Marihuana im Kaffeeglas: Bei einem Bergkamener roch es nicht nur nach Schwarzarbeit

dzAmtsgericht Kamen

Eigentlich vermuteten die Zollbeamten bei einem Bergkamener Ladenbesitzer Schwarzarbeit. Sie wurden fündig – und dann zog ihnen der Geruch von Drogen in die Nase.

von Jana Peuckert

Bergkamen

, 12.03.2020, 11:59 Uhr / Lesedauer: 1 min

Vermutlich war der Inhaber eines Geschäfts in Bergkamen nicht begeistert, als am 5. November vergangenen Jahres plötzlich Zollbeamte bei ihm auftauchten. Der Verdacht: Schwarzarbeit. Und tatsächlich versuchte sich ein Mann während der Anwesenheit der Beamten heimlich durch die Hintertür aus den Staub zu machen.

Sofort nahmen die Zöllner die Verfolgung auf und landeten im nahe gelegenen Wohnhaus des Ladenbetreibers. Dort nahmen sie den Geruch von Drogen wahr. Umgehend verständigten sie ihre Kollegen von der Polizei. Diese rückten auch schnell an und durchsuchten unter anderem das gesamte Geschäft – mit Erfolg.

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In einem Kaffeeglas stießen die Polizisten auf knapp zehn Gramm Marihuana und einige Klemmverschluss-Tütchen. Dementsprechend lautete der Vorwurf im Amtsgericht Kamen unerlaubter Besitz von Betäubungsmitteln. Der Geschäftsinhaber gab sofort zu, den Stoff selbst zu konsumieren. „Ich rauche eben gerne Marihuana. Dafür trinke ich keinen Alkohol“, erklärte der 24-Jährige.

Bergkamener hat nicht zum ersten Mal Ärger mit der Justiz

Nicht zum ersten Mal hatte dem Bergkamener sein Drogenkonsum Ärger mit der Justiz eingebracht. 2016 war er wegen Drogenbesitzes zu 400 Euro und vergangenes Jahr wegen Verstoßes gegen das Arzneimittelgesetz zu 2000 Euro verurteilt worden. Mit Blick auf diese Vorstrafen sah der Richter keinen Platz mehr für eine weitere Geldstrafe.

Stattdessen entschied er sich für eine Haftstrafe von fünf Monaten. Die setzte er allerdings zur Bewährung aus. Will der Angeklagte nicht ins Gefängnis, muss er 1000 Euro an die Gerichtskasse zahlen. Zudem sollte er drei Jahre lang keine neuen Straftaten begehen.

Hält er sich nicht daran, droht der Widerruf der Bewährung. Die Strafe wäre etwas niedriger ausgefallen, so der Richter, hätte der Bergkamener das Urteil mit dem Arzneimittelgesetz nicht gerade einmal ein halbes Jahr vor dem Drogenfund in seinem Laden kassiert.

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