Beverbach plätschert wieder: Natur hat sich etwas erholt, dafür droht eine Insektenplage

dzNatur in Bergkamen

Der Revierförster Oliver Stenzel-Franken freut sich über den Regen. Endlich fließt der Beverbach wieder und der See ist auch gut aufgefüllt. Allerdings blickt der Baumexperte besorgt auf die Temperaturen

Bergkamen

, 04.02.2020, 14:20 Uhr / Lesedauer: 2 min

Oliver Stenzel-Franken klingt deutlich gelassener als noch im vergangenen Jahr. Damals fürchtete der Revierförster, dass viele Bäume und Pflanzen sich nicht mehr erholen könnten. Nun hat er zumindest wieder Hoffnung. Wenn es bis März viel regne, dann könnte die Natur ganz gut für den kommenden Sommer gewappnet sein.

Doch aufatmen kann man noch nicht, denn noch hat der Regen die unteren Schichten des Bodens nicht erreicht. „Es gibt noch ein Defizit von etwa 300 Litern Wasser pro Quadratmeter“, erklärt Stenzel-Franken. „Wir hängen immer noch dem Sommer 2018 nach.“ Der Sommer im vergangenen Jahr war laut Stenzel-Franken normal. Das sorgt für eine langsame Erholung. In Süddeutschland sei die Situation bereits wieder ausgeglichen, so der Baumexperte.

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Doch auch in dieser Region und in Bergkamen geht es allmählich bergauf. So ist Stenzel-Franken aufgefallen, dass im Beverbach wieder mehr Wasser fließt. „Im letzten Winter war er nur ein Rinnsal“. Auch der Beversee habe wieder mehr Wasser. Stenzel-Franken schätzt, dass der Wasserstand im Vergleich zum Winter 2018/2019 einen Meter mehr beträgt.

Passend dazu soll in diesem Jahr auch die Aussichtsplattform wieder aufgebaut werden. „Eine Ausschreibung ist schon erfolgt, es liegen jetzt konkrete Pläne vor“, sagt er. Bald können sich also Besucher selbst davon überzeugen, dass der Beversee wieder gut gefüllt ist.

Beverbach plätschert wieder: Natur hat sich etwas erholt, dafür droht eine Insektenplage

Erste Schneeglöckchen tauchen hier und da aus der Erde. So gut ist das nicht. Denn Triebe, die wegen des milden Winters jetzt schon sprießen, könnten durch Frost zerstört werden. © Marcel Drawe

Erste Tulpen sind zu sehen, aber das ist kein gutes Zeichen

Und doch ist Stenzel-Franken nicht rundum glücklich. Denn die milden Temperaturen sind ihm derzeit ein Dorn im Auge. Teilweise war es im Januar wärmer als zehn Grad. „Viel zu warm!“ Denn die hohen Temperaturen führen laut Stenzel-Franken dazu, dass die Pflanzen zu früh austreiben. Schneeglöckchen brechen durch die Erddecke und sogar erste Tulpen hat Stenzel-Franken bereits entdeckt.

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Wird es jetzt doch wieder richtig kalt, dann zerstört der Frost die Triebe. Stenzel-Franken hofft deshalb, dass die Temperaturen wieder sinken, damit die Pflanzen sich noch Zeit lassen – und erst austreiben, wenn es an der Zeit ist.

Und noch ein Problem bringt der milde Winter mit sich: Insekten und Ungeziefer konnten sich dadurch gut vermehren.

Stenzel-Franken fürchtet, dass sich eine Plage anbahnt. Ungeziefer wie etwa der Borkenkäfer kann den Bäumen und Pflanzen ebenfalls viel anhaben. Und was der Borkenkäfer anrichten kann, wurde im vergangenen Jahr allzu deutlich. Zahlreiche Bäume fielen dem Schädling zum Opfer.

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