Besuch bei einer anderen Religion

dzTag der offenen Moschee

Unter dem Motto „Religiösität - individuell, natürlich, normal“ öffneten Moscheen ihre Türen für neugierige Besucher. Unter ihnen auch die DITIB- Moschee und die IGMG-Moschee in Bergkamen.

von Alexandra Prokofev

Bergkamen

, 04.10.2018, 17:02 Uhr / Lesedauer: 2 min

Ob Christ, Jude, oder Atheist: Beim „Tag der offenen Moscheen“ konnten sich Menschen aller Glaubensrichtungen und Nationen Einblicke in die muslimische Kultur verschaffen. „Es ist wichtig in den Dialog zu treten, auch mal kritische Fragen zu stellen und Vorurteile zu bekämpfen“, sagte Cengiz Uysal, Vorsitzender der Ditib-Moschee. Dabei seien Gemeinsamkeiten zwischen dem Islam und anderen Religionen wichtiger als die Unterschiede. So ist beispielsweise Jesus im Islam ein wichtiger Prophet und auch Mutter Maria spielt dort eine entscheidende Rolle. „Sich durch das Internet und die Medien zu informieren reicht nicht, man muss die Menschen fragen, die die Religion auch wirklich ausüben“, findet Uysal.

Fünf Gebete am Tag

Aufwendige Wandverzierungen, bunte Ornamente und weicher Teppichboden: Die Schuhe müssen vor dem Eintritt in die Gebetsräume ausgezogen werden. Die Beter waschen sich vorher in den Badezimmern Hände und Gesicht. Männer und Frauen beten getrennt. „Das ist, damit man sich ganz auf das Gebet konzentrieren kann und nicht auf das andere Geschlecht“, erläutert Betül Caktas von der Ditib-Moschee. In einer Gebetsnische steht der Imam, der Vorbeter. „Man kann eigentlich an jedem Ort beten, ob zuhause oder im Auto“, sagt Caktas. In der Moschee sei es aber am Schönsten. „Hier passen insgesamt über 800 Menschen rein“, sagt Uysal.

Fünf Gebete am Tag, eine Pilgerfahrt nach Mekka und einen Monat Fasten: Zum Islam gehören viele verschiedene Traditionen und Gebote. „Das ist Gewöhnungssache, irgendwann ist es nicht mehr schwer“, sagt Sedanur Ergün, die die Besucher durch die Moschee der Islamischen Gemeinschaft Milli Görüs (IGMG) führt. Nach einer Power-Point-Präsentation geht es für die Gäste durch die Räume. Helferinnen erklären den Besuchern die Vortrags- und Predigt-Kanzel und die Bedeutung der Wand-Zitate aus dem Koran.

Nach den Führungen geht es für die Besucher an das traditionell-türkische Buffet. Dort startet eine Fragerunde, in der die Religion kennengelernt werden soll. „Im Islam ist es wichtig, mit der Gesellschaft im Einklang zu leben, das bedeutet auch die Abwendung vom Rassismus“, sagt Abdulkadir Eroglu von der IGMG-Moschee. Deshalb sei die Moschee auch laut der Helferin Beyza Yilmaz immer für alle geöffnet: „Und nicht nur heute, sondern 24 Stunden am Tag, sieben mal in der Woche“.

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