„Bis zur Hochzeit alles gut“: Vorbestrafter Ehemann verprügelt Frau und bekommt Geldstrafe

dzAmtsgericht

Als sich seine Noch-Ehefrau kritisch über straffällige Ausländer äußerte, brannten bei einem 33-Jährigen die Sicherungen durch. Es war nicht das einzige Mal, dass er in der Ehe handgreiflich wurde.

von Jana Peuckert

Bergkamen

, 31.05.2020, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

„Bis zur Hochzeit war alles gut. Dann ging der Terror los“, berichtete eine Zeugin im Amtsgericht Kamen. Auf der Anklagebank ihr Noch-Ehemann. Er wurde wegen zweifacher Körperverletzung, Bedrohung und versuchter Nötigung verurteilt.

Sowohl am 25. Mai, als auch am 5. Juni vergangenen Jahres soll der 33-Jährige in Bergkamen brutal auf seine Frau losgegangen sein. Im Gericht äußerte er sich nicht zu den Vorwürfen. Ganz im Gegensatz zu seiner Frau, die das Gericht am Ende als glaubhaft einstufte.

Beim ersten Vorfall hätten sie und der Angeklagte südländischer Herkunft sich in der damals gemeinsamen Wohnung in Bergkamen über ausländische Mitbürger unterhalten. Sie habe gesagt, wer keinen deutschen Pass habe und in Deutschland straffällig würde, sollte dahin zurückgeschickt werden, wo er herkomme, erklärte die 28-Jährige.

Ehemann droht seiner Frau, sie aus dem dritten Stock zu werfen

Daraufhin sei der Angeklagte ausgerastet, weil sein Vater auch keinen entsprechenden Pass hatte. „Dann greift er mir an den Hals und drückt mich auf‘s Sofa. Während er zugedrückt hat, hat er gesagt, ich sollte nichts mehr sagen, sonst schmeißt er mich vom Balkon (3. Etage)“, so die Geschädigte.

Knapp zehn Tage später sei sie mit ihrem Mann in Bergkamen in einer 30er-Zone unterwegs gewesen. Sie am Steuer, er auf dem Beifahrersitz. Irgendwann habe er sie aufgefordert, schneller zu fahren. Als sich die Frau geweigert hatte, holte der Angeklagte aus und schlug der 28-Jährigen beim Fahren gegen die Schläfe.

Es sei ein heftiger Schlag gewesen, gab die Zeugin an. Sie sei mit dem Auto ins Schlingern geraten. Schließlich sei sie stehen geblieben und verwies ihren Mann mit der Drohung, sich scheiden zu lassen, des Fahrzeugs. Der sei mit den Worten „Ja, lass dich ruhig scheiden, dann mach ich dich lang“ ausgestiegen.

Frau reicht nach mehreren Gewalt-Exzessen des Ehemannes die Scheidung ein

Sie selbst habe Unterschlupf bei einer Freundin gefunden und ihren Mann angezeigt. Und auch die Scheidung reichte sie ein. Die Ehe sei schrecklich gewesen: „Ich durfte mich nicht mit Freunden treffen, durfte nicht anziehen, was ich wollte, durfte nicht essen was ich wollte.“

Als es im Prozess zu den Vorstrafen kam, protestierte der Angeklagte gegen deren lautes Vortragen – ohne Erfolg. Schnell wurde klar, warum er das Benennen verhindern wollte: zweimal Vergewaltigung, Betrug, Bedrohung. Mehr als vier Jahre Knast hat dem Mann seine Vergangenheit bisher eingebracht.

Dieses Mal gab es eine Geldstrafe von 180 Tagessätzen zu je 15 Euro, weil der Angeklagte vom Jobcenter lebt. Hatte er bis dato zu den Vorwürfen geschwiegen, akzeptierte er nun das Urteil sofort.

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