Bergleute wollen letzten Förderturm erhalten – und sie haben einen Vorschlag

dzBergbau-Initiative

Ehemalige Bergleute wollen sich nicht damit abfinden, dass der letzte Förderturm der Zeche Haus Aden Pumpengebäude weichen muss. Sie machen einen Vorschlag wie der Förderturm erhalten bleiben könnte.

Bergkamen

, 20.02.2020, 18:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Jetzt diskutieren auch die ehemaligen Bergleute aus dem „Geschichtskreis Haus Aden/Grimberg 3/4“ über das Schicksal des letzten Förderturms des ehemaligen Bergwerks Haus Aden mit. Die Bergleute sind entschieden dagegen, dass der Förderturm abgerissen wird. „Der Förderturm ist etwas, mit dem sich die ehemaligen Bergleute und ihre Familien identifizieren können“, sagt Volker Wagner, der Sprecher des Geschichtskreises.

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Nach Überzeugung der Bergleute ist der Förderturm für viele Bergkamener etwas, was ihnen Identifikation mit ihrer Heimat vermittelt. „Wenn ich den Förderturm sehe, dass weiß ich, dass ich wieder zuhause bin“, sagt der ehemalige Bergmann.

Vorschlag neues Gebäude und Förderturm zu vereinen

Außerdem ist der Förderturm für die Bergleute ein Symbol für Demokratie. Er erinnere an den solidarischen Kampf für die Kohle, sagt Wagner.Die Bergleute hatten sich auch in der jüngsten Sitzung des Stadtrats zu Wort gemeldet, als es um die Gestaltung des technischen Gebäudes für die Grubenwasserpumpen ging, die den Förderturm ersetzen sollen.

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Die Bergleute haben nun einen Vorschlag, bei dem das Pumpengebäude errichtet, aber das Fördergerüst trotzdem stehen bleiben könnte. Nach ihren Vorstellungen soll die RAG nur die sogenannte Korbführung wegnehmen und das Pumpen-Gebäude unter dem Turm errichten.

Der Förderturm über dem Schacht Haus Aden 1 wurde schon 2005 gesprengt. Dieses Schicksal soll dem anderen Förderturm erspart bleiben.

Der Förderturm über dem Schacht Haus Aden 1 wurde schon 2005 gesprengt. Dieses Schicksal soll dem anderen Förderturm erspart bleiben. © Archiv

Der Plan hat allerdings einen Schwachpunkt, wie Wagner einräumt: Die Korbführung ist für die Stabilität des Fördergerüsts wichtig. Der Vorschlag des Geschichtskreises: Die RAG könnte den Turm vorübergehend anders stützen. Dann könne das neue Gebäude die Funktion der Korbführung als Stütze übernehmen.

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„Einzige Möglichkeit, ein Symbol für den Bergbau zu erhalten“

Für die Bergleute ist das die einzige Möglichkeit, die Bergbau-Tradition und die Nachfolgenutzung des Schachts für die zentrale Wasserhaltung auch optisch zu vereinen. „Ich wüsste nicht, wie ein neues Gebäude gestaltet sein muss, damit es auch die Bergbau-Tradition angemessen zum Ausdruck bringt“, sagte er.

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Die Ratsmehrheit hofft genau darauf: Sie beschloss bei nur zwei Gegenstimmen, Fördermittel aus dem Topf „Nationales Projekt des Städtebaus“ zu beantragen. SPD, CDU und Grüne waren dafür, wenn die Stadt bei zu hohen Kosten noch die Reißleine ziehen kann.

Die zwei Gegenstimmen stammen von der Fraktion BergAUF. Sie sprach sich erneut vehement gegen einen Anstieg des Grubenwasserspiegels aus. Das neue Pumpengebäude wird im Zusammenhang damit errichtet.

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