Bergkamener vergewaltigt Frau in ihrer eigenen Wohnung

dzGericht

Eine Bönenerin dachte, sie ließe einen Freund in die Wohnung. Doch der Bergkamener hatte ganz andere Absichten. Er vergewaltigte die Frau. Nun stand er für die Tat vor Gericht.

von Sylvia Mönnig

Bergkamen

, 30.01.2020, 16:01 Uhr / Lesedauer: 2 min

Sie waren Freunde mit klaren Regeln. Mehr nicht. Doch das wollte ein 27-jähriger Bergkamener nicht akzeptieren. Er wandte Gewalt an, vergewaltigte und würgte eine junge Frau aus Bönen. Das soll ihn nun die Freiheit kosten.

Über eine Flirt-App lernten sie sich kennen, schlossen Freundschaft und trafen sich regelmäßig. Für sie war es völlig klar, dass aus ihnen nie ein Paar werden würde, dass es nie zu sexuellen Kontakten kommen würde.

Bei einem Filmabend wird der Mann gewaltätig

Er sah das offenbar anders. Eine harmlose Fußmassage nutzte er bei einem Filmabend in ihrer Wohnung Ende Oktober 2018 dazu, seine Hand wandern zu lassen und die eigenickte junge Frau intim zu berühren. Sie wurde wach, erschrak und erinnerte ihn an die Regeln. Der 27-Jährige bat um Entschuldigung und versprach, so etwas nie wieder zu tun.

Eine Lüge: Kurz darauf wiederholte sich das Ganze. Sie leistete Gegenwehr. Nun sollte sie ihn anfassen und verweigerte das. Daraufhin würgte er sie so massiv, dass sie Luftnot hatte und befürchtete, zu ersticken. Die Bönenerin konnte den Angreifer beißen, doch der dachte gar nicht daran, aufzuhören, zwang sie vielmehr so brutal zu sexuellen Handlungen, dass sie erneut Todesangst hatte.

Das Opfer hielt es in seiner Wohnung nicht mehr aus

Letztlich zeigte ihr Abwehr Erfolg und sie konnte ins Bad flüchten. Die Folgen der Tat waren für das Opfer verheerend: Die junge Frau litt unter Panikattacken, Flashbacks und Schlafstörungen, benötigte therapeutische Hilfe und zog schließlich weg, weil sie es in ihrer Wohnung nicht mehr aushalten konnte. Angst und Misstrauen sind geblieben, begleiten sie auf Schritt und Tritt.

Vergewaltigung und gefährliche Körperverletzung wurden dem Bergkamener nun im Prozess vor dem Unnaer Schöffengericht vorgeworfen. Seine Taten räumte er im Wesentlichen ein, stellte das Ganze aber im Prinzip als Missverständnis dar. „Ich habe gedacht, sie würde das mögen. Ich habe das in der Situation offenbar falsch eingeschätzt.“

Jetzt lesen

Es tue ihm leid. Die Betroffene zeichnete im Zeugenstand ein anders Bild. Sie habe ihm deutlich zu verstehen gegeben, dass sie das alles nicht wollte, habe sich gewehrt. „Ich habe mich noch nie so hilflos gefühlt“, betonte sie.

Während ihrer Befragung flossen immer wieder Tränen und die Einlassung des Angeklagten machte sie nahezu sprachlos: „Ich bin echt enttäuscht und schockiert, dass jemand so feige ist, dass er nicht zu dem steht, was er getan hat.“

Das Gericht schenkte ihr uneingeschränkt Glauben und nahm ihm nicht ab, dass er davon ausging, dass sie das alles auch wollte. Für den Mann ohne Vorstrafen endete der Prozess mit drei Jahren und vier Monaten Haft.

Lesen Sie jetzt
Hellweger Anzeiger Bürgermeisterkandidatur
SPD-Kandidat Bernd Schäfer bekommt nach unkämpferischer Rede eine deutliche Mehrheit
Meistgelesen