Bergkamenerin gibt falschen Verdienst an

dzJobcenter betrogen

„Ich hatte immer Theater mit diesem Jobcenter“, erklärte eine 56-jährige Bergkamenerin. Sie musste sich wegen Betruges im Amtsgericht Kamen verantworten.

von Jana Peuckert

Bergkamen

, 09.11.2018, 05:00 Uhr / Lesedauer: 1 min

Laut Vorwurf hatte sie zwei Arbeitsstellen nicht angegeben und deshalb 491,94 Euro zu viel Unterstützung erhalten.

Im Gerichtssaal regte sich die Frau fürchterlich auf. „Ich habe immer alles eingereicht“, beteuerte sie. Das Jobcenter wolle ihr etwas Böses. Und: „Am besten hänge ich mich auf, dann habe ich mit keinem Amt mehr etwas zu tun.“

Dass im Jobcenter etwas weggekommen oder durcheinander geraten sein könnte, hielt der Richter zu Beginn der Verhandlung noch für möglich. Zumal die Angeklagte laut Aktenlage und von ihr eingereichter Nachweise viel zu wenig verdient hatte, der eingeforderte Betrag vom Jobcenter damit viel zu hoch schien.

Geldstrafe verhängt

Doch das Blatt wendete sich schlagartig, als die für ide zuständige Mitarbeiterin des Jobcenters in den Zeugenstand trat. Es gebe keinerlei Hinweise dafür, dass die 56-Jährige die Arbeitsstellen zeitnah gemeldet hatte. Und auch, was die angeblich verdiente Summe in den Akten betraf, hatte die Zeugin ganz andere Informationen. Ein Datenabgleich hatte nämlich dazu geführt, dass die Mitarbeiterin Verdienstbescheinigungen von den Arbeitgebern der Bergkamenerin angefordert hatte. Und siehe da, die darin vermerkten Summen waren viel höher und passten damit zum überzahlten Betrag.

Und noch etwas sprach gegen die Angeklagte. Bereits ein Jahr zuvor hatte es mit der 56-Jährigen einen ähnlich gelagerten Fall gegeben. Auch damals hatte sie zwei Arbeitsstellen nicht gemeldet und zu Unrecht Geld vom Amt kassiert. Urteile gab es damals aber nicht.

Als der Richter der damit nicht vorbestraften Angeklagten das letzte Wort erteilte, erklärte diese nur noch: „Ich hab nichts mehr zu sagen, man glaubt mir ja sowieso nicht.“

Damit hatte sie durchaus recht. Der Richter sah den Betrug zu Lasten des Jobcenters nämlich als bewiesen an und verurteilte die Bergkamenerin zu 450 Euro Geldstrafe.

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