Bergkamenerin wartet lange aufs Telefon – auch weil sie telefonisch nicht erreichbar war

dzTelefonanschluss

Mitten in der Corona-Krise steht die Bergkamenerin Heidrun Eickhoff ohne Telefon da. Nachdem sie gut sieben Wochen fast von der Außenwelt abgeschnitten ist, nimmt alles doch noch ein gutes Ende.

Bergkamen

, 30.03.2020, 14:28 Uhr / Lesedauer: 2 min

Wenn Heidrun Eickhoff nicht grundsätzlich ein freundlicher und optimistischer Mensch wäre, dann hätte sie in den vergangenen Wochen wohl allen Grund zum Verzweifeln gehabt. Die Bergkamenerin stand plötzlich ohne Telefon da. Der Grund, warum es so lange gedauert hat, bis sie wieder einen Anschluss hatte, mutet zum Teil etwas kurios an.

Alles begann damit, dass die 75-Jährige Anfang des Jahres ihr Haus verkaufte. Sie einigte sich mit dem Käufer aber darauf, dass sie weiter in dem Mehrfamilienhaus wohnen konnte – allerdings in einer anderen Wohnung als bisher. Den Umzug vollzog sie Anfang Februar. Wenige Tage später, nach ihrer Erinnerung am 12. Februar, beantragte sie, ihren Telefonanschluss in die neue Wohnung im selben Haus umzulegen. Damit begann das Problem.

Helinet muss Auftrag an die Telekom weitergeben

Der Mieter der vorherigen Wohnung hatte seinen Anschluss schon gekündigt. „Sonst hätte man das Telefon vielleicht einfach umstöpseln können“, vermutet die Bergkamenerin. So aber stellte sie bei ihrem Telefonanbieter, der Stadtwerke-Tochter Helinet in Hamm, einen Antrag ihren Telefonanschluss in die neue Wohnung zu verlegen.

Jetzt lesen

Helinet nahm den Auftrag an, reichte ihn aber gleich weiter an die Telekom. Wie Helinet-Sprecher Martin Köster sagt, gehören die Leitungen der Telekom. Die Helinet pachtet die Nutzung lediglich für ihre Kunden. Aus diesem Grund musste auch ein Telekom-Techniker den Neuanschluss schalten.

Kundin nicht zu erreichen – weil sie kein Telefon hat

Der Techniker und Heidrun Eickhoff jedoch fanden trotz mehrerer Termine nicht zusammen. Immer wieder kam der Auftrag mit dem Hinweis an die Helinet zurück, der Techniker habe die Kundin nicht angetroffen und besonders kurios: Er habe sie telefonisch auch nicht erreichen können.

Kein Wunder, meint Eickhoff: Sie habe ja auch kein Telefon gehabt. „Außerdem war ich da, wenn der Techniker kommen sollte“, versichert sie.

Jetzt lesen

Mittlerweile hat die vertrackte Geschichte ums Telefon aber ein Happy End. Ende der vergangenen Woche besuchte ein Bekannter die Bergkamenerin und lieh ihr sein Handy. Sie vereinbarte erneut über die Helinet einen Termin.

An diesem Montag kamen die Telefonkundin und der Telekom-Techniker zusammen. Der Techniker habe die Leitung freigeschaltet und in der Wohnung eine sogenannte THE-Dose installiert, teilte Köster mit.

Danach machte Eickhoff noch einen Kontrollanruf. Sie sprach zum ersten Mal seit Wochen über das Telefon mit ihrem Sohn.

Schlagworte:
Lesen Sie jetzt
Hellweger Anzeiger Politik enttäuscht
Einkaufszentrum für Bergkamen: Statt Shopping bei H&M oder Saturn nur Einkauf beim Discounter