„Ich verspiele das Geld, das ich eigentlich für meine Kinder und mich brauche.“

dzBergkamenerin vor Gericht

Nichts konnte ihr Verlangen stoppen: Eine Bergkamenerin finanzierte ihre Spielsucht mit Betrügen. Dabei sollte sie mit dem Geld sich und ihre Kinder versorgen.

von Sylvia Mönnig

Bergkamen

, 07.02.2020, 10:18 Uhr / Lesedauer: 2 min

Geldnot, Spielsucht und alte Muster: In 25 Fällen betrog eine Bergkamenerin im Internet Käufer. Sie bot Ware an, ihre Opfer zahlten und blickten förmlich ins Leere. Das soll die einschlägig vorbestrafte Frau nun die Freiheit kosten.

Es begann mit Sportwetten und endete in der Spielhalle. Die Abhängigkeit nach dem Glücksspiel kam schleichend - und blieb. Selbst eine Therapie konnte das Verlangen nicht stoppen. Hinzu kam der Irrglauben, mit dem nächsten Gewinn alle aufgelaufenen Schulden begleichen, ihre Kinder versorgen oder den neuen Freund mit Geschenken halten zu können, wenn der sich trennen wollte.

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Zwei laufende Bewährungen wegen einschlägiger Delikte konnten den Drang auch nicht stoppen. Zwischen April 2018 und Oktober 2019 Jahres wurde die Bergkamenerin wieder aktiv. Über Plattformen wie eBay-Kleinanzeigen und Facebook offerierte sie unter anderem Küchengeräte, Handys und Spielzeug. Gegenstände, die sie nicht besaß.

Ihre Opfer fielen auf das, was sie für Schnäppchen hielten, herein, schickten Geld und bekamen nichts. Bei 25 gewerbsmäßigen Betrugstaten entstand ein Gesamtschaden von rund 4000 Euro.

37-jährige Bergkamenerin beschreibt ihre Sucht als Teufelskreis

Nervös und angeschlagen erschien die 37-Jährige nun zu ihrem Prozess vor dem Schöffengericht in Unna. Sie räumte alle 25 Vorwürfe ein und äußerte sich zu den Hintergründen: „Es ist ein Teufelskreis. Ich verspiele das Geld, das ich eigentlich für meine Kinder und mich brauche.“

Auch gerate sie stets an die falschen Männer, die sie ausnutzen würden. Nach einer Therapie, die nicht den gewünschten Erfolg gebracht habe, suche sie jetzt „händeringend“ nach einer neuen. Doch das gestalte sich schwierig.

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Ihr offenes Geständnis und die glaubhafte Reue sprachen sicherlich für sie. Negativ mussten sich jedoch die Vorstrafen und die laufenden Bewährungen auswirken. Auch sah das Gericht ihre Bemühungen, etwas gegen die Sucht zu tun, als nicht ausreichend an.

Für sie endete der Prozess mit zwei Jahren und neun Monaten Haft. Damit droht ihr auch der Bewährungswiderruf. Und das bedeutet weitere zwei Jahre Gefängnis.

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