Bergkamenerin (33) rastet völlig aus und zerkratzt ihrem Vermieter das Gesicht

dzAmtsgericht Kamen

Eine 33-jährige Bergkamenerin leugnete vor dem Amtsgericht Kamen, dass sie ihrem Vermieter in einem Streit das Gesicht zerkratzt hat. Ein ärztliches Attest deutet auf etwas ganz anderes hin.

von Jana Peuckert

Bergkamen

, 29.05.2020, 16:39 Uhr / Lesedauer: 1 min

Attestierte Wunden im Gesicht eines Mannes aus Bergkamen ließen den Schluss zu, dass es am 16. November vergangenen Jahres an der Wohnung des 41-Jährigen zu einer Körperverletzung durch eine Mieterin seines Hauses gekommen war. Die Frau stritt im Amtsgericht Kamen aber alles ab und manövrierte sich in Bedrängnis.

Ja, sie sei am besagten Tag bei ihrem Vermieter gewesen. Der habe ihr mit dem Vorwurf, sie baute Marihuana an, die Polizei zur Durchsuchung ihrer Wohnung auf den Hals gehetzt. Durch ein zurückgelassenes Schreiben der Beamten habe sie herausbekommen, dass der Vermieter die Anzeige erstattet hatte. Sie sei direkt mit dem Rad zu ihm gefahren. „Ich war sauer. Ich hab da rum geschrien. Er hat sofort die Flucht ergriffen. Ich hab ihn aber nicht berührt“, beteuerte die Angeklagte.

33-Jährige soll mehrere Monate keine Miete bezahlt haben

Dann betrat der Vermieter den Zeugenstand. Von einer Anzeige bei der Polizei wisse er gar nichts. Da die 33-jährige Mehrfachmutter aber viele Monate keine Miete mehr gezahlt hatte, habe es eine Räumungsklage gegen sie gegeben. Der Richter überprüfte das sofort und stellte fest, dass besagter Beschluss genau zur Tatzeit bei der Bergkamenerin eingegangen war.

Die Angeklagte sei aufgebracht zu ihm gekommen. „Dann hat sie mich geschlagen, auf die linke Wange. Ich wusste gar nicht, wie mir geschieht“, so der Geschädigte. Er sei mit einer Kratzwunde und Schmerzen zum Arzt gegangen – was ein Attest belegte.

Die Angeklagte blieb bis zum Schluss bei ihrer Version. „Ich glaube Ihnen nicht. Alles, was Sie hier erklären ist eine Schutzbehauptung“, machte der Richter in seiner Urteilsbegründung deutlich, dass er die Körperverletzung als bewiesen ansah. Urteil: 720 Euro Geldstrafe für die bereits wegen Betruges vorbestrafte Bergkamenerin.

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