Betrüger schädigt Bergkamener Firma um fast 4000 Euro

dzGericht

Ein Wittener hat seine Rechnung bei einer Bergkamener Container-Firma über mehr als 3000 Euro nicht beglichen. Das Gericht wertete das als Betrug, der säumige Zahler muss ins Gefängnis.

von Jana Peuckert

Bergkamen

, 23.10.2019, 16:47 Uhr / Lesedauer: 2 min

Sieben Millionen Euro Steuerschulden ließen einen Mann aus Witten wiederholt zum Betrüger werden. Leidtragende: eine Container-Firma aus Bergkamen. Mehr als vier Jahre verbrachte der Mann bislang überwiegend wegen Betruges im Gefängnis. Am Mittwoch gab es im Amtsgericht Kamen weitere 18 Monate. In der Zeit vom 11. August 2017 bis 26. Januar 2018 hatte der Angeklagte sechs Leistungen bei der Bergkamener Firma in Auftrag gegeben. Die Gesamtsumme der sechs Aufträge belief sich auf 3753,64 Euro. Geld, das die Bergkamener bis heute nicht erhalten haben.

Das Finanzamt fordert sieben Millionen

Weil die Staatsanwaltschaft dem 56-Jährigen vorwarf, von Anfang an geplant zu haben, den Betrag nicht zu zahlen, war es zur Anzeige wegen Betruges gekommen. „Ich muss etwas ausholen“, begann der Angeklagte seine Aussage im Gericht. Seit 2014 habe eine gute und faire, geschäftliche Beziehung zwischen seinem Unternehmen und den Bergkamenern bestanden. Aufträge seien ordnungsgemäß ausgeführt und seinerseits Rechnungen pünktlich beglichen worden. Das habe sich geändert, als Anfang 2017 das Finanzamt plötzlich eine Forderung von 7 Millionen Euro gegen den Unternehmer geltend gemacht habe. So sei es im August zur Kontopfändung gekommen. Von da an seien keine Zahlungen mehr möglich gewesen. „Das tut mir wirklich sehr leid“, erklärte der Wittener. Der Richter gab sich skeptisch. Die Frage sei doch, ob der Angeklagte anfangs zahlungswillig gewesen sei und dann die Forderung des Finanzamtes dazwischen gekommen sei. In diesem Fall läge kein Betrug vor. Oder, und davon ging der Vorsitzende am Ende aus, der Angeklagte habe genau gewusst, in welcher finanziellen Notlage er sich befunden habe.

Schon vor 2017 gab es offene Rechnungen

Für Letztere Variante sprächen weitere offene Rechnungen, auch aus der Zeit vor August 2017. Seit 2016 hatte der Angeklagte Schulden aus Mieten, und bei Transportfirmen in Höhe von knapp 34000 Euro angesammelt. Eine Mitarbeiterin des Bergkamener Unternehmens bestätigte, dass der Wittener stets ein zuverlässiger Kunde gewesen sei. Im August 2017 sei die Wende gekommen. Letztlich ging der Richter von einem beabsichtigten, gewerbsmäßigen Betrug in sechs Fällen aus. Neben der Haftstrafe ordnete er den Einzug des Wertersatzes in Höhe von 3753,64 Euro, also dem Schaden der Bergkamener, an. Damit kann die Staatsanwaltschaft die Summe vom Wittener einfordern und bei Erfolg hätte die Bergkamener Firma eine Chance, ihr Geld zu bekommen

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