Ein Polizist wollte den Garten eines Bergkameners fotografieren, der dann selbst das Handy zückte. (Symbolbild) © picture alliance/dpa
Polizeieinsatz im Garten

Bergkamener will sich nicht von der Polizei filmen lassen und zückt selbst das Handy

Weil er nicht wollte, dass ein Polizist Fotos von ihm macht, zückte ein Bergkamener sein Handy – damit der Polizist sehe, wie sich das anfühlt. Doch einen Polizisten darf man nicht einfach filmen

Als Polizisten am 19. März in einer Wohnsiedlung in Bergkamen den Garten eines Anwohners mit dem Verdacht, dieser verbrenne unerlaubt Abfälle, unter die Lupe nehmen wollen, verweigert der 34-Jährige den Zutritt zu seinem Grundstück.

Erst, nachdem der Polizist ihm klar macht, dass er ein Recht dazu habe, das Gelände zu betreten, gibt der Mann widerwillig nach. Jetzt fand er sich auf der Anklagebank des Amtsgerichts Kamen wieder. Der Vorwurf der Verletzung des vertrauten Wortes konnte sich jedoch nicht bestätigen. Es kam zu keiner Verurteilung.

Was war an dem Tattag noch passiert? Nachdem der Polizist den Garten wieder verlassen hatte, umrundete er das Grundstück, um von hinten Fotos sowohl von dem Angeklagten, als auch von dessen Haus zu machen. Damit war der 34-Jährige jedoch so gar nicht einverstanden.

„Wenn er keine Aufnahme gemacht hat, hat er sehr gut geblufft“

Kurzerhand zückte er sein Handy mit den Worten, jetzt würde er ein Video machen, damit der Polizist sehe, wie sich das anfühlt. „Ich habe überhaupt keine Bilder gemacht, kein Video“, erklärte der Angeklagte im Gericht. Er habe nur so getan. Der Polizist sagte im Zeugenstand aus: „Wenn er keine Aufnahme gemacht hat, hat er sehr gut geblufft.“

Der Richter fasste zusammen: Voraussetzung für die Verletzung des vertrauten Wortes sei, dass tatsächlich ein Video existiere. Das könnte im vorliegenden Fall allerdings nicht bewiesen werden. Allerdings würde im Fall einer Verurteilung das Vortäuschen einer Straftat in Betracht kommen.

Für den Angeklagten wird es teuer

Damit hatte der Verteidiger des Angeklagten offenbar nicht gerechnet. Er hatte wohl auf einen Freispruch gesetzt. Und so zog sich der Anwalt mit seinem Mandanten zu einem Gespräch zurück.

Zum Prozess gekommen war es übrigens, weil der Bergkamener Einspruch gegen einen Strafbefehl mit 800 Euro eingelegt hatte. Den Einspruch nahm er auch nach der Prozessunterbrechung nicht zurück. Nun wird es teurer für den Angeklagten. Denn: Der Richter stellte das Verfahren letztlich vorläufig gegen eine Zahlung von 1200 Euro ein.

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