Die Bushaltestelle Ebertstraße (Nordberg) soll vor die ehemalige Bäckerei Braune verlegt werden. Dafür fallen auf der anderen Straßenseite Parkplätze weg. © Michael Dörlemann
Busverkehr

Bergkamens merkwürdigste Haltestelle soll versetzt und barrierefrei werden

Der manchmal als „Deutschlands dümmste Bushaltestelle“ bezeichnete Haltepunkt an der Ebertstraße soll an anderer Stelle neu gebaut werden. Dafür finden Autofahrer nicht mehr so leicht einen Parkplatz.

Schon seit Jahren ist die Bushaltestelle an der Ecke Ebertstraße/Präsidentenstraße ein Ärgernis für alle Beteiligten. Sie liegt genau in der Kurve. Wenn der Bus hält, steht er zum Teil vor der Zufahrt zum verkehrsberuhigten Bereich der Präsidentenstraße, der zur Fußgängerzone auf den Nordberg führt.

Mit dieser unglücklichen Situation soll noch in diesem Jahr Schluss sein. Die beiden Bushaltestellen Ebertstraße und Stadtmarkt, die nicht weit auseinander liegen, sollen barrierefrei umgebaut werden. Dabei soll die Bushaltestelle Ebertstraße auch gleich verlegt werden.

Haltestelle soll vor die ehemalige Bäckerei umziehen

Die Pläne der Stadt sehen vor, dass sie vor die ehemalige Bäckerei Braune (Kerkhoff) gerückt werden soll. Das hat auch den Vorteil, dass dort auch sogenannte „Buskapsteine“ eingebaut werden können – Randsteine, die so hoch sind, dass auch Menschen mit Rollstuhl oder Rollatoren ohne Stufe in den Bus kommen. Die Haltestelle soll außerdem sogenannte „taktile Elemente“ bekommen. Das sind Bodenplatten mit Rillen und Noppen, an denen sich Sehbehinderte orientieren können.

Wenn an Bus an der Ecke Präsidentenstraße/Ebertstraße in Bergkamen hält, kommt der Verkehr dort zum Erliegen.
Die Bushaltestelle an der Ecke Präsidentenstraße/Ebertstraße ist ein Verkehrshindernis. © Stefan Milk © Stefan Milk

Die Haltestelle in Gegenrichtung soll genau auf die andere Straßenseite verlegt werden. Das hat jedoch den Nachteil, dass dadurch sechs Parkplätze wegfallen. Die Möglichkeit, Ersatzparkplätze in der Nähe zu schaffen, gibt es nach Angaben von Planungsamtsleiter Thomas Reichling nicht, weil es dafür keinen Platz gibt.

Die Möglichkeit, die Haltestelle näher an den Zebrastreifen zu rücken, weil dann nur drei Parkplätze wegfallen, hat der Ausschuss für Bauen und Verkehr verworfen. Das würde etwa 100.000 Euro mehr kosten, unter anderem weil der Überweg aus Sicherheitsgründen eine Fußgängerampel bekommen müsste.

Die Bushaltestelle Stadtmarkt soll barrierefrei werden. Die Wartehäuschen sollen einen Meter nach hinten rücken, damit taktile Elemente eingebaut werden können. © Michael Dörlemann © Michael Dörlemann

Die Stadt hatte zunächst auch überlegt, die beiden Haltestellen Ebertstraße und Stadtmarkt zusammenzulegen und etwa in der Mitte eine neue Haltestelle anzulegen. Diese Möglichkeit haben die Planer aber verworfen, weil beide Haltestellen zu denjenigen mit den meisten Fahrgästen in Bergkamen zählen und eine spezielle Funktion haben. An der Haltestelle Stadtmarkt haben Besucher der Veranstaltungen dort direkten Zugang zum Bus. Die Haltestelle Ebertstraße nutzen viele, die den kurzen Weg zur Fußgängerzone wollen.

An der Haltestelle Stadtmarkt sollen ebenfalls Buskapsteine und taktile Elemente eingebaut werden. Außerdem will die Stadt das raue Pflaster durch Betonstein-Pflaster ersetzen. Die Wartehäuschen sollen einen Meter nach hinten versetzt werden.

Über den Autor
Redaktion Bergkamen
Geboren 1960 im Münsterland. Nach dem Raumplanungsstudium gleich in den Journalismus. Mag Laufen, Lesen, Fußball und den BVB ganz besonders. An den Bergkamenern liebt er ihre Offenheit. Die Stadt ist spannend, weil sie sich im Strukturwandel ganz neu erfinden muss und sich viel mehr ändert als in anderen Städten.
Zur Autorenseite
Avatar
Lesen Sie jetzt