die ein solches Knallen so gar nicht mögen, bietet der Schützenverein Bergkamen 1840 nun eine elegante und absolut leise Variante an: das Schießen mit dem Blasrohr.

„Wir sind auf das Schießen mit dem Blasrohr bei einem unserer Nachbarvereine aufmerksam geworden“, sagt Ex-Schützenkönig Marcus Prill. „Dort erfreut sich diese Sportart bei den Jugendlichen sogar einer immer größer werdenden Beliebtheit.“ Kein Wunder, denn beim Blasrohrschießen gibt es keinerlei Altersbeschränkungen. Weder nach oben, noch nach unten. Und weil gerade die junge Generation auf das Blasrohrschießen so begeistert abfährt, hoffen auch die Mitglieder des Schützenvereins Bergkamen darauf, mit der neuen Trendsportart reichlich jungen Nachwuchs zu gewinnen.

Blasrohr statt Gewehr bei den Bergkamener Schützen

Die Blasrohre sind 1,20 Meter lang und haben sogar eine Zieleinrichtung am Ende des Laufs. Milk © Stefan Milk Stefan Milk

Das Blasrohr verschießt dünne Pfeile

Rund einen Meter und zwanzig Zentimeter ist ein Sport-Blasrohr lang und hat ein beeindruckendes Kaliber von 10 Millimetern. Doch statt mit ebenso dicken Bleikugeln, werden mit einem Blasrohr rund fünf Zentimeter lange und nadeldünne Pfeile auf bunte Zielscheiben abgeschossen, die sich in fünf, sieben oder zehn Metern Entfernung befinden.

„Gerade der Blasrohr-Sport hat auch einen nicht zu verachtenden gesundheitlichen Aspekt“, sagt Schießwart und Adlerbauer Franz Schulz. „Es fördert nicht nur die Konzentration, sondern auch die innere Ruhe. Bei regelmäßigem Training wird sogar das Lungenvolumen vergrößert und die Kondition enorm verbessert.“ Besonders Menschen mit gesundheitlichen Beeinträchtigungen können beim Blasrohrsport auch noch ihre Koordinationsfähigkeiten verbessern. Denn auch beim Blasrohrschießen ist volle Konzentration und Körperbeherrschung vonnöten. Am Lauf-Ende hat das Blasrohr sogar eine Visiereinrichtung, mit der die Zielscheibe angepeilt werden kann. „Beide Augen sind dabei geöffnet, um das Blasrohr zu zentrieren“, instruiert Trainerin Helga Engel. Nachdem ein sicherer Stand gefunden ist, wird das Blasrohr in Ruhe ausbalanciert und der Pfeil mit einem kurzen kräftigen „Plöpp“ durch das Blasrohr getrieben.

Blasrohr statt Gewehr bei den Bergkamener Schützen

Geschossen wird auf drei übereinanderliegende Zielschieben. Jeder der drei Schuss pro Durchgang muss eine andere Scheibe treffen Milk. © Stefan Milk

Training einmal pro Woche

Wer einmal das Blasrohrschießen ausprobieren möchte, kann dies jeden Donnerstag von 17 bis 20 Uhr im Schießkeller der Willy-Brandt-Gesamtschule gegenüber der Grundschule tun, wo die Schützen ihr Blasrohr-Training durchführen. Die „Neuen“ werden natürlich auch erst einmal von Helga Engel rundum eingewiesen, bevor sie zum Ersten Mal in die Röhre pusten dürfen, denn auch hier ist Sicherheit oberstes Gebot. Blasrohre und Pfeile werden natürlich für den Anfang vom Verein zur Verfügung gestellt.

Weitere Informationen zum Blasrohr-Schießen beim Schützenverein Bergkamen 1840 gibt es unter Tel. (0 23 07) 8 44 61 bei Franz Schulz und (0 23 07) 8 68 37 bei Marcus Prill.

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