Bis zur Hochzeit muss der Orgelbauer fertig sein

Auferstehungskirche

Orgelbauer Jan Steinmann ist damit beschäftigt, die Orgel in der Auferstehungskirche zu reinigen und zu erweitern. Im August muss er fertig werden, da steht ein besonderer Gottesdienst an.

Weddinghofen

, 28.07.2019, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Bis zur Hochzeit muss der Orgelbauer fertig sein

Organist Dr. Hans-Christian Tacke im Inneren der auseinandermontierten Orgel in der Auferstehungskirche. Inzwischen haben die Orgelbauer das Instrument in weiten Teilen wieder zusammengesetzt. © Marcel Drawe

Ein wenig Zeitdruck hat Orgelbauer Jan Steinmann ja doch: Bis zum 16. August sollte er die Orgel in der Auferstehungskirche wieder in einen spielbaren Zustand versetzt haben: „An dem Tag haben wir eine Trauung in der Kirche in Weddinghofen“, sagt Dr. Hans-Christian Tacke, Organist der evangelischen Friedenskirchengemeinde. Und das Brautpaar würde doch nur sehr ungern auf den Orgelklang zum Hochzeitsgottesdienst verzichten.

Das Brautpaar kommt in den Genuss des neuen Orgelklangs

Dafür kommen die Braut, der Bräutigam und ihre Gäste aber auch als erste in den Genuss des neuen Orgelklangs in der Auferstehungskirche - zumindest, wenn alles glatt geht. Denn Steinmann reinigt und überholt die Orgel nicht nur, er erweitert sie auch um 54 Orgelpfeifen. Damit hat Tacke in Zukunft ein deutlich größeres Spektrum an Klang- und Spielmöglichkeit zur Verfügung. Und der Kirchenmusiker ist optimistisch, dass der Orgelbauer seine Arbeit pünktlich beendet und die Orgel zum 16. August zur Verfügung steht. Die Reinigungsarbeiten hat Steinmann inzwischen abgeschlossen und auch schon einige Pfeifen schon wieder eingebaut. „Der Orgelprospekt ist schon wieder vollständig“, sagt Tacke. Das ist der sichtbare Teil des Kircheninstrumentes, der allerdings nur einen Bruchteil der insgesamt 846 Pfeifen ausmacht, die die Orgel nach der Erweiterung haben wird.

Bis zur Hochzeit muss der Orgelbauer fertig sein

Der Prospekt ist der sichtbare Teil der Orgel. Er enthält nur einen Bruchteil der Orgelpfeifen. © Kevin Kavelmann


Der neue Orgel-Motor ist auch schon da

Vor allem steht aber in Steinmanns Werkstatt im ostwestfälischen Vlotho ein wichtiger Bestandteil der Orgel, ohne den sie keinen Laut von sich geben würde: Der Motor. Er treibt den Blasebalg an, der die Luft erzeugt, die die Organisten Wind nennen. Sie gelangt in die Windlade, von der sie in die Orgelpfeifen strömt und dort die tonerzeugenden Schwingungen erzeugt. Der alte Motor der Orgel ist zwar noch funktionsfähig, hat aber zuletzt gewaltig geschwächelt. Tacke will nicht das Risiko eingehen, dass der Antrieb streikt und er plötzlich an einer stummen Orgel sitzt.

Die Orgel bekommt einen Zimbelstern

Den neuen Motor wird Orgelbauer im Lauf der nächsten Woche installieren. Außerdem hat der Organist noch einen Zimbelstern für sein Instrument besorgt. Das ist ein Stern, der am Orgelprospekt befestigt ist und dort rotieren kann. Allerdings hat er keine rein dekorative Funktion, er ist mit einem im Orgel-Inneren verborgenen Spielwerk verbunden, das mehrere Glocken – die so genannten Zimbeln – enthält, deren Klingeln den Klang der Pfeifen ergänzt.

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