Bewährungsstrafe für offene Autowerkstatt-Rechung

Gericht

Seit fast eineinhalb Jahren schuldet ein Bergkamener einem Kfz-Werkstatt-Betreiber Geld. Das führte ihn vor Gericht – und wenn er nicht bald zahlt, droht ihm Gefängnis.

von Jana Peuckert

Bergkamen

, 28.11.2018, 11:58 Uhr / Lesedauer: 2 min
Bewährungsstrafe für offene Autowerkstatt-Rechung

Weil ein Bergkamener seine Rechnung in einer Autowerkstatt nicht bezahlte, verurteilte ihn das Amtsgericht zu einer Bewährungsstrafe. © dpa

Mit 16,37 Euro war das Konto eines Mannes aus Bergkamen überzogen. Das hielt den 37-Jährigen nicht davon ab, sein Auto in die Werkstatt zu bringen und es für 1400 Euro reparieren zu lassen. Die Rechnung hat er bis heute nicht beglichen. Betrug lautete daher der Vorwurf im Amtsgericht Kamen. Dort beteuerte der Angeklagte, nicht mit böser Absicht gehandelt zu haben. Er habe einen Job in Aussicht gehabt. Das habe dann aber nicht geklappt. Der Kfz-Meister gab im Zeugenstand an, der Bergkamener habe ihm erzählt, eine Arbeit zu haben. Dafür bräuchte er dringend seinen Wagen. „Er war sehr glaubhaft“, so der Geschädigte.

Günstiges Ersatzteil angeboten

Weil sich herausgestellt habe, dass mehr kaputt war, als anfangs gedacht, habe der Kfz-Meister dem 37-Jährigen ein günstiges Ersatzteil angeboten. Der Angeklagte habe jedoch auf einer teureren Ausführung bestanden. Bei der Abholung habe der Mann dann angegeben, die Zahlung verzögere sich um einen Tag. „Ich war so dumm und habe ihm den Wagen herausgegeben. Jetzt ist das Geld weg. Das Geld werde ich wahrscheinlich nie kriegen“, gab sich der Zeuge resigniert. Der Angeklagte entschuldigte sich beim Geschädigten und bot an, die 1400 Euro plus kleiner Entschädigung oben drauf zu zahlen.

Die Rechnung ist seit 16 Monaten offen

Das, so der Richter, hätte der Bergkamener längst tun können. Schließlich sei die Tat 16 Monate her. Es sei leicht, in der Verhandlung Versprechungen zu machen. Bereits in der Vergangenheit war der Angeklagte mehrfach wegen Betruges, aber auch wegen Diebstahls, Urkundenfälschung und Fahrens ohne Fahrerlaubnis straffällig geworden. Das zeigten seine acht Eintragungen im Vorstrafenregister. „Es tut mir wirklich leid. Ich will das Geld zahlen“, erklärte der Mann in dem ihm zustehenden letzten Wort. Anschließend verurteilte der Richter ihn wegen Betruges zu sechs Monaten Haft mit Bewährung. Damit der Kfz-Meister doch noch sein Geld bekommt, muss der Angeklagte als Auflage die offenen 1400 Euro an ihn zahlen. Tut er das nicht, droht der Widerruf der Bewährung und der vierfache Vater geht ins Gefängnis.

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